- Flughafen Geschichte.
„Jaja, erzähl mir eine Geschichte, bitte, bitte, mir ist hier in der Reihe so langweilig.“ Bettelt meine Enkelin Valeria. „Oh, Kleines! Jetzt! Geschichte? In diesem Durcheinander!“ Wir warteten auf die Abfertigung zum Abflug nach Basel in der unendlich langen Reihe der Charterflüge auf dem Flughafen in Korfu. Na, Ja, eigentlich war das gar keine so schlechte Idee zum Zeitvertrieb. Und …da ist die Geschichte, allerdings, hat sie auch Fortsetzung- da habe ich mir was eingebrockt, die Welt ist gross und sicher müssen wir überall hin. Also. Möge die Reihe zur Abfertigung noch sehr lange sein!
Die Geschichte von der Waldbaum Prinzessin.
Es war ein mal eine kleine Prinzessin und die lebte in einem Königreich, das sich in der Baumkrone einer riesigen Eiche in einem grossen Wald befand.
Das ganze Königreich war grün, alles dort war grün, sogar alle seine Bewohner, auch die Prinzessin und ihre Eltern. Auch ihre Kronen, die sie auf ihren Köpfen trugen, waren aus grünen Blättern geflochten.
Eigentlich war die Prinzessin sehr glücklich und zufrieden in ihrem Reich. Sie spielte mit ihren grünen Spielsachen und Tieren, die sie liebte. Am besten gefiel ihr hinter den Schmetterlingen zu rennen. Nur diese verschwanden dann irgendwann immer, wenn sie an die Grenze ihres Reiches ankamen. Das Waldbaum Königreich war nämlich gar nicht so gross. Wenn man ein bisschen rannte in einer geraden Strecke, schwupdiwupp, war man an der Grenze
Die Kleine Prinzessin wusste, dass es ihr Verboten war über die Grenze des Königreiches zu gehen, wüsste aber so gerne, wie es dort aussah. So versuchte sie immer wieder einen von den Schmetterlingen zu fangen, die als einzige über die Grenze durften.
Die kleine Prinzessin fand es ungerecht. Warum durften die Schmetterlinge aus dem Reich hinaus fliegen und sie, eine ganze Prinzessin durfte nicht. Zu dem gelang es ihr nie einen Schmetterling zu fangen. Warum wollte sie es so gerne? Sie würde den Schmetterling fragen, wie es denn hinter der Grenze des Königreiches aussah. War es denn überhaupt wert sich danach zu sehnen über die Grenzen zu kommen und etwas anderes zu sehen?
Die kleine Prinzessin gab aber nicht auf. Sie jagte die grünen Schmetterlinge immer und immer. Bis es ihr eines Tages tatsächlich gelang. Je, da war sie aber froh! Sie schloss ihre Hand ganz vorsichtig um ihn. Sie wollte ihn ja nicht verletzen. So sprach sie zu dem Schmetterling. „Hab keine Angst vor mir kleiner Schmetterling, ich will Dir nichts tun, ich wollte Dich nur etwas fragen.“ „Ich habe aber Angst vor Dir, und Deine Frage kann ich Dir nur dann beantworten, wenn Du mich frei lässt!“ „Ja, dann fliegst Du davon und ich kann dann einen neuen Schmetterling fangen!“ Nein! Sicher nicht! Ich gebe Dir mein ernstestes Ehrenwort! Ich setze mich auf deine Schulter und werde mir Deine Frage anhören“ „Und sie auch beantworten?“ „Der Schmetterling zierte sich ein wenig. „Wenn ich die Frage nicht kenne, wie kann ich Dir versprechen, dass ich sie Dir beantworten kann?“ Die kleine Hand schloss sich fester aber dennoch vorsichtig um ihn. „Siehst Du? Und da soll ich Dir glauben, dass Du nicht davon fliegst sobald ich Dich frei lasse.“ Sagte die kleine Prinzessin vorwurfsvoll zum Schmetterling. „Schon gut, schon gut! Ich antworte dir Deine Frage ja!“ Besänftigte er das ungeduldige Mädchen. Die kleine Prinzessin öffnete ihre Hand und der Schmetterling flog heraus und setzte sich wirklich schön brav auf ihre Schulter genauso wie er es versprochen hatte. „Also, was willst Du wissen?“ „Sag mal, Du fliegst ständig da hinaus über die Grenze unseres Reiches. Warum? Was ist dort so interessantes, dass ihr alle Immer wieder dort über der Grenze verschwindet? Wie sieht es dort überhaupt aus?“ „Oh das kann ich Dir nicht sagen!“ „Wieso?“ „Weil wir alle versprochen haben nichts zu sagen.“ „Gar nichts?“ „Gar nichts.“ Die Prinzessin wurde sehr traurig. So viel mühe für nichts! Fast wollte sie weinen. Durfte aber nicht. Die Prinzessinnen weinen nicht wegen jeder Kleinigkeit! „Und wie erfahre ich jetzt, was hinter der Grenze von unserem Königreich ist?“ Das enttäuschte Mädchen tat dem Schmetterling leid. Er musste sich aber an seinem Versprechen halten. Beide dachten angestrengt nach. „Ich darf, Du darfst nicht?! Ich darf nichts sagen, Du darfst nichts wissen…“ Dachte der Schmetterling laut vor sich. „Ich hab’s!“ Rief plötzlich begeistert die kleine Prinzessin. „Was?“ „Ja klar, wir gehen zusammen!“ „Wie zusammen?“ „Ich halte Dich vorsichtig in der Hand und wir gehen so an die Grenze des Königreiches und sehen, was passiert.“ „Aber, ganz sicher sehr, sehr vorsichtig!“ Betonte der Schmetterling, welcher es eigentlich als eine annehmbare Idee ansah. Er war auch neugierig was dann passieren würde.
An der Grenze angekommen öffnete die Prinzessin ihre Hand, streckte sie über der Grenze hinaus…und siehe da! Der Schmetterling auf ihrer Hand wurde ganz farbig, wunderschön! Er erhob sich von ihrer Hand und flatterte vor ihr so, als ob er sie einladen wollte ihm zu folgen. Die Kleine Prinzessin voll Freude tat einen Schritt vorwärts ihm zu folgen…aber oh weh, irgendetwas hielt sie am Zipfel von ihrem Kleid fest. „Aaah! Was ist das! Lass mich los!“ Rief sie und stampfte mit ihrem kleinen grünen Fuss. Der Schmetterling verschwand und die verärgerte Prinzessin drehte sich um zu sehen wer sie so frech zurück hielt. Ein kleiner grüner Vogel war es. „Was fällt Dir ein, mich die Prinzessin zurück zu halten, wenn ich dem Schmetterling folgen will?!“ Rief sie zu ihm. Der Vogel liess sich aber nicht beirren.
„Es ist bitte schön verboten über die Grenzen unseres Reiches zu gehen! Hast Du es vergessen? Meine Aufgabe ist, Dich daran zu erinnern.“ Piepste er und flatterte aufgeregt um ihren Kopf. „Verräter!“ Schimpfte mit ihm die Prinzessin und ging enttäuscht zurück in den Palast. Dort schloss sie sich in ihrem Gemach ein und wollte niemanden sehen und mit niemanden sprechen. Als sie dann auch bei dem Abendmahl im grossen Saal nicht erschienen war, haben ihre Eltern angefangen sich Sorgen zu machen. Auch die Hofdamen, welche man schickte die Prinzessin zu holen, haben nichts ausgerichtet. Die kleine Prinzessin blieb ganz traurig in ihrem Zimmer auf ihrem Bett und weinte und weinte. Da kamen auch der König und die Königin zu ihr und versuchten sie zu trösten. Es gelang ihnen aber nicht.
Die Kleine Prinzessin wollte unbedingt wissen, wie es hinter der Grenze von ihrem Reich aussah. Ab dem Moment, wo sie auch sah, dass der Schmetterling plötzlich so schön farbig wurde, umso mehr. Vergebens haben die Königlichen Eltern versucht ihr zu sagen, dass es hinter der Grenze eine sehr grosse und gefährliche Welt war und dass sie dort die Kleine Prinzessin nicht beschützen konnten und sich deshalb sehr grosse Sorgen machen würden. Nein, nichts half. Die kleine Prinzessin bettelte und bettelte und versprach dass sie vorsichtig sein wird und dass sie nur ein bisschen schauen wird und dann geht sie sofort wieder zurück.
Was konnten die armen Eltern ausrichten? Sie wussten ja, dass dieser Tag kommen würde. Auch sie waren einmal auf der Erkundung der Welt ausserhalb ihres Reiches gewesen und mussten einsehen, dass diese Erfahrung auch der kleinen Prinzessin zustand, mochte sie auch für sie Gefahren bergen. So haben sie beschlossen die kleine Prinzessin auf ihre Erkundungsreise zu vorbereiten. Übrigens, unsere kleine Prinzessin hatte einen schönen Namen. Sie hiess Fiorella.
So hatte man am Hof angefangen Vorbereitungen zu treffen für die bevorstehende Reise Fiorellas. Ein schöner Fallschirm wurde gebastelt aus den schönsten grünen Blättern und Fiorella musste ein Lied singen lernen, weil wenn sie dann wieder zurück ins Baumkönigreich wollte, würde man sie da oben in der Baumkrone hören und sie hinauf holen. Das Lied war sehr schön und Fiorella freute sich sehr, dahin war ihre Traurigkeit und während sie die Fortschritte an den Bauarbeiten ihres Fallschirms beobachtete, summte sie ihr Lied vor sich.
„Was Heute Neu ist,
ist Morgen Alt.
Wo war ich nun Überall,
die Welt ist schön,
die Welt ist Bunt.
Alles habe ich schon gesehen,
und viele Farben Euch gebracht.
Dass es Daheim am schönsten ist,
das habe ich erst jetzt erkannt.
Als alles fertig wurde. Sammelte sich das ganze Königliche Hof an der Grenze des Baumkönigreiches zum Abschied. Der König und die Königin umarmten und Küssten Fiorella und ermahnten sie ganz vorsichtig zu sein, was sie ihnen natürlich gerne versprach. Dann hat der König Fiorella einen kleinen Rucksack in die Hände gegeben und befahl ihr es aufzumachen. Das tat sie auch. Sie war neugierig, zu sehen was drinnen war. Es war aber leer. Doch nicht lange. Es kamen zu ihr alle Bewohner des kleinen Reiches und des Königlichen Hofes und jeder von ihnen nahm Abschied von ihr und wünschte ihr gute Reise und zum Abschied warf jeder eine grüne Eichel in ihr Rucksack, welches am Ende ganz voll war. Fiorella wunderte sich darüber, aber der König und die Königin winkten nur zum Abschied und sagten: „Die brauchst Du auf Deiner Reise und das andere was auf Dich unten wartet auch. So stieg Fiorella in die Gondel ihres Fallschirms und alle Bewohner des Königreiches samt König und Königin haben angefangen zu blasen bis das Fallschirm sich erhob, über die Grenze des Königreiches glitt und dann langsam hinab schwebte.
Die kleine Gondel landete sanft unten auf der Erde. Fiorella schaute neugierig um sich. Wieder sah sie so viele Farben um sich. Alles war farbig! Sie sah auf sich. Siehe da! Auch sie war nicht mehr ganz grün! Nur ihre Schuhe waren grün. Ihr Röckchen war gelb mit roten Blumen darauf. Es gefiel ihr sehr. Ihre Hände waren hell… na ja Fiorella kannte sich sowieso in Farben gar nicht aus, sie kannte bis jetzt nur Grün. Plötzlich hörte sie hinter sich ein Geräusch. Sie erschrak. Sie war so beschäftigt mit der Beobachtung der Veränderung die mit ihr passiert war, dass sie sich gar nicht um ihre Umgebung kümmerte. Nun sah sie sich um und natürlich auch nach dem Geräusch hinter sich. Schnell stieg sie aus der Gondel und merkte gar nicht dass diese verschwand. Na, eigentlich verschwand sie nicht. Nur, dadurch, dass Fiorella plötzlich Menschengrösse bekam, war die mikroskopisch kleine Gondel nicht mehr sichtbar. Fiorella stand nun im weichen grünen Grass besäht mit den schönsten farbigen Blumen. Sie schaute sich diese Pracht verwundert an. Beinahe hätte sie das Geräusch hinter sich vergessen. Etwas schnaubte hinter ihrem Rücken erneut und nun auch ungeduldiger. Schnell drehte sie sich um und sprang erschrocken zurück. Hinter ihr stand ein merkwürdiges Wesen und schüttelte seinen Kopf dass seine Weisse Mähne nur so herum wehte.
„Hab keine Angst, ich tue Dir nichts.“ Sprach das Wesen zu ihr. „Wer bist Du den und was willst Du von mir?“ Fragte ängstlich Fiorella. Sie erinnerte sich an die Warnung ihrer Eltern und sah sich schon in ihrer Angst der ersten Gefahr gegenüber. Es war aber nicht so. „Ich bin ein Pferd, heisse Neugierde und bin für Dich da, damit ich dir die grosse Welt zeigen kann.“
„Pferd?“ „Ja, das ist ein Tier aus der grossen Welt. Eins von ganz vielen die es da gibt, wie bei Euch, nur viel grösser und farbiger. Bei Euch ist alles grün und klein, sonst hättet ihr in euerem Reich kein Platz.“ „Ja, eigentlich stimmt das.“ Dachte sich Fiorella. Ein bisschen Angst bekam sie doch von dem vielen Unbekannten in dieser grossen farbigen Welt. Ein kleiner Stich der Sehnsucht nach der Geborgenheit ihres Zuhauses verspürte sie doch. Dieses Gefühl verjagte sie aber schnell, sie war so neugierig… hiess das Pferd denn nicht Neugierde?
Wieder schaute sie sich die grosse blumenbesäte Wiese an. Sie bückte sich und hat angefangen die schönsten davon zu pflücken. Sie dufteten so gut. Die Sonne wärmte sie angenehm und warf einen goldenen Schein auf ihr rotes Haar. Fiorella fühlte sich glücklich. Nun hatte sie keine Angst mehr. Plötzlich hörte sie Lachen und rufen von mehreren Kinderstimmen. Fiorella blickte auf von ihrer so angenehmen Beschäftigung. Da sah sie die Kinder die alle auf die Wiese rannten, genauso wie Fiorella glücklich über die farbige Blumenpracht um sie. Auch sie haben angefangen die Blumen zu pflücken und bald hatte jedes einen schönen Blumenstrauss in seiner Hand. Bald bemerkten die Kinder Fiorella, welche sich ihnen neugierig näherte. „Wer bist Du?“ „Fiorella“ „Hm, woher kommst Du?“ „Von da oben.“ „Was? Da oben? Dort wohnst Du?“ „Ja“ „Hm, merkwürdig“ Die Kinder wunderten sich zwar, aber mehr interessierte sie Fiorellas Name und als sie ihn erfahren hatten, nahmen sie das Mädchen in ihre Gruppe auf und alle zusammen sammelten sie Blumen. Bald darauf hörten sie Rufe. Jemand suchte sie. Es war ihre Lehrerin. Die Kinder waren im Wald spazieren während der Naturkunde und die Blumen sammelten sie für ihren Unterricht. Natürlich aber nicht nur für das. Als die Kinder Fiorella der Lehrerin vorstellten und diese damit einverstanden war, dass Fiorella mit am Unterricht dabei sein konnte, setzten sie sich alle im Kreis auf die Wiese und die Lehrerin erzählte ihnen alles was sie über die gesammelten Blumen wusste. Dann aber, als sie ein paar davon auf die Seite legten, die wollten sie zwischen beschwerten Papierblättern trocknen, zeigte ihnen die Lehrerin, wie sie aus den restlichen Blumen einen Blumenkranz binden konnten. Das hat den Kindern sehr gefallen und Fiorella machte fleissig mit. Als alle Kränzchen fertig wurden, setzten die Kinder sich diese auf den Kopf, fassten sich an den Händen und fingen an zu tanzen, Fiorella in ihrer Mitte.
Als das Unterricht zu Ende war, sind die Kinder zusammen mit der Lehrerin zurück ins Dorf gegangen, wieder in die Schule, da hatten sie Geografie Unterricht. Fiorella war sehr neugierig, was es ist und da sie mitgehen durfte, wollte sie dabei sein. Das Pferd Neugierde folgte ihnen, nur für Fiorella sichtbar.
Die Schule gefiel Fiorella sehr. Alle Kinder sassen in einem Raum, die Schulbänke in einem Halbkreis angeordnet vor der Tafel, auf welcher ein grosses merkwürdiges Bild aufgehängt war. Fiorella rätselte, was es sein könnte. „Das ist eine Weltkarte flüsterte ihr ins Ohr ein Mädchen, welches neben ihr sass.“ „Weltkarte?“ Wunderte sich Fiorella. „Ja, doch! So sieht unsere Welt aus. Weißt Du das nicht?“ „Ne. Unsere Welt sieht anderes aus.“ „Welche euere Welt? Gibt es auch eine andere Welt als die unsere?“ „Ja, die unsere. Die kann man aber nicht so einfach auf die Wand hängen.“ „Und wie ist denn euere Welt und wo?“ „Sie ist grün und befindet sich dort oben im Wald in der Krone einer riesigen Eiche.“ „So, so, Du machst Dich lustig!“ Glaubte ihr das Mädchen natürlich nicht. Schon wollte Fiorella etwas darauf erwidern, aber in diesem Moment trat in die Klasse die Geografie Stunde Lehrerin und bat energisch um Ruhe. Alle wurden still, auch Fiorella.
In dieser für Fiorella so brauchbaren Stunde erfuhr sie, dass die Menschenwelt aus 6 Kontinenten bestand. Auf der Karte haben diese Kontinente ausgesehen wie grosse farbige Flecken platziert auf einer grossen blauen Fläche. Die blaue Fläche bedeutete Wasser. „So viel Wasser gibt es auf dieser grossen Welt?“ Wunderte sich Fiorella. „Die grossen Flächen bedeuten Ozeane und Meere. Die kleineren sind Seen und die länglichen schmalen wie schlangen sind die Flüsse.“ Erklärte schnell flüsternd Fiorellas Nachbarin. Die Lehrerin hatte weiter erzählt, dass auf jedem dieser Farbflecken- Welten- Kontinenten lebten verschiedene Völker, welche verschiedene Sprachen gesprochen haben, verschiedene Gewohnheiten hatten und auch verschiedene Haut und Haarfarbe. In diesen verschiedenen Ländern gab es auch unterschiedliches Wetter. In manchen Ländern war es sehr heiss, da brauchten die Menschen fast keine Kleider anziehen. In anderen Ländern wiederum war es sehr kalt und die Menschen dort mussten Kleider aus Tierfellen tragen, damit sie nicht von Kälte starben. Erfrieren hiess das Wort, welches Fiorella zum ersten mall hörte. Zum ersten mall sah Fiorella auch diese Menschen auf einem Bild. Eskimo hiessen sie und sie lebten in Gegenden wo es ganz viel Schnee hatte. Schnee, hatte man ihr erklärt, ist ein Staub, ganz weiss und sehr kalt. Wenn man sich die Staubkörnchen von ganz nahem ansieht, sind es wunderschöne glitzernde Sternchen, diese aber, in der Wärme, leider sehr schnell zu kleinen Wassertropfen werden. Es gibt in diesem Land auch ganz fest gefrorenes Wasser, das heisst Eis und das bedeckt alles und es gibt dort ganze Berge davon, manchmal ganz hohe. Diese heissen Eisberge. Manchmal brechen sie ab und schwimmen dann eben in dieser grossen blauer Fläche, die es zwischen den Kontinenten gibt. Auch davon zeigte die Lehrerin den Kindern Bilder. Auch lebten in dieser „Schneeweissen Kalten Gegend“ viele merkwürdige Tiere. Manche sogar sehr grosse. Da hatte sie zum erste mall einen Eisbär gesehen. Auf dem Bild sah er ganz schön aus wie ein Kuscheltier, aber die Lehrerin sagte, dass sie den Menschen gefährlich sein könnten, besonders wenn sie hungrig, überrascht würden oder Junge hatten. Dann die Pinguine! Die haben etwa lustig ausgesehen! Und es hiess, es waren Vögel, konnten aber nicht fliegen! Dafür aber sehr gut schwimmen und frassen Fische. „Fische- die sind aber merkwürdige Geschöpfe!“ Dachte sich Fiorella. Die kannte sie von ihrem Königreich nicht. Oder doch? In Königlichen Garten hatten sie einen Weiher und dort zwischen Seerosen Blätter sah sie hie und da kleine Köpfchen von grünen Fischen und hie und da sprang auch ein kleine Frosch in die Höhe oder liess sich tragen wie in einem kleinen Schiffchen im Kelch einer Seerose. Hier in der Klasse erzählte aber die Lehrerin von riesigen Fischen, Wahlen die nicht einmal in diesem Kassenzimmer Platz hätten! Fiorella wurde sehr neugierig und stellte der Lehrerin viele Fragen, vor allem, wo dieses Land ist. Die Lehrerin lächelte. Willst Du etwa dahin reisen? Das ist sehr weit! Sie nahm den zeige Stab und zeigte Fiorella auf der Karte die Stelle, wo sie sich in diesem Moment befanden. Dann fuhr sie mit dem Stab quer über die ganze Karte bis zum untersten Rand und zeigte dort auf eine grosse weisse Fläche. „Dort das ist die Antarktis, die meisten Tiere, von welchen ich hier gesprochen habe leben dort, manche aber auch in der Nähe von Nordpol und ihr Stab wanderte in die entgegengesetzte Richtung ganz zum oberen Rand der Karte. Wenn Du dorthin reisen willst, hast Du eine lange und beschwerliche Reise vor Dir und ziehe Dich dafür gut warm an!“ Sie lächelte. Sie konnte nicht wissen, dass „Neugierde“ das Pferd von Fiorella diese Reise in Augenblicken möglich machte. Nur wollte sie das? Nach dem Ende von dem Unterricht lief Fiorella aus der Schule hinaus zusammen mit ihren neuen Freunden. Nach dem sie sich verabschiedet hatten und Fiorella blieb mit „Neugierde“ alleine erzählte sie dem Pferd alles, was sie im Unterricht erfahren hatte. „Neugierde“ hörte ihr aufmerksam zu. „Möchtest Du es sehen?“ Fragte das Pferd ernst. „Kann ich das?“ Fragte Fiorella zweifelnd. „Ist das nicht sehr gefährlich?“ „Wenn Du schön auf meinem Rücken bleibst, dann nicht. Dann kann ich jeder Gefahr aus dem Weg gehen. Wenn Du aber absteigst und in Gefahr gerätst und ich Dich dann retten muss, wird es für beide gefährlich. Also, willst Du es?“ Fragte Neugierde. Fiorella dachte eine Weile nach, aber sie wollte diese unbekannte weisse Welt so sehr kennen lernen, dass sie zum Schluss nickte. Ja sie wollte mit Neugierde dahin fliegen.
„Also, dann mach Deinen kleinen Rucksack auf und nimm eine Eichel daraus und gib mir diese zu essen.“ Fiorella tat, wie es Neugierde verlangte. Sie legte die Eichel auf ihre Hand und bot diese Neugierde an. Die weichen Lippen des Pferdes kitzelten die Handfläche des Mädchens und weg war der Leckerbissen. „Komm! Steig auf!“ Rief Neugierde und seine weisse Mähne wehte um seinen Kopf. Fiorella sprang in den Sattel und schon hoben sie sich in die Luft und flogen dahin. Fiorella hatte kaum gemerkt, dass sie plötzlich ganz warme Kleider an hatte, sogar warme Stiefel, dicken Kapuzenmantel und Handschuhe. Trotz dem spürte sie, wie ihr der zunehmend eisige Wind das Gesicht peitschte. Sie versteckte ihren Kopf in der Mähne von Neugierde.
Fiorellas Abenteuer bei den Eskimos.
Sie flogen übers Meer und Berge. Mal flogen sie durch dichte Wolken, mal durch feuchten eiskalten Nebel und hie und da strahlte sie eine bleiche kalte Sonne an. Wenn es ab und zu ein Zwischenraum unter den Wolken gab, schaute Fiorella neugierig nach unten. Sie sah da hohe schwarze Wellen wie sie auf einen einsamen Eisberg einschlugen. Darauf stand ein kleiner Eisbär und gab von sich ängstliche Schreie. „Das arme Eisbärbaby!“ rief Fiorella der Neugierde zu. „Wir müssen es retten! Flieg etwas tiefer!“ Verlangte sie. „Geht nicht, ist zu gefährlich!“ Rief Neugierde zurück. „Doch wir müssen sonst verhungert das arme!“ Bestand auf ihrer Entscheidung Fiorella. Sie hängte sich auf die Seite Neugierdes herunter um sie tiefer zu fliegen zu zwingen. Diese erschrak aber, schüttelte sich und.. plumps, fiel Fiorella Kopfüber in das eisige Wasser. Sie zappelte und spuckte das salzige Wasser. Ihre dicken Pelzkleider sogen sich voll Wasser und zogen sie in die Tiefe. Plötzlich packte sie etwas am Rücken an den Kleider und zog sie hoch. Aus dem Wasser aufgetaucht, schleuderte sie in die Luft. Da war zum Glück Neugierde bereit und fing Fiorella in der Luft auf. Diese krallte sich mit vereisten Fingern in seiner Mähne und schaute erschrocken hinunter. Jetzt verstand sie. In ihrem unüberlegten Rettungsversuch fiel sie von dem Rücken der Neugierde ins Wasser, direkt vor die Schnauze der Eisbärmamma, welche zum Glück erschrak, packte sie und warf sie weg, da sie meinte es wäre für ihr Baby gefährlich.
Neugierde schimpfte mit der zitternden Fiorella. „Hab ich Dir nicht gesagt, dass Du vorsichtig sein muss, dass ich Dich nicht retten kann, wenn Du in Gefahr gerätst? Das mall ist es gut gegangen, aber nur durch reines Glück. Und es ist noch nicht durchgestanden, denn Du musst sofort in die Wärme sonst erfrierst Du.“ Maulte Neugierde und flog aus allen Kräften, damit Fiorella in die Wärme in einem Eskimo Dorf kommen konnte. Fiorella zitterte nicht mehr, sie wollte nur schlafen. „Nicht!“ Rief Neugierde „.Nicht schlafen! Sonst stirbst Du! Komm! Sing, erzähl mir was!“ „ Was denn? Ich will nur schlaffen, ich habe gar nicht mehr kalt.“ Sagte leise Fiorella. „Da sind wir schon!“ rief Neugierde erleichtert. Sie landete vor einem grossen Iglu und wieherte laut. Prompt sind Menschen hinausgekommen und sahen Fiorella im Schnee liegen. Neugierde konnten sie nicht sehen da sie unsichtbar war. Sie nahmen Fiorella sofort hinein, zogen ihr die vereisten nassen Kleider ab, wickelten sie in warme Felle und flössten ihr heissen Tee ein. Nach einer Weile öffnete Fiorella die Augen und sah eine ganze Eskimo Familie um sich. Eine Grossmutter, zwei Kinder und deren Eltern.
„Wo bin ich?“ Fragte sie sich verwundert. „Hallo! Du bist bei uns in unserem Dorf.“ Antworteten die Kinder. „Wer bist Du?“ „ Fiorella“ „Und wo kommst Du her?“ „Oh, von ganz weit, hm, dort kann man wohl nicht schwimmen?“ „Ne, wir haben nur ein kleinen Teich mit Fischen und Fröschen dort. Da drin kann man nicht schwimmen. Aber ihr? Könnt Ihr denn schwimmen in dem eiskalten Wasser?“ „Ne, natürlich nicht. Jetzt ist Winter, nur in Hochsommer, und da ist das Wasser auch nicht sehr warm, aber erfrischend.“ Antwortete der Junge. „Ich heisse Ko und das ist Ada, sie ist jünger als ich.“ Sagte der Junge stolz. Fiorella wunderte sich, warum er darauf so stolz war. Das sollte sie aber schnell erfahren. Die Kinder brachten Fiorella frische trockene Pelzkleider und nach dem sie die Eskimo Eltern versichert hatte, dass es ihr gut ging und die Grossmutter sich darüber auch überzeugt hatte in dem sie ihr die Hand auf die Stirn legte und sich überzeugt hatte, dass Fiorella kein Fieber hatte, sprang sie von ihrem warmen Lager. Sie zog sich schnell an und schon krabbelte sie hinter den beiden Kindern aus dem Iglu. Ist es den bald Abend? Fragte sie die Kinder. Es schien ihr, als ob es draussen halb dunkel wäre. „Ne, es ist erst Vormittag.“ antwortete Ko. „Im Winter ist es hier immer so.“ „ Und wie ist es im Sommer?“ War Fiorella neugierig zu erfahren. „Da ist es wieder fast immer Hell.“ „Hm“ Fiorella wunderte sich, aber langsam verstand sie, dass es in dieser grossen Welt wirklich viele verschiedene Welten gab und sie nahm sich vor auch ganz viele davon zu erkunden.
Die Kinder sind in dem Schnee weiter gestampft, bis sie zu einem Loch angekommen waren. In dem Loch glänzte Wasser. Fiorella sah, dass die Wände von dem Loch aus ganz dickem Eis waren. Die Kinder streuten etwas in das Wasser und schon wimmelte es von etwas lebendigem darin. Ko nahm einen kleinen Speer und warf es mit Kraft hinein. Als er es hinauszog, zappelte an seinem Ende ein Fisch. Ko nahm ihn bei Seite und befahl Ada das gleiche zu wiederholen. Sie probierte es, aber am Ende ihres Speers war nichts, als sie es herausnahm. Sie war nicht enttäuscht, sie versuchte es immer wieder. Zum Schluss gelang ihr auch ein kleiner Fang. Ko wollte auch Fiorella zeigen, wie sie auf diese Weise Fische fangen konnte. Sie wollte aber nicht. Die Fische taten ihr leid. Das wiederum verstand Ko nicht. „Wir alle müssen sehr früh lernen Fische fangen, sonst würden wir von Hunger sterben. So lange ein Kind nicht imstande ist seine Nahrung selbst zu besorgen, befindet sich in grosser Gefahr und wir alle müssen dafür sorgen, dass es das lernt und bis dahin darf es niemand alleine lassen!“ Antwortete er ernst. Fiorella erinnerte sich an das Eisbärbaby. Seine Mama versuchte ihm wahrscheinlich auch beizubringen, wie es sein Futter erjagen kann und war da auch in seiner Nähe, nur versteckt so dass weder das Baby noch Fiorella sie sehen konnten. Das Baby schrie vor Angst und Fiorella wollte es retten, beinahe wäre sie von dem Bären gefressen.
Ein starker Schneesturm kündigte sich an. Neugierde näherte sich Fiorella und sagte, “ wir sollten weiter, bevor der Sturm ausbricht.“ So bedankte sich Fiorella bei der Grossmutter und den Eskimoeltern für ihre Fürsorge und verabschiedete sich von allen obwohl ihr die Gesellschaft der Kinder gefiel. Aus ihrem Rucksack nahm sie eine Eichel und gab sie der Neugierde. Sie stieg auf und winkte den erstaunten Kindern. Sie winkten mit Freude zurück und riefen: „Auf Wiedersehen!“