Für Kinder

Von gefallenen Sternchen.

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis.

Vom gefallenen Sternchen.

Gabriela sitzt mit ihrem Vater vor dem Fenster und betrachten den Nachthimmel. Sie warten auf eine Sternschnuppe. Gabriela darf sich dann etwas wünschen.

Im Moment ist sie aber vielmehr neugierig zu erfahren, was das eigentlich ist, so eine Sternschnuppe. Ihr Papa versucht es zu erklären:  «Das ist ein festes Teil von einem Himmelskörper, welches sich der Erde so genähert hat, dass es von deren Anziehungskraft angezogen wird und dann in der Atmosphäre verglüht. Und eben dieses Glühen sehen wir als schönes Licht am Himmel und da wir es als Glück betrachten, es gerade in diesem kleinen Augenblick gesehen zu haben, begleiten wir es noch dazu mit einem Wunsch, von dem wir glauben, dass es dann in Erfüllung geht.»

Gabriela ist aber nicht zufrieden. «Ist es aber nicht traurig, wenn so ein Sternchen verglüht? Was passiert mit dem dann nachher? Verschwindet es dann ganz? Warum freuen wir uns den deshalb?» Papa wollte die Kleine trösten und erklärte: Also… ganz verschwindet nichts. Auch das kleine Sternchen. Es leuchtet dann einfach nicht mehr und so können wir es nicht mehr sehen. Das ist aber weiterhin nicht so schlimm, denn es ist jetzt bei uns auf der Erde gelandet nach einer sehr langen Reise und ist sicher sehr neugierig zu sehen, wie es bei uns aussieht. Und ausserdem wird es auch nicht alleine sein. Unsere Wünsche, die wir ihm hinterher schicken, begleiten es.» «»Schau! Papa! Da ist eins!» «Schnell ein Wunsch!» «Viel Glück bei uns!» «Das war aber schön!» Gabriela ist begeistert. «Papa! Noch eins!» "So einfach ist es nicht! Die kann man nicht einfach so bestellen! Es ist ein grosses Glück, dass wir diese gesehen haben. Aber sei nicht traurig. Irgendwann wirst Du wieder eine sehen. Da bin ich mir sicher. Und diese, die hast Du als erste gesehen, so ist es Deine Sternschnuppe. Aber jetzt hopp ins Bett! Es ist Zeit! Morgen musst Du in die Schule.» Gabriela küsste ihren Papa und schlüpfte in ihr Bett. «Träume was Schönes!»

Bum. Sternchen ist hart gelandet. Wo bin ich? Das kleine Mädchen mit dem blonden Wuschelkopf schüttelt sich, um sich von dem Schrecken der harten Landung zu erholen und schaut sich neugierig um. Sie sieht aber nicht viel. Es ist dunkel um sie. «Komisch, vorher habe ich doch Licht um mich gesehen. Wo ist es jetzt?» Dabei hatte das kleine Mädchen gar nicht gemerkt, dass das Licht von ihr aus kam, und nun, nach der harten Landung auf der Erde, erloschen war. Sie ist jetzt auch ein Teil der Erde und nicht nur ein Teil des Kosmos. Das wird sie aber erst später erfahren. Jetzt verspürte sie aber eine grosse Müdigkeit und so schlief sie ein.

«Hallo! Was machst du hier auf dem Boden? Hast du den nicht kalt?» Jemand schüttelte Sternchen und weckte es. Sternchen setzte sich auf, öffnete die Augen und schaute auf ein anderes Mädchen ihr gegenüber. Sie wunderte sich. Zum ersten mall sah sie ein Menschenskind aus der Nähe. «H…Hallo! Hm…eigentlich nicht. Wo bin ich den gelandet?» Sie schaute sich neugierig um. «Ist das hier die Erde? Schön ist es hier. Und wer bist du? Ich bin Sternchen.» «Ich bin Gabriela und ich habe dich gesehen als du zu uns kamst. Das hier ist unser Garten. Wenn es dir hier gefällt, kannst du bei uns bleiben. Meine Eltern werden sicher nichts dagegen haben. Hast du vielleicht Hunger? Willst du zu uns kommen?» «Hunger? Was ist das? Hab ich nicht.» «Das ist ein komisches Gefühl im Bauch und da muss man etwas essen damit es vergeht. Du bist wirklich ein Sternchen, wenn du sowas nicht kennst. Weisst du was? Ich muss jetzt in die Schule gehen. Willst du mitkommen, oder lieber hier auf mich warten? Dann könnten wir nämlich spielen und ich würde dir alles zeigen, damit du dich hier auf unserer Erde auskennst.» «Gut, ich warte lieber hier auf dich.» Sternchen hatte keine Lust auf weitere Ausflüge. Zumindest im Moment. Sie war noch sehr müde von der langen Reise und wollte weiterschlafen. Sie schoss die Augen und tauchte in das angenehme Dunkel der noch währenden Nacht.

Nicht so aber Gabriela. Sie wollte Sternchen wieder schütteln um sie zu wecken. Sie griff aber ins leere. Dadurch wachte sie auf. Wo bin ich? Wo ist Sternchen. War das ein Traum, oder Wirklichkeit? Gabriela sass auf dem Boden neben ihrem Bett. Da kam ihre Mutter ins Zimmer. «Gab… was machst du auf dem Boden Kind? Geht es dir nicht gut?» Gabriela sprang auf. «Oh doch doch, ich habe wild geträumt und bin von Bett gefallen.» Sie schämte sich ein wenig und schmiegte sich an ihre Mutter. Sie umarmte sie und streichelte ihren Kopf. «Das kann halt manchmal passieren. Wenn du dir nicht weh gemacht hast, ist es nicht weiter schlimm. Jetzt aber schnell vorbereiten für die Schule und wenn du zurückkommst, kannst du mir deinen Traum erzählen. Vergiss ihn nur nicht. Der ist sicher interessant und ich freue mich schon darauf ihn zu hören.» Sie küsste zärtlich Gabriela und ging das Frühstück vorbereiten.  

Als Gabriela von der Schule zurückkam, rannte sie zuerst in den Garten. Ihr Traum ging ihr nicht aus dem Kopf. Sie suchte nach der Stelle, wo sie im Traum das Sternchen fand. Irgendwie schien es ihr, dass das Gras an der Stelle zerdrückt war. Natürlich fand sie das blonde Mädchen aus ihrem Traum nicht. Gabriela war traurig. Eigentlich wäre es ganz schön, eine neue Freundin zu haben, welcher sie ihre Welt zeigen könnte. Und, wer weiss, vielleicht könnte dann Sternchen Gabriela einiges erzählen über ihre Welt, aus welcher sie stammte. Traurig wollte sie sich schon umdrehen und Heim gehen, als plötzlich ein Sonnenstrahl auf ein kleines Steinchen fiel und es glänzte und strahlte Gabriela ins Gesicht. «Das ist es! Papa hat es doch gesagt! Sternchen ist jetzt ein strahlendes Steinchen!» Rief Gabriela und nahm das Steinchen auf. Sie steckte es in ihre Tasche. «So kann ich Sternchen alles zeigen und habe ich sie immer bei mir. Schlussendlich hat der Papa gesagt dass es meine Sternschnuppe ist.» Gabriela streichelte den glatten Stein und legte sie es sich auf die Hand. Kaum fielen die Sonnenstrahlen darauf, glänzte und strahlte es auf, wie ein Stern.»