Der Kuchen wird neu verteilt.

 

In wie viele Teile?

Das ist die Frage: In zwei Teile, oder drei Teile? Was ist gerechter? Sollen die Teile gleich gross sein, oder nicht?

Wenn nicht, wer bekommt dann den grösseren Teil und wer den kleinsten?

Wovon sprichst Du eigentlich? Wird man mich fragen.

«Ist das nicht offensichtlich?» Die Antwort.

In engem Sinne meine ich die Familie, in breiterem, die Gesellschaft.

Andauernd hören wir von Vergewaltigungen, Femizid, Gewalt in Familien, Gewaltverbrechen auf offener Strasse, in Schulen, auf dem Fussballfeld und ähnliches mehr.

«Ja, ja, sagt man: Das ist, weil man durch die neuen Medien auch den kleinsten Unsinn erfährt. Früher hätte man von der Mehrzahl davon nichts erfahren. Vieles hätte man gar nicht bekannt werden lassen! Aber ist es so, oder hat sich die Gewalt unter den Geschlechtern und der Menschen überhaupt vermehrt?

Was ist in unserer so schön geregelten Gesellschaft passiert? Warum streiten wir um Sachen, die vorher so schön verteilt und aufgeteilt waren? Ist der Kuchen, um welchen es geht, kleiner geworden? Deshalb sind wir plötzlich alle so aggressiv geworden?

Nein. Denke ich mir. Aber:

Im Namen der Gerechtigkeit, versucht man die bestehenden Teile gerechter zu verteilen.

Am Anfang hat auch niemand was dagegen. Alle beteiligten wollten gerecht sein. Nur, als die eine bevorteilte Gruppe gemerkt hatte, dass ihr Kuchenteil durch diese «Gerechtigkeit» kleiner wird, haben sie doch was dagegen gehabt.

Wovon sprechen wir? 

Es geht um Rechte. Rechte in der Gesellschaft, Arbeit, Familie, Leben. Rechte für Frau, Mann, Kind.

Das, was früher galt, dessen Grundlage in fast allen Religionen lag, hat sich geändert.

Die Veränderung heisst: «Gleichberechtigung»

Da liegt das Problem. Jetzt plötzlich soll jeder, ob Mann, Frau, oder Kind, gleichen Teil von Kuchen der Rechte, bekommen.

Aber, hat sich die Gesellschaft als solche in ihrem ganzen Gefüge so weit geändert, dass sie diese Umwandlung auch möglich macht?

Irgendwie erinnert mich die Sache an eine Steisslage Frühgeburt.

Mal sehen:

Die Frau.

Zuerst nach langen verzweifelten Kämpfen, bekommt die Frau die ersehnte Gleichberechtigung.

Aber, oh weh! Sie existiert nur auf dem Zeitungspapier!

In der Familie, In Beruf, in Politik, aber vor allem in unseren Köpfen besteht sie nur als Traum.

Dann schaffte man Gesetze, Quoten, Pflichte, sogar in geschriebenen, oder gesprochenen Texten, durfte man es nicht vergessen.

Hat man es dann geschafft? Sicher nicht. Der Teil der Frau am Kuchen blieb immer ein wenig kleiner, und wenn er doch gleich gross gelang, bröckelt er mit der Zeit schnell ab. Warum?

Schauen wir den Teil des Mannes an.

Den Anspruch auf den grösseren Stück Kuchen begründete er mit seinen grösseren, wichtigeren Aufgaben, welche er in dem ganzen Weltgeschehen, Politik, Gesellschaft, Arbeit, Familie… und seine Führungsrolle überhaupt zu tragen hätte.

Diese ist auch eine grosse Bürde.

Könnte eine Frau diese überhaupt tragen? Auch von Körperbau ist die Frau etwas schwächer. Früher hatte man es sogar mit geistiger Schwäche verbunden. Das wurde aber endlich und nach einiger Mühe widerlegt.

Na ja, Hurra! Da hat man es!

Heute, wo die verschiedensten Maschinen die schwerste Arbeit des Menschen erledigen können und sowohl Frauen wie Männer diese bedienen können, sind sie also gleichberechtigt.

Es gibt heute wahrscheinlich kein Beruf, welches nicht auch die Frau ebenbürtig ausführen könnte. Und umgekehrt? Kann heute ein Mann alle Arbeiten, welche bis jetzt die Frau machen musste, auch bewältigen? Wir alle würden sicher mit Ja, antworten. Es gibt da bei beiden ein kleines Wörtchen= «Musste».

Wo ist dann das Problem?

Vielleicht in dem dritten Teil des Kuchens.

Die Kinder. Ihnen gehört der dritte Teil des Kuchens und sollte gleich gross sein, wie die andern zwei.

Warum? Weil es die zukünftigen Frauen und Männer sein werden, die gleichberechtigt sind.

Nun aber, scheint mir, versuchen wir die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau auf Kosten des Kuchenstücks des Kindes zu erreichen.

Denn, wirklich. Wenn sowohl die Frau wie der Mann die gleiche Rolle, Position, Pflichten, rechte und Vorteile haben, was bleibt dann für das Kind?

Wer verzichtet dann auf die Karriere, Hobbys, Erholung nach getaner Arbeit, wer verrichtet die unbezahlte Arbeit im Haushalt, wer kümmert sich um das Kind mit allen seinen Freuden, Pflichten und Sorgen, besonders, wenn es Krank und noch sehr klein ist? Macht man dann «halbe, halbe»?

Gerecht wäre es wohl, aber, möglich?

Da kommt der Staat mit seiner salomonischen Lösung. «Ich bin da, ich kümmere mich um die Kinder.

Na, also! Mal sehen, wie das wird.

Ich stelle mir vor einen grossen weisen Raum, voll kleinen Bettchen. In diesen liegen kleine  Säuglinge, manche schreiend, manche schlafend, manche starrend vor sich hin.

Eine weissangezogene Kinderschwester schaut auf die Uhr. Zeit zum Wickeln. Sie ruft eine Helferin dazu und ein Kind nach dem anderen wird aus dem Bettchen gehoben, auf den Wickeltisch gelegt und geschickt und fachmännisch sauber gewickelt. Dann zurück ins Bettchen gelegt. Manche Kinder sind damit nicht zufrieden, vielleicht weil man sie geweckt hatte, vielleicht weil sie Hunger bekamen, vielleicht weil ihnen die Liebkosenden Hände der Mutter fehlten.

So kleine Kinder sollten doch bei der Mutter sein. Sie bekommen doch einige Zeit Mutter Urlaubs nicht? Bei Bedarf könnte man es verlängern.

Ob Frau oder Mann, das kleine Kind braucht liebende Hände, liebe Wörter, Augen Kontakt, Jemand der es anlacht, wenn es wach ist, jemand der es anlacht, wenn es von Schlaf erwacht und es aufnimmt, wenn es sich meldet. Jemand, der es streichelt, es umarmt und ihm das Gefühl der Liebe und  Geborgenheit gibt. Das kann kein Angestellter sein und keine Institution.

Der genannte Urlaub ist vorbei. Der Staat hilft. Das Kind wird jeden Tag in den «Kinderhort» gebracht. Es liegt nicht im Bettchen, sondern im Laufstall. Dort kann es sich drehen, selbst aufsitzen und später aufstehen. Sogar laufen kann das Kind dort lernen. Es ist sicher aufbewahrt, bis ein Elternteil es am Abend abholt. Die Kinder Betreuerin redet sicher sehr schön mit dem Kind, während sie es füttert oder wickelt. Vielleicht singt sie den Kindern ein Lied, vielleicht spricht sie mit ihm solange sie sich mit ihm beschäftigt. Dann ist das Kind sich selbst und seinen eventuellen Spielsachen überlassen. Die zeit vergeht, das Kind wächst, lernt leidlich sprechen, laufen, aufs Töpfchen gehen, selbst einigermassen essen. Da kommt endlich die Zeit, das Kind in den Kindergarten zu bringen. Die Schwierigkeiten der Eltern werden grösser. Am Mittag muss das Kind abgeholt werden und seine Pflege und Erziehung wird den Eltern überlassen. Wer von beiden bleibt von der Arbeit zuhause und wer seine Kariere pflegend seinem Beruf nach geht?

Das Kind geht zu Schule. Der Staat hilft. Es geht in die Tagesschule, muss seine Konflikte mit seinen Mitschülern allein austragen. Am Abend sind alle müde, beschäftigt mit eigenen Problemen. Wochenende? Das eher. Jeder möchte seinen eigenen Hobbys und Interessen nachgehen. Da werden auch die Kinder mit einbezogen. Die schönste Zeit für sie! Mit einem Vorbehalt: das Kind macht mit. Wer hat gesagt, dass es die gleichen Interessen haben muss, wie seine Eltern? Irgendwie geht es weiter, bis die Pubertät kommt. Das Kind beansprucht jetzt sein gleichgrosses Stück Kuchen. Durch die Beschriebene Art wie es grossgezogen wurde, ist sein Kuchenstück jahrelang kleiner gehalten worden, als ihm gerechterweise zustand. Wundern wir uns dann, dass es rebelliert, nicht auf unsere Ratschläge hört, sich mit schlechten Freunden umgibt, randaliert und widerspenstig ist, auch zu seinem eigenen Schaden handelt?

 Nein. Nun betrachtet sich unser Kind gar nicht als Teil dieses ganzen Kuchens. Und die anderen Teile?

Konnte sich die Mutter wirklich, während sie arbeitete um ihr Kind so kümmern wie es für das Kind nötig war, damit es geborgen, geliebt, verstanden und unterstützt sein konnte? Konnte sie sich richtig in ihrem Beruf entwickeln, während sie sich bemüht hatte, all das angeführte für ihr Kind zu bieten? Hatte sie die nötige Unterstützung von ihrem Ehemann damit ihr das möglich wäre. Wievielt Streit und Enttäuschung haben die beiden mitgemacht, damit sie dieses mittelmässige Resultat erzielen? Wieviel Liebe, Geborgenheit, Vertrauen, Zuversicht, Selbstvertrauen und Intelligenz, Lernfähigkeit und Toleranz verloren, vergeudet wurde im Namen der Gleichberechtigung! Und da haben wir noch nicht alles gesehen!

Der Kuchen muss nicht einmal in drei geteilt werden. Nehmen wir an, dass die zwei, Mann und Frau auf die Kinder verzichten und sich nur auf ihre Kariere und Wohl konzentrieren. Im eigenen Betrieb, wer soll da der Chef sein? Ist es wirklich in allen unserer Köpfe durchgekommen, dass es sowohl als auch sein könnte? Wer euer Meinung nach hat in diesem Betrieb mehr Mühe sich durchzusetzen und vor allem, wenn es Probleme gibt? Im Staatlichen Institutionen in führenden Positionen, in der Politik, in Wissenschaft, braucht nicht die Frau, um ein Mehrfaches zu kämpfen, damit sie das erreicht, was ihr entsprechend der Leistung zusteht? Da kam schon wieder der Staat und half mit Quoten. Also, es ist nicht eine Selbstverständlichkeit. Bildlich erklärt: Die sonst zu kurzgekommene Frau bekommt unter die Füsse eine kleine Stufe, damit sie dem Mann gleichkommt. Bin ich ungerecht? Möglich. Aber, wenn man die Basis ansieht, aus welcher sich die Zwei Geschlechter bis auf die Spitze ihres Bestrebens egal in welcher Richtung durchkämpfen müssen, hat automatisch die Frau den längeren Weg zu gehen.

Was ist daran schuld? Es muss sein, die von der Ewigkeit her Die uns zugedachte Rolle, welche wir im Leben zu spielen haben.

Der Mann befruchtete die Frau. Die Frau gebar das Kind, die Fortsetzung der Art. Sie sorgt für das Kind, bis es gros ist und für sich selbst sorgen kann. Die Frau war dem Mann untergeordnet und er konnte über sie verfügen. Widerstand war nicht vorgesehen, wurde mit Gewalt im Keim erstickt. Der starke Mann sorgte für das Essen und beschützte die schwache Frau und Kind. Ihr Leben und Überleben war von seiner Stärke und Geschicklichkeit abhängig. Das Kind hatte zu lernen von den Eltern, so zu sein, ihrem Geschlecht nach, wie sie. So war die Regel. Noch nicht ganz. Beim Paaren suchten sich die beiden Geschlechter immer das beste und das schönste… nach Möglichkeit. Jeder hatte seine Methoden, um es zu erreichen. Wenn das nicht nach Wünschen funktionierte, bemühte sich jeder nach den ihm eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Wer meinen sie, konnte am Ende gewinnen? Um den Verlierer war es in jeden Fall geschehen. Deshalb sind wir bis heute, ob Frau oder Mann, nicht imstande mit solcher Situation umzugehen. Gab es in der frühen oder späten Geschichte viele Stammes oder Staates Oberhaupte Frauen? Nein, ich weiß es auch. Aber, wenn sie es an die Spitze geschafft hatten, waren sie gar nicht schlecht, oder?

Die Liebe.

Selbstverständlich spielt sie in jedem Fall eine grosse Rolle. Sowohl das Kind, wie die Frau, wie der Mann brauchen die Liebe zum Leben und Überleben. Der eine von der Drei kann nicht ohne die anderen überleben. Das Wort Menschheit beinhaltet alle drei. Die Liebe ist dabei ein Bestandteil, welches es zusammen hält. Es ist aber ein sehr zerbrechliches Gut, welches bei Überbeansprüchung verloren geht. Ohne das, kann keiner von ihnen überleben. Das ist der Grund ihrer Selbstzerstörung die wir um uns sehen und beklagen.

Hat denn die Natur einen Fehler begangen? Oder haben wir irgendwo in der Entwicklung nicht aufgepasst und aus gewissen Beispielen nichts gelernt und jetzt rennen wir kopflos hinterher, um das versäumte nachzuholen?

Jetzt wundern wir uns, wenn der überlastete, verschmähte oder entlassene Ehemann, Vater oder Freund, alle an seinem Scheitern, nach seiner Meinung Verantwortlichen niedermetzelt? Die Sachen haben sich nicht so entwickelt, wie sie nach dem alten Muster sollten. Das gleiche gilt auch für die Frau. Der Mann hat nicht so funktioniert, wie er sollte, so löste sie einfach die Verbindung. Und die Kinder? Die bleiben immer irgendwo dazwischen. Lösung? Ungelöst. Im besten Falle irgendeine "Einvernehmliche Vereinbarung" selten mit Einverständniss der Kinder.

Das war aber Etwas, was früher nicht möglich wäre. Umgekehrt hat auch der Mann die gleiche Rechte und wenn ihm das alles Zuviel wird, löst auch er die Verbindung und die Frau und Kinder sollen dann sehen, wie sie überleben. Dann ist der beste Fall, wenn man nicht Kinder hat. Aber nur dann, wenn man die neuen Regeln akzeptiert und nicht nach dem alten Muster festhält.

Na, bitte, jetzt hat jeder sein Stück von Kuchen. Und jetzt geht der Kampf erst richtig los! Wo bleibt dabei der Staat? Macht er weiter tolle Gesetze, oder versucht er die Gesellschaft neu zu denken und die Beteiligten in diesem Denken von Klein auf zu erziehen? Wir sind alle voneinander abhängig, gleichberechtigt, tolerant und hilfsbereit. Wir sind eine Gemeinschaft mit neuen Regeln in welchen wir einander Respektieren so wie wir sind ohne Unterschied, mit Liebe und Hingabe wie zu uns selbst.

Und der Kuchen? Werden dann alle drei Teile wirklich gleich gross? Oder schafft sich jeder sein eigener Kuchen, welchen er nicht bereit sein wird mit jemand zu teilen? Kann so eine Gesellschaft überleben? Urteilt selbst, Ihr seid Teil davon.