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Die schönste Geste seit langem.

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis. Veröffentlicht in für Erwachsene.

Die schönste Geste seit langem…

In einem Land, welches gequält wird von Herabschätzung, Missgunst, Armut, Enttäuschung, Aussichtlosigkeit und Demütigung, da braucht man nicht sprechen. Man sieht, zieht Schlüsse, bedauert, denkt nach.

Nichts ist so, wie es war. Niemand hätte geglaubt, dass er das, was um uns herum geschieht, Heute je sehen würde.

Flughafen von Athen. Noch ist Hochbetrieb. Alle Hallen sind voll von Touristen. Flugzeuge kommen und gehen, alle voll.

Eine Halle, aus welcher sich Reisende in drei Richtungen auf die Reise begeben sollten, ist überfüllt.  Santorini, Kopenhagen, Ikaria.

Es wird ausgerufen:  „Nach Santorini!“ Die Menschen beeilen sich voll Freude. Da fangen die Ferien an.

Nächster Aufruf:  „Nach Kopenhagen!“ Die größte Menschenmenge begibt sich zum Tor. Da sind die Ferien zu ende. Sie reisen Nachhause.

Der Raum leerte sich. „Ikaria!“ Auch hier reisen die Menschen Nachhause. Sie mussten vieles in der Hauptstadt Athen erledigen. Immer noch nötigt sie die Staatsbürokratie dazu. Und auch ein paar letzte Touristen sind dabei, neugierig, was sie erwartet auf dieser sagenumwobener Insel.

Wie viele sind wir da? 20? Sicher nicht mehr. Das Flugzeug ist halbleer. Am Himmel sammelt sich eine schwarze Gewitterwolke. Ich mache mir Sorgen. „Schaffen wir es, weg zu kommen, bevor es stürmt? Oder müssen wir zum Schluss durch diese Wolke fliegen?

Das Flugzeug rollt an. Noch sind wir nicht an der Reihe. Ich schaue aus dem runden Fenster, sehe den Bodenlotsen. Er dirigiert das Flugzeug mit den Händen. Seine Hände sprechen, geben Befehle, fordern, lenken, stoppen. Es ist Zeit das Flugzeug zum Start frei zu geben. Er hebt die Hand, gibt es frei. … Und… In dem Augenblick winkt er zum Abschied! Seine Hände wünschen einen guten Flug! „Viel Glück!“ Die Geste war so natürlich, so verständlich, so herzlich! Es wurde mir warm ums Herz. Ja! Wir werden einen guten Flug haben. Trotz des nahenden Gewitters. Sein Wunsch kam so von Herzen!

„Wir! Das Häufchen von Menschen in einem silbernen Vogel ergeben in die Hände von erfahrenen Piloten und begleitet von solchen Wünschen…kamen glücklich an.“  

 

Das Treffen auf der Insel der "Patrioten".

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis. Veröffentlicht in für Erwachsene.

Das Treffen auf der Insel der „Patrioten“

Ein schön eingerichtetes Wohnzimmer, festlich gedeckter Tisch. Auf einer Büffet Auslage lauter Delikatessen. Alles vorbereitet für ein Fest.

Es ist der zweite Ostertag, der Namenstag des Hl.Georg. Auf dieser Insel wird es besonders groß gefeiert, da ihm sogar eine große Kirche geweiht ist. Den ganzen Tag kommen Gäste alles Gute zu wünschen, da der Hausherr den Namen des gefeierten Heiligen trägt. Sie werden mit Freude empfangen und bewirtet. Man hatte sich lange nicht gesehen, jeder lebt meist weit von der Heimatinsel. Ja, die meisten sind auf dieser Insel geboren, in die Schule gegangen und Kindheitsfreunde des Hausherrn. Es wird diskutiert, gescherzt, philosophiert und politisiert. Ihre konservative Gedankenrichtung ist geprägt durch ihre Erziehung damaliger Zeiten, auch durch die strenge Bindung an die Kirche.

Natürlich bleibt auch die Flüchtlingsfrage nicht außer Gesprächsthema. Die Insel hat lange Tradition der Auswanderung. In früheren Jahren war die Beschäftigung der Einheimischen ausschließlich auf See. Männer heuerten je nach Bildung als Matrosen oder Kapitäne, die Frauen mussten die Familie und das Land umsorgen. Viele von den Seeleuten wanderten auf der Suche nach besserem Leben nach Amerika, Australien, Kanada, England  oder andere Länder. Die Familie zog irgendwann nach und entweder sind sie dort geblieben und kamen alle 2 Jahre zu diesem großen Fest zu Besuch, oder nach ihrer Pensionierung kehrten sie zurück, aber nicht auf die Insel, das blieb für sie ein Sommersitz, im Winter wohnten sie in der Hauptstadt. Und dennoch in der Gesprächen vorherrschte die Angst vor den „Andersgläubigen Einwanderern“. „Die hätten da nichts zu suchen!“ Auch das hat seine Erklärung in der Vergangenheit. Diese Insel war nämlich zur Zeit der Ottomanischer Unterjochung der Mutter des Sultans von ihm geschenkt worden. Die Bewohner wurden auf das schlimmste ausgebeutet, obwohl sie auch schon durch verschiedene Freibeuter oft heimgesucht waren, hatten praktisch nichts mehr. Nach der Befreiung jagten sie die Verwalter gefesselt in einem löchrigen Boot von der Insel. So groß war ihre Wut. Diese Besetzung hatten sie nie mehr vergessen. Es wurden auch ihre mehrere Kirchen und Kloster gebrandschatzt und niedergebrannt. Und dennoch, als von der Insel Chios Flüchtlinge kamen auch von den Türken gejagt und um Asyl suchten, haben die Inselbewohner diese fortgeschickt. Diese wurden dann auf der Insel Syros aufgenommen und hatten der Insel zu großem wirtschaftlichem Aufschwung verholfen, waren sie doch tüchtige Kauf und Seeleute.  Die Insel der Patrioten blieb für sich mit all ihren Einschränkungen und Vorurteilen. Und trotz dem  war die Bevölkerung der Insel nicht von der Einwanderung unangetastet geblieben. In den Zeiten großer Kriege und Heimsuchung von Epidemien, wurde die Insel fast entvölkert und so siedelte man von Festland eine Albanisch stämmige Volksgruppe an. Diese Menschen, da sie eigentlich die Albanische Berge bewohnten, siedelten sich auch auf der Insel in die Bergdörfer ein. Und dort sind sie auch geblieben. Sie haben sich ihre Kultur und ihre Sprache bewahrt bis in die heutige Zeit. Lang vermied man die Vermischung der beiden Volksgruppen. Heute scherzt man darüber und jeder ist stolz auf seine Herkunft. Sie sind Teil der Bevölkerung der Insel, dies ist ihre Heimat.

Aber das war auch noch nicht das Ende des Bevölkerung Zuwachses auf dieser Insel. Um dies zu erzählen, kehren wir wieder zu der fröhlichen Fest Gesellschaft. Menschen kamen, blieben für ein Gläschen Wein und etwas von den aufgetischten Köstlichkeiten und gingen wieder. Es galt ja, alle bekannte Georgs  besuchen und ihnen zu wünschen. An diesem Tag haben viele ein Gläschen mehr getrunken und sich auch gutes Essen in Mengen genehmigt. Unter den Besucher waren oft auch Persönlichkeiten der Insel, Schriftsteller, Maler, Ärzte, Lehrer, Architekten und andere. Der Abend kam. An der Türe klopfte es wieder. Als wir aufmachten: die Überraschung! Verwandte aus Athen! Mit einem Scherz traten sie ein. “Gewährt ihr bitteschön Asyl armen Flüchtlingen aus Kleinasien?“ „Was! Sie auch?!“ Ruft in dem Moment aus dem vollen Wohnzimmer einer der Gäste. Aus dem Witz wurde es ernst. „Ja, doch. Meine Familie musste während der „kleinasiatischen Katastrophe“ fliehen aus Konstantinopel.“ „Und meine aus Smyrna. Wo wohnen sie?“ „ Meine Familie fand Zuflucht auf der Insel Tinos, wo es damals sehr viele Katholiken  noch aus der Zeit der Kreuzzüge gab. Auch meine Familie ist Katholisch. Und sie? Wo leben sie jetzt?“ Meine Familie kam hier auf die Insel. Es war gar nicht leicht hier zu überleben. Wir wohnten in kleinen Hütten, die man uns zuwies, dort drüben am Fluss. Damals war dort sehr feucht, nur schlamm, viele Mücken und Malaria. Aber mit harten Arbeit und Ausdauer hat sich die Familie hochgearbeitet. Mein Großvater war Lehrer, mein Vatter Arzt und ich bin Architekt.  Die Geschichte der Insel interessiert mich sehr. Ich habe sie sehr genau studiert und habe auch dieses Buch darüber geschrieben. Das habe ich ihrem Schwager auch als Geschenk heute gebracht.“ Und er zeigte stolz auf das sehr schöne Buch, welches auf dem Tisch lag. Das lustigste war, dass von den vielen Anwesenden in dem Moment mindestens, lediglich der Gastgeber sich wirklich einheimischer nennen konnte wenigstens seitens seines Vaters…aber… er lebt seit fast 50 Jahren als Einwanderer in der Schweiz. Neben mir saß der Michalis, der Albaner mit seiner Frau Rita. Er schaute umher mit einem verständnisvollem lächeln. Auch er ist auf die Insel vor sicher 20 Jahren aus dem von damals zerrüttetem Albanien eingewandert. Heute hat er einen Griechischen Pass und sein Sohn diente in Griechischem Militär. Auch seine Anfänge in damals fremdem Land waren nicht leicht. Seine abgearbeiteten Hände zeugen davon. Die Diskussion über die Geschichte der Insel ihrer Bräuche und Feste, die Tradition der Seefahrer, Kapitäne und Reeder, welche sie vollbrachte war sehr interessant, fesselnd!

 Meine Gedanken wanderten aber weiter auf den Pfaden der vorfahren dieser Menschen, begleitet durch die Geschehnisse der Kriege und Katastrophen in der weiten, entfernten Welt, und dennoch so nahen dass sie die Schicksale aller dieser Menschen so grundlegend beeinflusste. Und die Mühlen des Schicksals mahlen weiter. Ein paar Inseln östlicher geschieht es weiter. Wieder kommen über das Meer Menschen in Not auf der Suche nach besserem Leben für ihre Familien. Dürfen sie das tun?  Wir haben sie nicht eingeladen! Sie haben nicht gefragt! Sie wollen ja auch gar nicht bei uns bleiben. Sie wollen weiter ziehen, nach Norden. Dort will man sie auch nicht haben. Jetzt sitzen sie da, in noch größerem Elend. Aber, wenigstens werden sie nicht von den Bomben und Schüssen der Extremisten in ihrem Land bedroht. Was wird aus ihnen? Viele von ihnen werden zurück in ihre Heimatländer geschickt, da außer Hungersnot ihnen keine Kriegsgefahr droht und man ihnen kein besseres Leben bieten kann. Viele erkennen es auch selbst und kehren freiwillig zurück, da das Heimweh stärker ist als Angst vor Bomben. Und der Rest? Wenn sie sich zum Schluss entscheiden zu bleiben, hier zu leben und arbeiten. Werden sie sich irgendwann integrieren in die Bevölkerung der Städte und Dörfer auf den Inseln und dem Festland. Sie werden diese Orte als ihre Heimat betrachten, diese schätzen und schützen lernen, wie es die Anderen vor ihnen auch getan haben. Eben die Patrioten.

Ein kleines Etwas.

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis. Veröffentlicht in für Erwachsene.

Ein kleines Etwas.

Ein kleines Etwas sitzt auf seinem Plätzchen und überlegt. Es überlegt fieberhaft was soll es werden. Sein Schöpfer drängt es zu entscheiden. Er will doch sein Werk vollenden.

Das kleine Etwas hat gerade eine Woche Zeit zu entscheiden. Viele Möglichkeiten wären da. Nur welche ist die beste? Soll es ein Element werden? Ein Gegenstand? Ein Tier? Oder sogar Mensch! Der Schöpfer ist ungeduldig: „Na, mach schon. Ich habe nicht ewig Zeit. Jetzt bist Du alleine auf der Welt, aber ich will noch weiter machen. Da kann ich nicht unendlich lang auf Dich warten!“

Das kleine Etwas ziert sich. „Kann ich wenigstens auf Probe etwas werden und wenn mir das nicht gefällt, was anderes werden?“ „Hm, wäre unter Umständen möglich. Aber, Du musst wissen, dass Du nicht immer so klein bleibst. In einer Woche fängst Du an zu wachsen und dann kannst Dich nicht mehr verändern. Dann mach ich Dich fertig ob Du willst oder nicht und in der Form, die Du zuletzt gewählt hast.“ „Einverstanden.“

Das kleine Etwas war zufrieden. Es wurde Wasser. Es plätscherte in Seen, Flüssen, wog in großen Wellen in Meeren und Ozean. Auf den Polen wurde es zu Eis und Schnee, in den Wolken sammelte sich zu Regen, fiel zu Erde und verdünstete dann wieder aus den Pfützen. Es war ständig in Bewegung und die ständige Veränderung ermüdete es sehr. In einem einzigen Tag hatte es genug.“ Es muss doch etwas anderes sein, das weniger mühsam ist als das.“ Dachte sich das kleine Etwas. Vor allem bekam es Angst von dem Groß werden. Es sah den Ozean und dachte: „Das werde dann ich?! Oh nein! Viel zu große Verantwortung für alle die Tiere die darin leben, die Schiffe die darauf fahren und all das drum herum an den Ufern! Da muss ich aufpassen, dass ich nichts kaputt mache wo ich doch so groß sein werde! Nein! Niemals!“

Es wurde wieder das kleine Etwas.

Das kleine Etwas wurde ein Berg. Ein ganz schöner Berg. An seinen Hängen wuchsen dichte Wälder in welchen unzählige Tiere lebten. In Winter schlief der Berg unter einer dicken Decke von Schnee und im Frühling weckte ihn der fröhliche Gesang der Vögel. Der Berg liebte seine Bewohner und gewährte sogar vielen von ihnen den Unterschlupf in seinen Höhlen. Eines Tages wachte der Berg aber mit einer sehr schlechten Laune. Er fühlte sich gar nicht gut und es war ihm übel. Er bekam einen schlimmen Schüttelfrost und musste sich übergeben. Voll von Entsetzen flohen die Tiere aus dem Wald, welches plötzlich rutschte den Hang hinunter und fing Feuer von der Lava, welche aus dem Schlund des Berges quoll. Der Berg wackelte von Anstrengung, sein Haupt war von Rauch eingehüllt und das Atmen fiel ihm schwer. Als es ihm nach Tagen wieder besser ging und es denken konnte, schaute der Berg auf sich. Weg waren die schön grüne Hänge, der Wald, die Tiere, die Vögel. Nur grau von Stein und Staub und unerträgliche Hitze von der nur langsam abkühlender Lava. Nein! Stopp! Das will ich doch nicht sein! Mach mich wieder klein! Schrie es und drohte mit weiteren Erschütterungen diesmal von Weinkrämpfen.

Da fand sich das kleine Etwas in seiner alten unbestimmten Form wieder und war froh. Nur, es wusste, es musste doch etwas werden und das schnell! Mal probieren, werde ich vielleicht ein Tier? Gut, aber was für eins? Schnell doch! Klein? Groß? Wild? Zahm? Als der Schöpfer sein Dilemma sah, verband ihm die Augen und ließ es nach einem Vorbild zu greifen. Es tastete sich durch auf einer Tafel, wo die Tiere abgebildet waren. Der Schöpfer drängte:“ Mach schon, wir haben nicht ewig Zeit!“ „Ich sehe doch nichts, wie soll ich dann wählen? Das ist eben der Kniff darin! So hast Du leichtere Wahl.“ „Hm, dann eben das.“ Sagte das kleine Etwas und blieb an einer Stelle stehen und zeigte darauf.“ Das will ich probieren zu sein.“

Kaum sagte es das, schon spürte es kühles Wasser um sich und schwamm fröhlich herum als ein junger Pinguin. „Oh! Das ist Etwas! Das gefällt mir! Aber jetzt habe ich Hunger! Wo gibt es da etwas zum Essen?“ Der kleine Pinguin suchte herum und da schwamm ihm ein Schwarm kleiner Fische entgegen. Er schnappte nach einem und verspeiste es. Dann noch ein und noch ein. Es schmeckte ihm vorzüglich. Gerade wollte er sich noch ein Fisch fangen, als sich der Schwarm plötzlich auflöste. Die kleinen Fische schwammen mit einer großen Geschwindigkeit auseinander, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Der Pinguin wunderte sich was passiert war. Plötzlich sah er ein Schatten über sich. Ein großer Fisch kreiste über ihm. Seine Absichten waren eindeutig. Er wollte den kleinen Pinguin verspeisen. Der Pinguin schwamm um sein Leben. Er war flink, aber der große Fisch war noch schneller. Noch ein bisschen… und es wäre um ihn geschehen! „Neein!“ Schrie der arme Pinguin. „Das will ich nicht sein! Hilfeee!“

So wurde aus ihm wieder das kleine Etwas.

„Schon wieder nichts!“ Ärgerte sich der Schöpfer.“ Warum wolltest Du den jetzt schon wieder zurückverwandelt werden?“ „Findest Du es toll wenn du andere Tiere frisst um Dein Hunger stillen zu können um dann im nächsten Augenblick selbst als Futter von größeren Tieren zu werden?“ Fragte entrüstet das kleine Etwas. „Ja, schon nicht gerade das Beste, aber, so ist das Leben in der Natur. Der kleinere und schwächere wird zur Nahrung von dem größeren und stärkeren.“ „ Mag sein, aber dann will ich lieber das Größere sein.“ Meinte das kleine Etwas. „ Was wäre zum Beispiel, wenn Du ein Mensch würdest? Der ist vielleicht nicht gerade das größte Wesen, aber durch seine Schlauheit, mächtiger und lässt sich nicht so leicht von den anderen größeren Tieren fressen.“ Das kleine Etwas überlegte eine Weile und nickte. „Das wäre der Versuch wert. Gut, ich will ein Mensch werden.“ Und es wurde Mensch.

Als ein kleines Kind spielte es auf einer Wiese. Es gefiel ihm sehr gut dort. Es pflückte Blumen und band diese in einen schönen Straus. Den wollte es seiner Mutter bringen. Sie wartete schon vor der Türe von Ihrem Haus. Die Mutter freute sich über die Blumen, hiss das Kind sich aber zu beeilen, da es zu Schule gehen musste. In der Schule erzählte der Lehrer den Kindern von den Errungenschaften der Menschen im Verlaufe der Geschichte. Das Kind hörte fasziniert über die Erfindungen und Entdeckungen, über die großen und bedeutenden Heldentaten der Menschen und war froh, über seiner Wahl. Da kam der Lehrer aber zum Thema Eroberungen und Kriege. Das Kind hörte mit Entsetzen über all die Grausamkeiten, zu welchen der Mensch fähig war. Als dann aber das Thema kam, in welchem das benehmen der Menschen zu den Tieren beschrieben wurde, lief das Kind aus der Schule heraus und schrie: Nein! Ich möchte nicht gros werden und alle diese schlimme Sache tun! Nein, nein! Ich will wieder das kleine Etwas sein und nichts anderes!

Der Schöpfer ärgerte sich. Schon wieder nichts! Was hat Dich den diesmal gestört? Mensch zu sein muss doch toll sein! Du hast dann große Macht über die Dinge und die Tiere… hm, über die Elemente zwar nicht, aber ich glaube, das war es nicht, was Dich diesmal störte? Nein war es nicht. Viel mehr die Tatsache, dass der Mensch von lauter Macht nicht sah, dass er auf dem besten Wege war, sich selbst zu zerstören und damit will ich nichts zu tun haben. Viel mehr wünschte ich… wünschte ich…

Weißt Du was? Sagte ärgerlich der Schöpfer. Nö, was? Man sagt nicht nö, man fragt höfflich: was bitte? Na dann: was bitte? Du wirst einfach ein Wunsch. Hm, könnte ich probieren. Sagte zögerlich das kleine Etwas. Vielleicht ist es schön. Und wenn ich dann groß werde, dann bin ich ein ganz großer Wunsch.

Das kleine Etwas wurde zu Anfang und zur Probe ein kleiner Wunsch. Es wandelte über den Köpfen der Menschen und suchte in ihren Gedanken nach dem kleinstmöglichen Wunsch. Plötzlich nahm es einen kleinen Gedanken wahr. Ein älterer Mann kehrte von seiner Arbeit zurück, es war heiß und er war müde. „Ach, wie schön wäre es doch, wenn es jetzt regnen würde! Da müsste ich am Abend nicht den Garten begießen und könnte lieber in meiner Liege sitzen und ein schönes Buch lesen!“ „Das ist ein schöner kleiner Wunsch.“ Dachte sich das kleine Etwas und wurde dieser Wunsch. Der Regen kam aber nicht und der alte Mann musste am Abend begießen. Während er seine Arbeit verrichtete, dachte sich verdrießlich dabei: “Das war wohl der falsche Wunsch. Ich sollte mir lieber genau das Gegenteil wünschen, dann käme vielleicht der Regen. Mal probieren, ob es auf dieser Weise gelingen würde, das zu bekommen, was man sich wünscht.“ Philosophierte der alte Mann und dachte nach, wie er es anstellen würde. Dem kleinen Etwas tat der Mann leid und es wollte ihm helfen. So wartete es ungeduldig, was er sich wünschen würde, um ihn dabei unterstützen zu können. Es war aber Abend, der alte Mann war sehr müde und ging schlaffen. Da kam aber eine Katze vor sein Fenster und fing zu miauen und jammern an. Schon wollte der Mann aufstehen und die Katze wegjagen, als er sich aber an sein Vorhaben erinnerte, das Gegenteil zu Wünschen von dem, was er eigentlich wollte, um den gewünschten Resultat zu bekommen. So wünschte er sich, dass die Katze weiter so macht bis zum Morgen. Sobald es das kleine Etwas wahrnahm, unternahm es alles um diesmal ein Erfüllter Wunsch zu sein. Die Katze miaute, bis der Morgen kam. Da war der Mann so wütend, dass er seinen verkehrten Wunsch zum Teufel schickte. Bevor das aber passierte, rettete der Schöpfer das kleine Etwas von seinem ungewollten Ausflug dahin.

„Was soll ich mit Dir machen! Zu nichts taugst Du! Aber etwas musst Du doch werden! So geht es nicht weiter. Ich kann mich nicht ständig mit Dir beschäftigen, ich muss weiter machen! Setz Dich hin und denk richtig nach! Dir muss doch eine Idee kommen! Und dass ist wirklich das letzte mall! Was Du jetzt wirst, das bleibst Du! Merk Dir das!“ „Idee sagst Du? Na das ist es doch! Ich will eine Idee werden! Und es ist dann egal ob ich verwirklicht werde oder nicht. Ich werde wachsen und wachsen und zum Schluss wird aus mir eine Große, großartige Idee und die bleibt bestehen!“

Und… die Große Idee… wurde geboren.