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"Warten auf die Barbaren"
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- Geschrieben von: Blanka Maria Kallivroussis
- Kategorie: Gebilde= Gedanken
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«Warten auf die Barbaren»
Amerika hat neuen Präsidenten.
Die ganze Welt wartet auf «die Veränderungen in der Politik des Landes, und noch viel mehr, mit Ungeduld, Furcht, Freude, Unwille, Vorbehalt. Je nach dem, was man sich von diesem Mann erwartet, Wünscht. In den Medien übertrifft ein Blatt das andere mit Übertreibungen, welche noch aufgebauscht werden mit Aussagen aus der Vorwahlkampagne.
Ja. Es braucht Veränderungen. Überall, in der ganzen Welt. In jedem Land wünschen sie die Einwohner eine Verbesserung ihres Lebens.
Kriege sollen aufhören.
Hunger soll verschwinden.
Naturkatastrophen sollen nicht passieren.
Die Welt soll neu verteilt werden und jeder soll den grössten Stück bekommen.
Und noch und noch!
All das soll dieser Mensch vollbringen! Er alleine für Milliarden Menschen.
Ich hoffe und wünsche uns allen, dass dieses Wunder geschieht denn…..
Konstantinos Kavafis, vielleicht, für solche Erwartungen, vor etwa 100Jahren gewahrsagt hatte:
Warten auf die Barbaren
Worauf warten wir, versammelt auf dem Marktplatz?
Auf die Barbaren, die heute kommen.
Warum solche Untätigkeit im Senat?
Warum sitzen die Senatoren da, ohne Gesetze zu machen?
Weil Die Barbaren heute kommen.
Welche Gesetze sollten die Senatoren jetzt machen?
Wenn die Barbaren kommen, werden diese Gesetze machen.
Warum ist unser Kaiser so früh aufgestanden?
Warum sitzt er mit der Krone am grössten Tor der Stadt
Hoch auf seinem Thron?
Weil die Barbaren heute kommen
Und der Kaiser wartet, um ihren Führer zu empfangen:
Er will ihm sogar eine Urkunde Überreichen,
worauf viele Titel
und Namen geschrieben sind.
Warum tragen unsere zwei Konsuln und Prätoren
Heute ihre roten, bestickten Togen?
Warum tragen sie Armbänder mit so vielen Amethysten
Und Ringe mit funkelnden Smaragden?
Warum tragen sie heute die wertvollen Amtsstäbe,
Fein gemeisselt, mit Silber und Gold?
Weil die Barbaren heute erscheinen,
Und solche Dinge blenden die Barbaren.
Warum kommen die besten Redner nicht,
um wie üblich ihre Reden zu halten?
Weil die Barbaren heute erscheinen,
Und vor solcher Beredtheit langweilen sie sich.
Warum jetzt plötzlich diese Unruhe und Verwirrung?
(Wie ernst diese Gesichter geworden sind.)
Warum leeren Sich die Strassen und Plätze so schnell, und
Warum gehen alle so nachdenklich nach Hause?
Weil die Nacht gekommen ist und die Barbaren doch nicht
Erschienen sind. Einige Leute sind von der Grenze gekommen
Und haben berichtet, es gebe sie nicht mehr, die Barbaren.
Und nun, was sollen wir ohne Barbaren tun?
Diese Menschen waren immerhin eine Lösung.
Übersetzung aus dem griechischen Robert Elsi
Hoffnung ist eine gute Sache.
Und wen diese enttäuscht wird, na dann bleibt uns nichts anderes,
als… entweder selbst Lösungen finden, bewerkstelligen… oder neue Hoffnungen an etwas, oder jemand zu knüpfen.
Können wir klüger sein als unsere Götter?
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- Geschrieben von: Blanka Maria Kallivroussis
- Kategorie: Gebilde= Gedanken
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Können wir klüger sein, als unsere Götter?
Können wir weiser sein als unser Gott?
«Auge um Auge», Zahn für Zahn!»
Wie endet mit so einer Göttlicher Weisung ein angefangener Krieg?
«Wenn Dich einer auf die eine Gesichtsseite schlägt, biete ihm auch die andere!»
Ist das etwa eine Lösung?
Was ist aber, wenn sich hinter den Weisungen ein anderer Gedanke versteckt?
Was ist, wenn wir zum Schluss unsere Götter gar nicht verstanden haben?
Was ist, wenn wir gar nicht verstehen wollen, weil wir etwas ganz anderes erreichen wollen?
Die berühmten Wörter eines Papstes klingen ganz danach. Obwohl hunderte von Jahren vergangen sind. Die Menschheit zahlt für diese gewollte Fehlinterpretation des Worte Gottes, ein nie endender Blutzoll.
Wie hiess es da doch?
«Der Gott will es so!»
Das war der Marschbefehl für Kreuzzüge.
Und noch vorher?
Was da die Götter gesagt hatten, steht vielleicht nicht geschrieben, aber, das man ihnen immer vor einem Kriegszug reichlich geopfert hat, das ist bekannt.
Dabei geht es doch nur um eins: Den «Zankapfel».
Immer geht es um das Teilen.
Kaum sieht Einer, dass der andere etwas hat, was besser oder mehr ist, was man selbst hat,
fängt streit an, der im Krieg endet.
Warum haben die klugen und weisen Götter nicht eine Teilung erfunden, welche einen Dauerfrieden garantieren würde?
Menschen haben es schon probiert:
Die einen auf der Karte mit einem Lineal.
Die anderen mit Bleistift auf einer Papierserviette.
Die wieder anderen mit sehr hohen Mauern.
Die nächsten mit Kanonen Kugeln.
Und immer nur Menschen mit Bomben und Feuer.
Um zu gewinnen, was man nicht gewinnen kann.
Frieden.
Frieden kann man nicht gewinnen.
Den, muss man machen!
Und das Teilen?!
Och! Jeeeh!
Dazu braucht man Götter!
Deshalb hat man ihnen so viele Tempel auf der ganzen Welt gebaut und baut welche immer weiter?
Jetzt brauchen wir sie aber sehr dringend!!! Nicht die Tempel! Die Götter!
Der Schlüssel zu einem verlorenen Zuhause
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- Geschrieben von: Blanka Maria Kallivroussis
- Kategorie: Spuren= Geschehnisse
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Der Schlüssel zu einem verlorenen Zuhause.
In einer Kunstausstellung vor einem Jahr, stand ich plötzlich in einem Raum, welcher voll verschiedener Schlüssel war. Schlüssel hingen auf den Wänden, lagen am Boden, auch in verschiedenen Kisten, stehenden herum, lagen sie haufenweise. Die meisten rostig, manche aufgehängt auf einer Schnur, manche los. Ich stand da und fragte mich, wie das zu Kunst passen sollte.
Da kam der Direktor der Ausstellung und erzählte. Er erklärte auch den Text der Aufschrift auf der Wand, welche man anfangs gar nicht beachtete. «Das sind Schlüssel, welche Menschen mit sich trugen, nach dem sie aus ihrer Häuser, ihrer Heimat weggejagt wurden. Speziell diese, der Menschen, welche von der Türkischen Nationalistischen Garden von Ataturk, auf grausamer Art und Weise vor fast 100 Jahren ausgesiedelt waren. Sie haben niemals glauben können, dass sie nie wieder Ihr Haus und Hab und Gut sehen werden. Sie hatten die Schlüssel wie ein kostbares Gut aufbewahrt und manchmal auf der Brust umgehängt gehütet wie eine greifbare Hoffnung, die niemals in Erfüllung ging.
» 100 Jahre sind seit damals vergangen. Ich stand in dem Raum, der Schmerz der Sehnsucht war plötzlich greifbar. Es drohte mich zu erdrücken. Auch meine Familie war davon gezeichnet. Nur wussten wir so wenig von dieser Tragödie. Den Schmerz des Verlustes und der Hoffnung des Rückkehrs trug jeder für sich still und geduldig in Form des Schlüssels. Ich flüchtete zu den anderen Bildern, die meisten wunderschön waren und die Bewunderung für die wunderschöne Natur um uns herum ausdrückten. Die Traurigkeit aus dem Schlüsselzimmer aber, hat sich mir ins Bewusstsein eingeprägt.
Sie sass da, wie eine Warnung. Das ist bereits vor 50 Jahren wieder passiert! Das passiert jetzt gerade im Nahen Osten, und an unzähligen anderen Orten wieder. Das wird wieder passieren! Ich sehe vor mir wieder eine Frau mit einem Schlüssel in der Hand. Sie zeigt den Schlüssel und sagt; Das ist der Schlüssel zu meinem Zuhause. Wann kann ich wieder dahin zurückkehren? Wird es noch stehen?... Woher kommt dieses Bild? Aus Gaza, Ukraine, Irak, Libanon, Syrien, Venezuela, Nigeria??? Das ist aber nur die Geschichte des Raums der Ausstellung. Die ist sichtbar.
Es gibt aber eine andere Geschichte, die sieht man nicht, schmerzt aber um so mehr.
Jedes Flüchtlingskind, jedes Auswandererkind, jeder junge Mensch, welcher nicht selbst entscheiden konnte, über das Verlassen seines Zuhause, seiner Heimat, hat so ein «Schlüssel Raum» in seiner Seele. Eine zerrissene Kindheit. Verlorene Freunde, Schule, Spiele, Ruhige angenehme Ecke seines Zuhause, sein Familienumfeld, vertraute Gewohnheiten, das alles, was bis zum Punkt des Risses in sein bisheriges Leben, sein Alltag bedeutete, war weg. Es ist gleichgültig, was diesen Ris verursachte, ob es Krieg war, Scheidung der Eltern, Auswanderung der Familie, das spielt keine Rolle. Es geschah gegen dem Willen des Kindes, abrupt und gewaltsam.
Das neue wird nie mehr akzeptiert, auch wenn es als Verbesserung präsentiert wird. Die Erinnerung an das Gewesene, wird schon durch die Augen des Kindes, welches es zur Zeit des Risses in Erinnerung blieb, veridealisiert. Die nahende Katastrophe, haben die Kinder nicht nahen gesehen, dadurch wurden sie nicht gewarnt und so nicht vorbereitet. Das aber erschwerte die Anpassung des jungen Menschen an die neue Umgebung und neue Verhältnisse seines Lebens.
Nur langsam gab es auf, die Verweigerung, eine neue Sprache zu lernen, neue Freunde zu akzeptieren oder auch die anfänglichen Anfeindungen, da auch diese vor etwas neuem, jemanden unbekannten stand. Ja, es handelt sich um junge Menschen, da nimmt man an, die haben die psychische kraft und Wendigkeit, das alles zu überwinden, sich anpassen und ihr Leben weiter zu führen in den neuen Verhältnissen, sogar etwas Besseres daraus zu machen, dank dem vermeintlichen Wechsel zum «Besseren». Mag sein. Manchmal ist es wirklich so.
Aber, hat man sich je überlegt welch ein Weg dazu führte? Wieviel Leid und was für Verluste von zerstörten jungen Seelen die einige Helden diesen Haufen Elend krönten? Und wenn sie diese grossartigen Helden ob in Sport, Politik oder Wissenschaft fragen, werden sie erfahren, dass auch sie in ihrer Seele so einen Schlüsselraum des verlorenen Zuhause tragen. «Damals, bei uns Daheim, in meiner Heimat, da war alles viel schöner. Das Essen schmeckte besser, die Menschen waren freundlicher, das Wetter angenehmer" Mancher brummt dann gereizt zurück: "Dann geh dahin doch zurück, wenn es dir hier nicht gefällt!" "Geht aber nicht. Dorthin gehöre ich aber auch nicht mehr. Nur den Schlüssel von dort, den habe ich immer noch, und ist auch nur das, was nie verloren geht."
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