Für Kinder

Singelsockenheimgeschichten Für Kinder ab 10 Jahre

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis.

Singlesockenheim Geschichten. Für Kinder ab 10 Jahre

 

  1. Frau Zehenloch.

Frau Zehenloch dreht sich in der Trommel der Waschmaschine im Schleudergang. Es wird ihr ganz schwindlig, aber nicht nur von dem schnellen Drehen beim Schleudern. Nein, viel mehr von dem Streit mit ihrem Partner, welcher kein Loch in Zehen hatte und nun fürchtete, wegen seiner Partnerin mit Loch entsorgt zu werden. Das Gezeter und Gejammer hatte sie ganz schwindlig gemacht.

Dabei konnte sie ja gar nicht dafür! Sie wurde immer am rechten Fuss ihres Eigentümers getragen, welcher etwas grösser war als der linke und dadurch, durch ständiges reiben an der Spitze im Schuh, wurde schneller abgenützt und entstand das Loch. Und jetzt sollte sie noch dafür verantwortlich sein und schuld sein am Untergang ihres Partners? „Am liebsten würde sie verschwinden!“ Dachte sie sich und verdrückte sich im hintersten Eckchen der Waschmaschinentrommel. Zumindest hörte sie dort nichts mehr von seinen Vorwürfen und Jammern. Schwindlig wurde ihr aber trotz dem, immer mehr.

Als sie schon gemeint hatte, dass sie es nicht mehr aushalten konnte, wurde es um sie plötzlich ganz still. „Endlich!“ hauchte sie erfreut und öffnete die Augen.

Um sie herum war es aber vollkommen dunkel. Sie rappelte sich hoch und tastete um sich. Am Anfang wankte sie noch, aber sie war entschieden heraus zu finden, wo sie war. Nach einigen Schritten gelang sie an eine Wand und von dort tastete sie sich bis zu einer Türe, diese liess sich öffnen…

Sie wurde von Sonnenlicht geblendet. Am Anfang sah sie nichts. Erst als sie sich an das grelle Licht gewöhnte, stellte sie fest, dass sie in der Wohnküche eines Hauses stand. „Merkwürdig“, alles dort war ihrer Grösse angepasst, sie hatte sich dort sofort wohl gefühlt. Sie wurde aber neugierig zu feststellen, wo sie sich eigentlich befand. Durch eine Diele trat sie aus dem Haus heraus auf die Strasse. Nun stand sie vor dem Haus, aus welchem sie kam. Sie betrachtete es neugierig. Es war leuchtend grün angestrichen und über der Eingangstüre stand eine Nummer gross geschrieben. Die Nummer 18. Sie wusste gar nicht, wieso sie bemüht war sich diese Nummer zu merken. Na ja, das Häuschen hatte ihr schon gefallen, sie würde gerne dorthin zurückkehren, aber jetzt wollte sie noch mehr sehen von ihrer neuen Umgebung.

Sie sah sich um. Die Strasse war gesäumt von ähnlichen farbigen Häuschen, wie die Nr. 18. Sie ging weiter, bis sie zu einem Laden kam. Dort hatte gerade jemand gestritten.

„Na, klar, die Frau Fersenloch kann nie in der Reihe warten, immer muss sie sich nach Vorne drängen.“ „Ja, ja, und der Herr Sportie mit dem blauen Streifen meint alles besser zu wissen!“ Antwortete streitsüchtig die Frau Fersenloch. „Entschuldigung! Kann mir bitte jemand sagen, wo ich hier bin?“ Unterbrach die Frau Zehenloch den Streit. Die beiden schauten sie verwundert an.

„Hallo! Sind sie etwa neu hier?“ „Neu, wie wo? Ich weiss überhaupt nicht, was mit mir passiert ist.“

„Kein Wunder, uns ist es auch so gegangen, aber jetzt sind wir schon eine Weile hier und haben wir uns hier ganz gut eingelebt.“ „Das habe ich gemerkt.“ Stupste Frau Zehenloch. „Ah, ho, ho! Und gleich so giftig!“ Pfiff der Sportsocke mit dem blauen Streifen. „Recht hat sie!“ Pflichtete ihr Frau Fersenloch. „Was macht das für ein Eindruck, hier vor dem Laden so zu schimpfen!“ „Ist ja wahr! Muss Dich auch nicht überall so vordrängen!“ Brummte der Sportie. „Sagt ihr mir endlich was das hier soll!?“ Wurde die Frau Zehenloch ungeduldig.

„Na, ja, wir sind im Singlesockenheim.“ „Wie bitte? Singlesockenheim?“ Ja, doch, das ist das Heim für verschwundene einzelne Socken. Alle, welche verloren gehen, kommen dorthin und mittlerweile sind es so viele geworden, dass aus dem Heim eine ganze Stadt geworden ist. Und, glauben sie mir, es geht uns sehr gut hier!“ Das betonte der Sporti etwas zu nachdrücklich, fast verdächtig nachdrücklich, dachte sich misstrauisch Frau Zehenloch. „Und, wenn jemand wieder zurück will, wie kommt man wieder zurück dorthin, woher man kam?“ Die Frau Fersenloch verdrehte übertrieben die Augen. „Kaum ist sie hier, schon will sie wieder weg, tse, tse, tse. Das geht gar nicht! Alle wo kommen, bleiben.“ „Aber wenn jemand doch zurück will?!“ „Niemand will zurück.“ Antwortete gereizt Frau Fersenloch. „Doch, ich!“ Bestand Frau Zehenloch auf ihrem Vorhaben. „Und wonach sehnen sie sich bitte schön so sehr dort woher sie kommen?“ Fragte schnippisch der Sporti. „Na, jaah,… weiss ich selbst nicht. Vielleicht nach der Möglichkeit selbst zu entscheiden, was ich selbst will und was nicht?“ „Und bis jetzt hast du die Möglichkeit das zu tun gehabt? Konntest du entscheiden, was du willst und was nicht? Wohin du gehst und wo du bleibst?“ „Nee… dass vielleicht nicht, aber dort hatte es mich nicht interessiert, auch nicht beschäftigt, aber Das hier, es ist so ultimativ, so endgültig…

Darüber möchte ich doch selbst entscheiden können.“ „Ha, Ha!“ „Gut, gut, dann vielleicht zumindest nachdenken?“ „Und was kommt daraus? Eine Entscheidung? Nur eine ist möglich und zwar, dass du hier bleibst. Dann warum nicht gleich? Warum darüber nachdenken?“

„So endgültig ist es vielleicht gar nicht.“ Sprang Sporti ins Wort die Frau Fersenloch. „Es gibt da eine Möglichkeit hier wegzukommen, aber…ob das besser ist?“ „Welche? Welche?“ „Das wirst du sicher lieber nicht wissen wollen!“ Unterbrach wieder sie der Sporti.

„Doch, doch, natürlich will ich das wissen!“ Beteuerte Frau Zehenloch. Frau Fersenloch hackte sich bei Frau Zehenloch am Arm ein und zog sie ein Bisschen Abseits von Sportie weg. „Er hat viel zu grosse Angst. Es ist auch kein Wunder, ist auch am meisten gefährdet.“

„Gefährdet? Wieso? Von Wem, was und Warum soll er gefährdet sein?“ Staunte Frau Zehenloch und ihre Augen weiteten sich von Angst. „Was geht hier eigentlich vor?“

„Gar nichts bestimmtes, aber doch etwas.“ Antwortete geheimnisvoll Frau Fersenloch. „Etwas muss es sein, wenn Er so zittert!“ Antwortete ungeduldig Frau Zehenloch und zeigte mit dem Kopf zum Sportie, welcher versuchte sich von weitem zu verabschieden und sich unauffällig zu entfernen. „Ich gehe Heim, also,… man sieht sich,…hat mich gefreut…“ und murmelnd ging er weiter, nach dem sich die zwei Frauen in die andere Richtung entfernten.

„Also, was ist los?“ Bestand auf ihrer Frage Frau Zehenloch. „Du gibst wohl nie Ruhe oder?“ Seufzte Frau Fersenloch „Wohl nicht, also, was ist?!“ „Sag mal, wie bist du hierher gekommen? Beschreib es genau!“

„Also, ich war in der Waschmaschine zusammen mit meinem Partner und es hatte geschleudert. Mir war es plötzlich sehr schwindlig und als ich zurückkam, war ich da.“ „Wo, da? Hier auf der Strasse?“ „Nein, in einem Raum. Es war dunkel dort. Ich habe die Türe gefunden, habe mich plötzlich in einer Wohnküche gefunden und bin auf die Strasse hinausgegangen.“ „Weißt du noch wo es war? In welchem Haus meine ich?“ „Ja, wieso? Das habe ich mir sehr gut gemerkt, das war die No.18“ „Hm, so, so, du weiss es genau?“ „Ja es war mit Sicherheit die No.18.“ „Aha, also, weißt du was? Wir gehen uns das dort ansehen. Wenn das immer noch so ist, wie du sagst, so müsstest du ja auf dem gleichem Weg wieder zurückgehen können nicht? Und dann vielleicht fängst du an, ein paar Sachen zu begreifen.“ Beide gingen Arm in Arm eingehakt den Weg zurück, welchen Frau Zehenloch gemacht hatte um zu dem Laden zu gelangen. Die Strasse füllte sich inzwischen. Alles Socken. Klein, gross, in allen Farben und Ausführungen, manche noch ganz neu jung, manche wieder alt, durchgelöchert, ausgeleiert und ausgebeult, Kinder Socken, Herrensocken, Damensocken, Sport Socken, alle bunt durchgemischt und sehr geschäftig, laut und zufrieden. Alle einzeln. Frau Zehenloch beobachtete das treiben verwundert. Alle schienen beschäftigt zu sein, grüssten einander höflich, lachten, scherzten untereinander, manche stritten, wie die Frau Fersenloch mit Sportie vorhin, alles, als ob es die normalste Sache der Welt wäre, dass sie alle da versammelt waren und ihr Leben lebten. Unwillkürlich verlangsamte sie den Schritt, es war so interessant sich das alles anzusehen, beinahe hätte sie vergessen, was sie gerade wissen wollte. Aber Frau Fersenloch nicht. „Sie zog sie weiter zu gehen und redete auf sie ein. „Das siehst du dir später an. Jetzt wolltest du was anderes wissen und ich habe auch nicht den ganzen Tag Zeit!“

Frau Zehenloch riss sich nur ungern von ihrer Beobachtung weg. „Ich komme schon.“ Brummte sie. Endlich erreichten sie die No.18.

„Na, also, da ist es.“ Zeigte auf das Haus Frau Zehenloch. „Na, dann gehen wir doch dort hinein!“ Schubste sie Frau Fersenloch zu der Tür. „Dürfen wir das? Was ist wenn man mit uns schimpft? Da wohnt doch jemand? Dürft ihr in fremde Häuser einfach so hineingehen?“ „Das ist kein fremdes Haus, das ist dein Haus!“ „Mein Haus, wieso?“ „Hast du nicht gesagt, du bist hier drinnen gewesen als du aus der Trommel verschwunden bist?“ „Verschwunden würde ich das nicht sagen.“ Wehrte sich Frau Zehenloch. „Egal, dann hier erschienen, das spielt jetzt keine Rolle! Jedenfalls ist das jetzt dein Haus und du wirst hier von nun an leben.“ „Wenn ich will, sonst gehe ich zurück.“ Antwortete stur Frau Zehenloch. „Das wird sich zeigen.“ Sagte mit ein Bisschen bösartigem Lächeln Frau Fersenloch. Also, es ist jetzt dein Haus, also, hineinspaziert und zeig mir, wo es war dort, wo du herausgekommen bist!“

Frau Zehenloch ein Bisschen zögernd öffnete die Tür der No.18 und durch die Diele führte sie die Frau Fersenloch in die Wohnküche, wo, wie sie sich erinnerte, sie aus dem dunklen Raum durch eine Türe hinein kam. „Siehst du? Da war es. Hier, gegenüber dem Kühlschrank ist die Tür…zu dem…Ra… Wo ist sie denn? Da war vorher eine Türe!“ Sie rannte in der Wohnküche herum und suchte verzweifelt nach der Türe. Frau Fersenloch stand nur da und beobachtete ihre Panik mit einem siegreichen Lächeln. „Die wirst du nicht finden. Die verschwindet immer sofort, nach dem du durchgegangen bist.“ „Ist nicht wahr!“ „Dann finde sie doch, wo ist sie, los!“

Frau Zehenloch bemühte sich noch eine Weile die „vermeintliche“ Türe zu finden und dann gab sie es völlig erschöpft auf. „Na, siehst du, ich habe es dir doch gesagt, aber mach dir nichts draus. Uns allen ist es gleich gegangen. Man kann hier nicht wegkommen! Und schlussendlich auch warum? Es geht uns gut, wir haben alles und haben es auch lustig. Sicher findest du jemanden, mit dem du dich gut verstehst, und so vermisst du auch deinen Partner nicht so.“ „Meinen Partner? Den habe ich ganz vergessen. Das ist wahr, der ist nicht mit verschwunden…, halb so schlimm, hat mich sowieso genervt.

Ja, aber kann ich jetzt hier in diesem Haus wohnen? Wovon lebt ihr?“ „Hast du den Laden nicht gesehen? Dort bekommst du alles und das umsonst! Richtiges Paradies! Niemand misshandelt dich, schmeisst dich dorthin und dahin, macht weitere Löcher in dich und du kannst machen, was du willst!“ „Nur weggehen kann ich nicht. Wo ist überhaupt die Grenze?“ „Was für eine Grenze? Ja, wenn man „spazieren“ geht, bis wohin man kommt?“ „Ah, so ein „Spazieren“ meinst du? Wenn du aus dem Städtchen herauskommst, siehst du vor dir eine unendliche Ebene. In der Mitte steht eine Ruine von einer alten Burg. Vielleicht willst du dir diese anschauen? Du gehst und gehst und die Ruine wird nicht näher sein. Sie ist immer gleich weit entfernt. Du läufst und läufst bis du ganz müde bist. Du gibst aber trotz dem nicht auf. Es kommt die Nacht. Du gehst immer noch. Du siehst in der Dunkelheit gar nichts mehr. Du läufst aber trotz dem weiter, einfach der Nase nach. Du meinst, irgendwo komme ich doch hin. Du bist ganz Kaputt, gibst aber nicht auf. Der Morgen bricht an. Du siehst vor dir die gleiche Strasse, der Abstand von der Ruine, der Gleiche. Du entscheidest dich, deinen „Ausflug“ zu beenden, machst kehrt und läufst nach deiner Meinung zurück. Jetzt kommt aber das schrecklichste! Nach einer Weile siehst du die Ruine wieder vor Dir. Du meinst, dass du in falscher Richtung gelaufen warst. Du kehrst der Ruine den Rücken und meinst, dass du jetzt wirklich zurückgehst. Falsch.

Du wirst verzweifelt versuchen wenigstens in das Städtchen zurück zu kommen, welches du so gerne verlassen hast. Jetzt sehnst du dich aber danach, dorthin zurückgehen zu können. Es geht aber nicht. Du kommst nirgendwo hin. Du irrst um, auf dieser unendlicher verstaubten Strasse. Die Sonne verbrennt dich, nachts frierst Du. Du hungerst und durstest, du bist verzweifelt. Zum Schluss gibst du auf. Hörst auf zu laufen, setzt dich am Strassenrand, schliesst die Augen, damit du die verdammte Ruine nicht mehr sehen muss und wünschst dir nichts sehnlichstes, als wieder zurück zu sein in deinem schönem bequemen Häuschen. Übermüdet, wie du bist, schläfst du ein. Wenn du wieder erwacht bist, befindest dich vor dem Eingang deines Häuschens. Das heisst, du kannst deine Entscheidung aufs Neue treffen. Gehst du hinein, oder läufst du nochmals weg um die ganze Prozedur wieder über dich ergehen zu lassen? Manche machten es sogar dreimal mit, die hocken jetzt in ihren Häuschen und wagen sich gar nicht mehr hinaus. Kannst du auch machen, aber ich rate es dir nicht. Meine Meinung ist, abwarten, sich es gut gehen lassen, es ist schön hier, eine art Paradies für uns, warum denn weglaufen?“ Frau Fersenloch war ganz ausser Atem gekommen, in dem sie die ganze Geschichte erzählt hatte. Sie wirkte sehr gestresst mit der ganzen Angelegenheit. Frau Zehenloch vermutete, dass sie ihr gerade ihre Erlebnisse geschildert hatte und war sicher, dass es für sie gar nicht leicht war. Umso mehr schätzte sie es an ihr. Trotz dem wollte sie noch mehr wissen. Sie streichelte ihre neue Freundin am Arm um sie zu beruhigen. „Danke, dass du mich gewarnt hast, das werde ich mir merken und warte es vorläufig ab. Aber warum, wenn es hier so ein Paradies ist, hat der Sportie so Angst? Müssen wir anderen denn nicht auch Angst haben? Und wovon Angst, oder von Wem? Bis jetzt, hast du mir nichts Konkretes beschrieben, nur Geschehnisse. Passieren hier einfach unheimliche Sachen, oder bedroht Euch irgendjemand konkretes, oder betrifft es nur bestimmte Socken?“ Frau Zehenloch erdrückte Frau Fersenloch fast mit ihren Fragen. Diese hob nur machtlos die eine Hand hoch um sie zu stoppen und die andere drückte sie erschrocken auf ihr Mund. „Was ist? Ist dass, was du mir sagst so schrecklich?! Bitte, bitte sag es mir doch, ich muss es wissen! Sonst habe ich hier in diesem merkwürdigen Paradies keine Ruhe! Sag es schon! Bitte!“ „Und wenn du es weißt, wirst du dann Ruhe haben? Dass kann ich mir nicht vorstellen! Aber bitte.“ Frau Fersenloch suchte um sich und setzte sich endlich auf einen Stuhl am Tisch. „Ich bin ganz schwach auf den Füssen, diese Aufregung tut mir ja nicht so gut. Mach uns wenigstens ein Tee und hol dort aus dem Schrank ein paar Kekse, dann können wir es uns wenigstens etwas gemütlich machen.“ „Sind dort überhaupt welche?“ Zweifelte Frau Zehenloch über dem Inhalt der Schränke. „Ich habe doch noch gar nichts eingekauft.“ „Für den Anfang, wenn man sich hier noch nicht auskennt, ist alles schön aufgefüllt. Nachher muss sich jeder holen was er will und braucht.“ Klärte sie Frau Fersenloch auf. „Na, mach schon, sonst werde ich noch ohnmächtig!“ Frau Zehenloch wirbelte in ihrer neuen Küche herum und bereitete schnell die bestellte Erfrischung. Ehrlich gesagt, hatte sie es auch nötig, ausser dem beeilte sie sich auch, weil sie so schnell wie möglich alles, was sie wissen wollte, auch erfahren konnte.

 

„Warum hat Sportie so grosse Angst?“

Beide Socken setzten sich bequemer zum Tisch hin über ihren Tassen mit aromatischem Tee, knabberten an ihren Keksen und unterhielten sich leise.

Frau Fersenloch erzählte eine erstaunliche Geschichte. Sie wurde ab und zu unterbrochen von Frau Zehenloch, welche immer wieder Bestätigung über die Wahrheit des erzählten verlangte.

„Sportie ist hier länger als ich.“ Erzählte Frau Fersenloch. „Als ich hier erschienen bin, habe ich ihn auf der Strasse getroffen, er war ganz aufgeregt und hatte sich ständig nach irgendetwas umgedreht. Ich fragte ihn was er eigentlich hatte und er hatte nichts Besseres zu tun, als mich anzuschnauzen, das ginge mich nichts an. Ich war ganz verzweifelt, weil ich gar nicht wusste, wo ich war und er mit seinem Gebaren, machte mir noch mehr Angst. Sonst war auch niemand auf der Strasse zu sehen und ich konnte niemanden fragen. So versuchte ich es noch einmal, einfach wo wir hier eigentlich wären, wie wir hier gekommen sind und was wir hier tun sollten. Er gab sich belästigt und gestört, erklärte mir aber das wichtigste so, dass ich mich dann doch einigermassen zu Recht finden konnte. Später lernten wir uns dann doch besser kennen. An und für sich ist er ganz nett und lustig, nur seine Angst macht ihm zu schaffen.“ „Wovon hat er aber so grosse Angst?“

„Das ist eben der Punkt. Irgendwann erzählte er mir es.“ „Na, was endlich!“

„Also, damit Du es verstehst, sag mir Etwas. Was machte Dein Eigentümer mit löchrigen, verfärbten oder vereinzelten Socken?“ „Mhmm…, weis ich nicht genau, vielleicht wegwerfen? Mein Partner hatte zumindest davon Angst.“ „Es gibt aber auch noch was anderes, als das.“ Meinte weise die Frau Fersenloch. „Was den?“ „Manche Eigentümer kaufen sich einfach mehr von der gleicher Art Socken, mehrere Pare gleicher Socken. Gleiche Farbe, gleiche Grösse, so sind die einzelne Socken nicht so leicht einzeln und das schlimmste, wenn man sich schon hier in Sicherheit hier wähnt, plötzlich wird man aus seiner Ruhe hier ausgerissen und entführt.“ „Entführt? Durch wen?“ „Eben durch solche „Klone“ „Klone?“ „Na diese viele gleiche Socken, welche eigentlich keine Paare bilden müssen. Sie werden einfach in einem fort getragen so, wie man sie eben gerade findet.“ „Das ist eine Sklaverei ohne gleichen!“ „Das ist es eben, und diese Klone sind ganz gemein. Sie möchten in dieser Sklaverei nicht alleine bleiben und so schleichen sie um unsere Stadt und vergleichen sich mit den Socken welche dort herum laufen. Sobald sie eine sehen, welche ihnen gleicht, entführen sie und schleppen sie in die ihre Stadt.“ „Wo ist den die ihre Stadt? Du hast doch gesagt, dass man aus der unseren gar nicht weggehen kann? Wieso können das den die?“

„Also, so richtig weiss ich das auch nicht. Sie können nicht in die Stadt hinein eindringen. Dort sind wir sicher. Nur wenn wir uns zu sehr am Rand der Stadt und das auch über längere Zeit aufhalten, und dass auch nur, gesetzt den Fall, dass sich auf der anderen Seite eine andere Socke befindet, ein „Klon“ welche einem genau ähnelt, dürfen sie diese gewaltsam entführen.“

„Und wohin entführen sie dann einen?“ „Das ist es eben. In den „Gebrauch“. „In den „Gebrauch“? Was bedeutet es denn wirklich?“ Frau Fersenloch regte sich nun auf. „Hey, warum tust du so dumm, als ob du nicht verstehen konntest! Gebrauch ist Gebrauch. Du erscheinst wieder auf der anderen Seite, wirst mit dem einem Klon gepaart und wirst gebraucht und gebraucht bis zum geht nicht mehr. Kein Ausruhen, kein faulenzen, fehlt der eine Socken, macht nichts, kommt der andere dran, die sind doch alle gleich. Deine einzige Rettung ist, wenn du ein Loch bekommst, oder hierher verschwindest. Und genau das ist dem Sportie passiert und er hat mir das alles erzählt und deswegen hat er so eine grosse Angst, dass er wieder entführt werden könnte. Er sagt, dass bei Sportsocken gibt es viele Klonen. Bei den anderen Socken ist es seltener, aber nicht ausgeschlossen.“

„Und kann man sich da gar nicht retten? Einfach, wenn man aufpasst und sich von Zentrum nicht entfernt?“ „Schon, aber die macht einem ein richtiger Terror. Sie erzeugen schlechtes Wetter, bedrückte Laune bei allen, werfen Steine in die Fenster der Häuser die sich in der nähe des Stadtrandes befinden. Das machen sie so lange, bis der betreffende Socken, welchen sie als den Ihren identifiziert und lokalisiert haben, durcheinander kommt, nicht vorsichtig genug ist und an den Stadtrand so nahe geht, dass sie ihn greifen können. Aber, da ist auch noch etwas anderes.“ Sagte mit traurigem Gesicht Frau Fersenloch „und das ist viel schlimmer, von dem muss man die noch grössere Angst haben.“ „Oh, je, noch etwas?!“ Schrie entsetzt Frau Zehenloch.

„Leider ja. Das sind manche von uns.“ „Wieso?“ „Ich habe dir gesagt, dass die Klonen, wenn sie einen Socken aus unserer Stadt haben wollen, Terror machen und das betrifft dann alle, vor allem zum Beispiel auch die Kindersocken. Die müssen dann in geschlossenen Räumen spielen und machen die Erwachsenen wahnsinnig. Diese wiederum fühlen sich eingeengt und gestört und so versuchen sie den unangenehmen Zustand ändern. Sie bedrängen den armen bedrohten Socken so lange, manchmal drängen sie ihn sogar selbst an den Stadtrand, bis er weg ist und ihr Paradies ist wieder in Ordnung.“

„Das ist unmöglich! Nur wegen ein bisschen Lärm?“ „Das ist nicht nur ein Bisschen Lärm, das ist schon störend, aber natürlich sind nicht alle so, aber diese können die anderen wunderbar beeinflussen.“

„Und wo wohnen diese Klonen?“ „In einer Stadt, welche sich „Silo“ nennt. Dort wohnen sie in grossen Hochhäuser eingepfercht einer auf dem anderem, weil es doch so viele gibt.“ „Warum laufen die denn dort nicht weg, wenn die doch in der Umgebung der beiden Städte frei herumlaufen können? Anstatt dessen, sorgen sie dafür dass es dort noch mehrere gibt?“ „Oh, die haben schon ihren Vorteil davon!“ „Ja’ Und welchen?“ „Derjenige, welcher den gesuchten Socken zuerst schnappt, wird zu seinem Partner, dann sind sie ein Paar und werden wieder gebraucht. Das ist für sie das Ziel. Der Gebrauch, denn das Leben in dem Silo ist für sie unerträglich. Es ist aber nicht so, dass die beiden Partner im Paar dann ebenbürtig wären, nein, der eine, der frühere Klon ist der Herr und der Gefangene ist der Sklave. Das ist das schreckliche an der Sache.“ „Und was bedeutet das, ein Sklave zu sein?“ „Der Sklave muss immer dafür sorgen, dass die beiden Socken ein Paar bleiben, egal wie, in der Waschmaschine, auf dem Boden geschmissen, im Wäschekorb, in den Schuhen gestopft, er muss immer den anderen finden und sich an ihm halten, weil wenn sie auseinander gerissen werden und wieder verloren gehen, geht der Sklave in das Silo und der Herr in das Paradies.“ „Und, merkt man dann nicht, dass es sich eigentlich um ein Klon handelt? Hat man dann nicht hier bei uns in der Stadt Angst vor ihm?“ „Wieso? Er ist dann kein Klon mehr, er ist ein einzelner Socke wie Du oder ich und muss genauso vor den Klonen fürchten wie wir.“

„Das ist eine schöne Geschichte! Und schönes Paradies! Oh je! Wo bin ich arme denn geraten?! Und gibt es denn gar keine Rettung, keine Möglichkeit, dass man in Ruhe gelassen wird?“ „Doch, zwei.“ „Und die wären?“ „Die eine ist unser Zustand, du bekommst ein Loch und die andere ist, wenn du verfärbt wirst und mit keinem anderem Socken mehr gleichst. Dann allerdings, wenn eben mehrere Klonen von gleicher Sorte bestehen und du bemerkt wirst bevor du verschwindest, könnte es dir passieren, das du einfach entsorgt wirst und dann ade Paradies!“ „Schönes Paradies!? Mit Schreck und Einschränkung, Paradies nennst du das? Ich bin aus dem ganzem noch ganz konfus! Der Feind draussen ist der Freund drinnen, wenn du hinaus willst, kannst du nicht, wenn du drinnen bleiben willst, wirst du von dort entführt! Was soll das alles eigentlich?“ Frau Zehenloch hat sich so aufgeregt, dass sie vor Aufregung nur gekreischt hatte. Frau Fersenloch klopfte ihr nur auf den Rücken. „Beruhige dich, du hast im Moment gar nicht zu befürchten. Was willst du überhaupt? Solltest du nicht zuerst wissen was du willst und erst dann, versuchen danach zu streben? Willst du Angst haben nur weil die anderen Angst haben? Jeder hier hat sein eigenes Schicksal und das lebt er auch vor sich hin, du auch. Willst du nicht zuerst sehen wie das hier ist und erst dann anfangen sich zu beschweren, oder versuchen zu wollen etwas daran zu ändern oder dem zu entgehen?“ Sie sah plötzlich recht müde aus. Schwer hob sie sich von ihrem Stuhl und schlürfte zur Türe. „Ich gehe jetzt. Für den Anfang weißt du genug, wenn du noch was brauchst, ich wohne in der Nummer 6., klopf nur an. Mach`s gut.“

Die Türe schloss sich hinter ihr und Frau Zehenloch sass da am Tisch, zwickte sich in die Hand um fest zu stellen ob sie träumte oder nicht.

 

2.Lunanelblue

Frau Zehenloch hantierte mit den Fensterläden am Morgen und war noch nicht so richtig wach, als sie Lärm und Tumult auf der Strasse bemerkte. Sie lehnte sich etwas besser aus dem Fenster hinaus um bessere Sicht zu bekommen. Am Anfang sah sie nur einen farbigen Knäuel aus kämpfenden und streitenden Socken. Es mussten deren drei sein, eine grosse hellblaue mit dunkelblauen Streifen, eine kleine Kindersocke rosa mit weissen Rüschelchen und dann war noch ein kleiner hellblaue Antirutschsocke mit einem dunkel blauen Bären drauf, in den Streit verwickelt. Die Grosse Socke drehte sich flink im Kreise, die zwei Kleinen am Schopf gepackt, die kreischten gehörig und wehrten sich. Frau Zehenloch bedauerte die kleinen, welche bei dem Schwung der grossen Socke keine Chance hatten.

„Hört endlich auf mit dem Theater! Lass sie los! Was haben sie Dir so schlimmes angetan, dass Du sie so behandelst?“ Die Erwachsenensocke hielt inne, die beiden Kleinen jede in einer Hand von Schopf gepackt und in der Luft hängend. „Die sind in mein Haus eingedrungen und haben an meiner Schokolade genascht. Ich bin gerade hier angekommen in MEIN Haus, das haben sie mir selbst gesagt, und was finde ich? Die sitzen seelenruhig in meiner Küche und lassen es sich schmecken!“ „Dafür haben wir dir alles erzählt, wie du hier gekommen bist und wie es hier funktioniert!“ Piepste Klein Rüschelchen. „Da wäre doch eine kleine Belohnung drin nicht wahr?“ Grummelte der kleine blaue Bär.

„Kannst dir denken! Warum geht ihr nicht in euer Haus so viel Schokolade essen wie ihr wollt? Warum musst ihr meine klauen?“

„Lass sie endlich los! Wegen ein bisschen Schokolade laufen die doch nicht weg! Ausser dem, wisst ihr was, ihr könnt zu mir kommen, ich gebe euch welche.“ Lunanelblue liess die beiden kleinen los und diese sprangen von ihr weg und versteckten sich hinter dem Rock von Frau Zehenloch. „Schönes Paradies, wenn man sich mit solchem Pack abgeben muss! Sie sollten besser auf sie aufpassen!“ Schimpfte Lunanelblue. „Spiel Dich nicht so auf, kaum bist du angekommen! Du hast es gesagt. Du weist, das du im Sockenparadies bist, das gilt aber auch für die Kindersocken und da ist die Schokolade wichtig, aber wie ich merke, auch für dich. Dann solltest du nicht vergessen haben, wie es ist, wenn man jung ist!“ „Ich bin ja jung! Entgegen zu dir, siehst du es nicht?“ Lunanelblue drehte sich im Kreise selbstgefällig vor Frau Zehenloch. „Ich war ganz neu, gerade einmal hat mich meine Eigentümerin getragen, als ich dann bei waschen verschwand.“ Sie streichelte selbstgefällig ihre schlanken Hüften.

„Und überhaupt, was rede ich mit dir du alte Hexe, ich gehe mir lieber das Städtchen ansehen und neue Schokolade holen. Und ihr zwei, kommt ihr mir ja nicht in die Nähe, sonst gibt’s was!“ Sie drohte in Richtung der Kindersocken, wendete sich mit hoch erhobenem Kopf ab und stolzierte weiter. Die beiden kleinen prusteten aus von verhaltenem Lachen. „St! Ihr seid mir schöne Früchtchen! Schämt ihr Euch nicht?“ „Nee, das war einfach Pech, das die gerade in dem Moment erschienen ist, als wir in dem Haus waren.“ Erklärte Blaubärchen.

„Dürft ihr denn in die leeren Häuser hineingehen wie es Euch passt?“ „In die wirklich leeren, wo noch niemand ist, schon. Kaum sie aber bewohnt werden, nicht mehr, das ist dann verboten. Machen wir auch nicht. Wir sind schliesslich im Paradies, dort kommen nur die braven Socken nicht?“ Antwortete verschmitzt lächelnd Blaubärchen.

„Und warum geht ihr überhaupt in die leeren Häuser hinein?“ „Wir spielen dort erwachsen sein. Das werden wir ja nie. Genauso, wie du nie ein Kindersocken wirst“ stupfte Rüschelchen.

„Das ist wahr, aber will ich das überhaupt? Warum wollt ihr den Erwachsen sein?“ „wollen wir gar nicht. Wir spielen das nur. Wir werden nie Erwachsen und bekommen nie jeder ein Haus für sich alleine. Wir wohnen in „Kinderhäuser“ „Ah so!“ „Das ist lustig, wir spielen den ganzen Tag, bekommen was wir brauchen, aber es gibt auch Regeln, damit wir den Erwachsenen nicht zu sehr auf die Nerven gehen.“ „So, So, und was war das vorhin?“ „Na, eben, Pech!“ Brummte Blaubärchen. „Wenn wir erwischt werden, wenn wir was anstellen, dürfen wir dann einen ganzen Tag nicht aus dem Haus!“ Beschwerte sich Rüschelchen. „Jetzt auch?“ Fragte mitfühlend Frau Zehenloch. „Diesmal nicht, sie weiss noch nicht, wie man das macht, dass daraus ein Vergehen wird! Das haben wir ihr natürlich nicht auf die Nase gebunden!“ Antwortete siegesreich Blaubärchen. „So, und wie geht es den?“ „Ha,ha, dir sagen wir es auch nicht!“ „Macht nichts, ich war nur neugierig, aber ich will gar nicht, dass Ihr wegen ein Bisschen Schokolade bestraft werdet! Warum holt ihr diese aber nicht einfach im Laden? Das dürft ihr doch?“ „Ja, schon, aber gerade in dem Moment, als wir in dem Haus gespielt haben, ist sie uns ausgegangen und es hat uns gestunken wieder bis zum Laden zu rennen. Wir dürfen nämlich kein Korb nehmen, wir dürfen nur das einkaufen, was wir in die Hände und in unsere Taschen stecken können, wenn wir welche haben. Damit wir kein Unfug mit den Sachen treiben.“ Erklärte brav Rüschelchen. „Und wir zwei haben gar keine Taschen und dann ist die Schokolade schnell alle!“ Setzte bereitwillig der Information Blaubärchen zu.

„So, So,“ Sagte Frau Zehenloch heiter „Wisst Ihr was, ich hatte sowieso noch kein Frühstück, habt ihr Lust auf heisse Schokolade? Kommt hinein und macht mir Gesellschaft bei Frühstück und da könnt ihr haben was ihr möchtet. Na, habt Ihr Lust?“ „Jaah!“ Riefen die beiden erfreut und rannten durch die noch offene Türe ins Haus.

Lunanelblue lief die Strasse entlang und schaute sich neugierig alles an. Sie wurde auch neugierig angestarrt von den anderen und das gefiel ihr. Sie war sich ihres guten Aussehens bewusst und genoss das Interesse der vorbei gehenden. Als sie an den Platz mit dem Laden gelangte, waren dort einige Socken versammelt zu ihrem Morgendlichen Schwätzchen. Sie kam näher und grüsste höflich. Sofort kam die Antwort und aus der Gruppe schälte sich, wer wohl, der Sporti.

„Ja, hallochen! Wenn haben wir denn da? Sind sie neu angekommen? Das ist aber eine Ehre für Singelsockenheim, so ein Zuwachs zu bekommen! Sind sie schon lange da und wie gefällt es ihnen bei uns? Kommen sie gut zurecht oder brauchen sie jemanden, der ihnen alles zeigen kann? Ich wäre gerne bereit dass zu übernehmen!“

Lunanelblue fühlte sich geschmeichelt von so viel Aufmerksamkeit. Alle starrten sie an und horchten auf, kaum hatte Sporti angefangen zu ihr zu sprechen.

„Das ist von Ihnen sehr nett so eine Begrüssung und wenn ich was brauche, wende ich mich sicher an Sie. Leider bin ich aber aufgeklärt worden über die Verhältnisse hier von zwei frechen Knirpsen und dass eigentlich sehr gründlich, wie ich gerade merke.“ Sagte sie schnippisch, konnte aber ihr Gefallen an Sporties Interesse nicht verbergen.

Sportie liess sich auch nicht gleich entmutigen. Es galt, das Gespräch so lange fortzusetzen, bis die umschwärmte Socke einwilligte begleitet zu werden. „Wo wohnen sie hier? Aus welcher Nummer sind sie herausgekommen?“ Wurde er explizit und wartete ungeduldig auf die Antwort. Er wollte unbedingt den neuen Zuwachs für sich gewinnen und das bedürfte, dass sie sich von der versammelten Gruppe entfernen konnten.

„Also“, fing lang gezogen Lunanelblue an, sich der allgemeinen Aufmerksamkeit bewusst. „Herausgekommen bin ich aus der Nummer drei, fast am Anfang dieser Strasse.“ Sie wollte ihre Ausführung fortsetzen, kam aber nicht dazu. Sie wurde unterbrochen durch das allgemeine Entsetzen in der versammelten Menge. Alle haben aufgeschrieen „Was! Die Nummer drei! Dort wohnt doch der Grünstreifen, Sporties Freund! Das ist nicht möglich! Haben sie richtig geschaut? War das vielleicht eine andere Nummer?“ Alle wussten aber, dass dieser Zweifel vergeblich war. Jeder neu angekommene Socken hat sofort und unfehlbar die Nummer des Hauses, aus welchem es herausgekommen war, gekannt. Für dass, was sie jetzt hörten, konnte es nur eine Erklärung geben. Grünstreifen ist von den Klonen entführt worden.

Lunanelblue sah Sportie an und erschrak. Der so ein sportliche, smarte und geistreiche Socke von vorhin, stand nun da wie versteinert, war gar nicht mehr so schön weiss und sein blauer Streifen sah auf einmal ganz verwaschen aus. Er fing an mit einer ganz verzitterten Stimme zu stammeln. „Wwas, ddie Nnummmer Ddrei? Uundd wwar ddortt nniemmannd zzu sssehen?“

„Sicher nicht!“ Entgegnete Lunanelblue gereizt, den sie merkte, dass das allgemeine Interesse der Menge und vor allem Sporties, dem fehlen des unbekannten „Grünstreifen“ galt und nicht mehr ihr. Vielmehr spürte sie eine gewisse Abweisung ihr gegenüber, als ob sie für das Verschwinden Grünstreifens verantwortlich wäre. „Das ist mein Haus und euer „Grünstreifen“ interessier mich nicht und jetzt lasst mich durch, ich muss mir ein Weichspülmittel holen, durch das ganze bin ich ganz strapaziert worden, ich muss mich ein Bisschen pflegen!“ Sie streichelte liebevoll ihren Kopf und Hüften, welche wirklich etwas zerzaust aussahen vermutlich nach dem Kampf mit den Kindersocken und vielleicht auch nach dem Übergang in die Nummer drei. Sie schubste die zwei ihr im Weg stehende Socken zur Seite und ging entschieden in den Laden. Nach dem nieder geschlagenen Sportie sah sie sich nicht mal um. Jetzt sah er sowieso nicht mehr so interessant aus, so vergilbt und so… verschreckt, gar nicht mehr pfiffig und lustig.

Im Laden waren nur wenige Socken, welche ihr kaum Aufmerksamkeit schenkten, dass war ihr auch im Moment recht. Sie nahm das Weichspülmittel, noch ein paar Pflegemittel die ihr gefielen, und etwas Schokolade um ihre Vorräte aufzufüllen und liess sich an der Kasse registrieren. Sie brauchte lediglich ihre Hausnummer zu sagen und das war es. Dort hatte sich zumindest niemand gewundert, warum sie und nicht Grünstreifen dort wohnte. Jetzt aber musste sie aus dem Laden treten wieder durch die versammelte Menge der sie anstarrenden Socken, was sie jetzt nicht so angenehm empfinden würde. Vorsichtig schaute sie durch die Ladentüre hinaus. Überrascht stellte sie fest, dass weder vor dem Laden, noch auf der Strasse jemand war. Alle sind in ihren Häusern verschwunden.

Lunanelblue war fast erleichtert, obwohl ihr das alles irgendwie gespenstisch vorkam. Vorsichtig trat sie auf die Strasse und schnellen Schrittes lief sie auf ihr Haus zu, welches immerhin in einiger Entfernung zum Laden war. Sie wusste, jetzt würde sie sich am angenehmsten bei sich Zuhause fühlen.

Als sie fast ausser Atem Zuhause angekommen war, setzte sie sich zuerst auf ein Suhl hin.

In ihrem Kopf schwirrten die Gedanken nur so herum. Von der einer Seite wollte sie gar nicht wissen, was mit dem Grünstreifen passiert war, aber von der anderen Seite, was ist das für eine Angst, welche alle sofort beherrschte, nachdem sie erfahren hatten, dass der Grünstreifen verschwand? „Entführt“ haben sie gesagt. Was bedeutet das?

Sie sah sich vorsichtig um. War hier denn überhaupt kein Anzeichen von der vorherigen Präsenz des Grünstreifens? Und was wäre, wenn er plötzlich wieder erscheinen würde? Wo käme sie dann hin? Oh je, viele Fragen und keine Antwort! Das hatte sie zumindest realisiert. Das war aber nicht ihre Art, sich so viele Gedanken zu machen über die Sachen, welche noch nicht einmal da waren, nein, das würde sie auch jetzt nicht tun! Besser, sie vergisst es jetzt für eine Weile. Hier gefiel es ihr. Da würde sie bleiben, passiere was will! Jetzt wird sie sich lieber beschäftigen mit der eigenen Pflege, wozu hat sie sich alle die schönen Sachen geholt.

Lunanelblue stand auf und machte sich auf die Suche nach dem Bad. Zu ihrer Befriedigung war es sehr schön eingerichtet und voll auf ihre hohen Ansprüche angepasst. Sofort verliessen sie alle Sorgen über dass Morgen und sie befasste sich nur mit sich selbst, das heisst mit der pflege ihrer Schönheit.

 

 

 

3.Graumäuschen.

Graumäuschen wunderte sich. Eine Weile, wie sie sich noch erinnern konnte, hatte sie sich besorgt nach ihrer Partnerin umgesehen, welche irgendwie nicht mehr in ihrer Nähe war. Auf einmal aber befand sie sich irgendwo ganz anderes. „Wo bin ich?“ Fragte sie sich mehr erstaunt als verängstigt. Sie stand vor einem Fenster und erstaunt beobachtete sie den ganzen Streit Lunanelblues mit den Kindersocken und die Hilfeleistung von Frau Zehenloch. Natürlich hörte sie nicht viel von dem Gesagten nur das, was Lunanelblue geschrien hatte. Als die Kindersocken im Häuschen von Frau Zehenloch verschwunden waren, wandte sich Graumäuschen wieder von Fenster ab. Sie befand sich in einer sehr angenehmen Umgebung, einem Wohnzimmer schön eingerichtet, alles ihrer Grösse und Geschmack angepasst. Sofort fühlte sie sich dort wohl. Sie trat wieder ans Fenster. Sie sah vor sich eine belebte Strasse. Alles Socken wie sie. Na, ja vielleicht nicht ganz so wie sie, manche haben viel besser ausgeschaut als sie, aber manche auch schlechter, mit Löcher oder unschönen Verfärbungen oder total ausgeleierten Gummi. Es war interessant das Treiben auf der Strasse zu beobachten und Graumäuschen vergass wie die Zeit verging. Warum auch nicht? Irgendwie war sie da zufrieden und entspannt, obwohl sie schon gerne gewusst hätte, wo und wie sie sich befand. Sie wurde aus ihren Gedanken in die Gegenwart gerissen.

Direkt vor ihrem Fenster spielten zwei kleine Kindersocken und machten dabei rechten Lärm. Graumäuschen traute sich endlich, machte ihr Fenster auf und rief die Kindersocken. „Hallo! Ihr zwei! Wie geht es Euch? Was macht ihr hier?“ „Guten Tag! Wir spielen nur ein wenig und wer sind sie?“ Antworteten die Zwei artig. Graumäuschen lehnte sich bequemer aus dem Fenster und lächelte die Kindersocken an. Sie erkannte die Zwei von dem Streit mit dem Hellblauen Socken von vorhin. „Ich bin Graumäuschen und wer seid Ihr!“ Ich bin Rüschelchen“ antwortete couragiert der kleine rosa Socken mit einem weisen Rüschen. „Und ich bin Blaubärchen“ sagte der andere mit gewollt tieferer Stimme. Der war hellblau mit dunkelblauem Bärchen drauf. „Sind wir zu laut gewesen? Tschuldigung, es war so lustig.“ „Nein, nein, ist schon recht, dass stört mich doch nicht, ich kenne mich mit Kindern aus, meine Eigentümerin hatte ein kleines Mädchen und das war auch manchmal recht laut und ich habe es auch lustig gefunden, aber jetzt bin ich hier irgendwie gelandet, und weiss gar nicht wo die alle sind.“ „Hm, wer alle?“ „Na, das Mädchen, meine Eigentümerin, meine Partnerin und so.“ „Ha,ha,ha, die wissen eigentlich auch nicht wo sie sind. Aber wir wissen das.“ „So? Und wo bin ich?“ „Haben sie Schokolade?“ „Was? Schokolade? Wozu braucht ihr das?“ „Na, zum essen doch!“ Antworteten die beiden ungeduldig. „Haben sie? Ja, oder nein?!“ „Wie, was?, Schokolade?“ „Nicht schon wieder! Ja, Schokolade, zum essen!“ „Und wo soll ich das haben?“ „Na in der Küche in ihrem Haus!“ „habe ich eine Küche?“ „Ja doch gehen sie schauen und bringen sie uns die Schokolade, dann sagen wir Euch noch mehr, wie das hier so läuft und wo sie überhaupt sind.“ Versprachen ungeduldig die Kindersocken.

Graumäuschen drehte sich von Fenster weg und suchte in ihrem neuem Haus nach, die Küche. Sie fand es gleich, sie brauchte nur die richtige Türe in ihrem Wohnzimmer zu öffnen. Sie sah sich verwundert um. An der Aussentüre klopfte es ungeduldig. Graumäuschen war ganz verwirrt. Sie machte noch eine Türe auf, die, welche aus der Küche in die Diele führte. Jetzt fand sie endlich den Ausgang. Neugierig trat sie hinaus und sah sich um. Ihr Häuschen hatte eine schöne satte gelbe Farbe. Über der Haustüre war unterhalb von der Laterne eine Nummer aufgehängt 14. „Ah die vierzehn.“ Wiederholte automatisch Graumäuschen für sich. Jemand zupfte sie an der Hose. „Ja, ja vierzehn, gehen wir jetzt endlich hinein, schauen wir zuerst nach der Schokolade!“ „Na hört mal, Ihr seid so richtig süchtig danach! Schämt euch!“ „Aber nein. Das ist nur… Wir haben es einfach nur eilig, und da wir gerade in der Nähe waren, haben wir gedacht, dass wir ihnen auch ein bisschen helfen. Dafür gibt es aber Schokolade. Das ist alles.“ „So, so, na dann hilft mal! Sehen wir, was daraus wird!“ Sagte Graumäuschen belustigt und trat zu Seite damit die Kindersocken hinein gehen konnten. Sie liefen direkt in die Küche und dort unbeirrt öffneten einen der Schränke und siehe da, sofort fanden sie die so begehrte Schokolade. Gierig stopften sie sich die kleinen Münder voll. „So, und jetzt, wo ihr euch so voll stopft, wie könnt ihr mir sagen, was ich wissen will?“ Sie wedelten verzweifelt mit den Händen und verdrehten die Augen. Bald waren sie verschmiert, hörten aber nicht auf. Nach einer Weile versuchten sie was zu sagen, natürlich mit vollem Mund. Graumäuschen gab es auf, sie verstand sowieso nichts. Sie lies die Kindersocken in Ruhe und schaute sich selbst um.

Auch die Küche war schön, für ihren Geschmack und Bedürfnisse angenehm eingerichtet. Wie sie gesehen hatte als die Kindersocken die Schokolade herausholten, waren auch die Schränke voll mit Lebensmittel und Gebrauchsgegenständen gefüllt. Wer hat das gemacht? War es wirklich alles für sie? Oder wohnte jemand anderes hier und wird er sie irgendwann mit schimpfen als Eindringling hinauswerfen?

Irgendjemand zupfte sie von hinten an ihrem grauem Shirt, als ob er ihre Gedanken lesen konnte. „Das ist wirklich alles für Dich hier so gemacht, damit Du hier glücklich bist, so ein, ein Paradies, sagt man dem, glaube ich.“ Brachte endlich Blaubärchen hervor, nach dem er sich artig am Spülbecken Hände und Mund gewaschen hatte und nun tropften dicke braune Tropfen auf den geglänzten Boden. Blaubärchen merkte das und versuchte die Kleckse mit seinen kleinen Füssen zu verwischen. Graumäuschen hängte von Hacken ein Tuch, trocknete den Blaubärchen ab und erwischte gerade noch rechtzeitig Rüschelchen, als sie sich von dem Spülbecken wand um die Katastrophe zu vervollständigen. Sie putzte und trocknete beide ab und wischte auch den Boden sauber.

Sie führte sie energisch aus der Küche ins Wohnzimmer und setzte sie auf das Sofa.

„So, aber jetzt erzählt ihr mir alles der Reihe nach, alles, was ich wissen möchte, Habt ihr versprochen! Soviel Schokolade, wie ihr gegessen habt, das gibt sicher viel mehr Antworten als ich Fragen habe. Dann heraus damit!“

Die Kindersocken haben sich in Gegenwart von Graumäuschen sehr wohl gefühlt und erzählten ihr bereitwillig alles was sie wissen wollte, ja sogar beschrieben auch manche von ihren Nachbarn, samt ihren Charakteren und Gewohnheiten. „Damit sie mit ihnen besser umgehen konnte.“ Wie sie ihr erklärten, denn diese manche waren ein bisschen „gewöhnungsbedürftig“, wie sie sagten. Graumäuschen konnte sich ihres Lächelns nicht wehren, sie lachte laut auf. „Ihr seid mir aber guten Fremdenführer und grosszügig, aber danke, das habt ihr grossartig gemacht! Jetzt kenne ich mich hier so gut aus, als ob ich immer nur hier gewesen wäre. Danke!“ „Können wir zu Dir wieder kommen auch wenn Du uns nichts mehr fragen willst?“ “Selbstverständlich, auch dann. Ich freue mich immer, wenn ihr mich besucht.“ Antwortete Graumäuschen, welche gemerkt hatte, dass das lange ruhig Sitzen auf dem Sofa den Kindersocken schwer fiel und so schickte diese wieder zum spielen hinaus. Beide sprangen fröhlich auf und, weg waren sie. Graumäuschen blieb eine Weile sitzen. Das, was sie von den Kindersocken erfahren hatte gab ihr zu denken. Na, ja es war halt so, nicht einmal schlecht. Ändern konnte sie es ja sowieso nicht und so gab sie sich zufrieden damit und nahm sich vor, alles noch selbst auszukundschaften. Gerade wollte sie aufstehen und hinausgehen, als es an der Aussentüre polterte. Sie hörte auch Hilferufe, die Stimme kam ihr bekannt vor. War das nicht schon wieder diese schöne blaue Socke, welche vorhin mit den Kindersocken stritt? Die Schreie klangen jedenfalls ähnlich.

Graumäuschen beeilte sich zur Türe, machte auf und sah tatsächlich vor sich eine verklebte zerzauste kreischende Lunanelblue, welche in einen Duschvorhang eingewickelt war. „Die Monster! Kann ich endlich rein! Was machst Du so lange, bis du aufmachst? Alle starren mich an. Das ist lächerlich in diesem Zustand! Und dass gerade, wo ich mich schön machen wollte. Schau, wie sie mich zugerichtet haben!“

Graumäuschen stand nur da, den Mund offen, bereit Fragen zu stellen, kam bei dem Wörterschwall aber nicht dazu. „Brauchst gar nicht fragen was passiert ist. Das erfährst Du gleich! Deine Lieblinge haben sich nämlich, während ich in der Dusche war, in mein Haus hineingeschlichen, vor der Dusche im Badezimmer mein Weichspülmittel auf den Boden geleert. Der Vorhang war zu, ich habe nichts gemerkt und als ich dann hinaus getreten bin, rutschte ich derart aus, dass mich nur der Duschvorhang rettete. Sonst hätte ich mir sicher alle Knochen gebrochen, wenn ich welche hätte! Stattdessen bin ich voll verschmiert von meinem Weichspülmittel und derart verwickelt in diesen verdammten Duschvorhang, dass ich mich gar nicht rühren kann und selbst befreien schon gar nicht! Na! Steh nicht so blöd da! Mach die Türe zu! Hilf mir daraus! Mach schon was endlich! Und dass Du ja nicht lachst!“

Graumäuschen machte schnell die Türe zu. Es kam ihr gelegen, dass sie der stürmischen Besucherin den Rücken zugedreht hatte, denn trotz des Verbotes, konnte sie sich dessen nicht erwehren. Bis sie ihre Gesichtszüge beherrschen konnte, blieb sie ihrer Besucherin abgewandt. Diese merkte es zum Glück in ihrer ganzen Aufregung gar nicht.

„Wann sollte das denn alles passiert sein? Die Kindersocken waren die ganze Zeit bei mir. Weggegangen sind sie gerade knapp bevor Du kamst. Eigentlich müsstest Du sie noch auf der Strasse gesehen haben!“ Hab ich ja, aber so verwickelt wie ich war konnte ich sie nicht jagen. Das hole ich aber noch nach! Hilf mir jetzt endlich daraus!“ Zeterte sie ungeduldig und als Graumäuschen sie mit einiger Mühe von dem Vorhang befreite, verschwand sie in ihrem Badezimmer und rief aufgeregt noch von dort hinaus. “Das bezahlen sie mir, das schwöre ich!“

Graumäuschen sorgte sich um ihre neuen Freunde, wusste sie doch dass sie unschuldig waren. Sie versuchte die aufgeregte Lunanelblue zu besänftigen. „Sag mal, es gibt doch nicht nur diese zwei kleinen Kindersocken, ich habe da auf der Strasse einen ganzen Haufen gesehen, da, wo Du mit ihnen gestritten hast!“ „Ist mir gleich! Bezahlen werden es diese zwei und wage ja nicht zu versuchen mich daran zu hindern!“

Jetzt wurde Graumäuschen wütend. Sie sprang in die Dusche, Zerrte die nasse Lunanelblue hinaus, achtete nicht darauf, dass sie selbst dabei nass wurde und zerrte sie zum Ausgang. „Du aufgeblasenes arrogantes selbstgefälliges böses Ding! Raus aus meinem Haus! Diese Zwei haben dir nichts gemacht und natürlich werde ich es allen sagen und auch wie du dich zu ihnen benommen hast, das hat man hier sicher nicht gern, du unmögliche du…“

Lunanelblue war überrascht von der Heftigkeit Graumäuschens Ausbruchs und auch erschrocken, den diese beförderte sie unbeirrt zum Ausgang. „Haalt! Haalt! Können wir nicht darüber reden? Lass mich los! Ich kann doch nicht so nass auf die Strasse! Ich kann mich erkälten!“ „Tut Dir ganz gut etwas Abkühlung!“ Liess Graumäuschen nicht locker. „Bitte! Die werden alle über mich lachen! Lass mich bitte los! O.K., O.K., Du hast gewonnen, ich sage nichts. Es ist wahr, ich weiss ja gar nicht, wer das war.“ „Und möglicherweise hast DU es selbst ausgeleert, als du in die Dusche gestiegen bist, so eilig wie du es hattest.“ Betonte Graumäuschen, schon an der Türe angelangt. „Ja! Ja! Las mich jetzt los, kann ich jetzt wieder hinein? Bitteschön?“ „Dann gehe doch, aber kein böses Wort mehr über die Kindersocken! Sie brauchen Verständnis und nicht Jähzorn!“

Lunanelblue verschwand wieder in Graumäuschens Badezimmer und als sie nach sehr langer Zeit wieder erschienen war, sah sie wieder sehr schön aus und hatte sich wieder beruhigt. Gerade hatte sie sich überlegt, ob sie ihre Versprechungen nicht wieder zurücknehmen könnte, als ihr Graumäuschen resolut entgegen trat. „Denk gar nicht daran!“ Sie hielt eine Öl Flasche in ihrer Hand. „Wo, woran?“ Stammelte Lunanelblue. Sie hatte erschrocken gemerkt, dass Graumäuschen ihr Vorhaben erraten hatte. „Ist schon gut, stell es weg, war nur so eine Idee.“ Sie bemühte sich nicht einmal es zu leugnen. Sie verstand, dass Graumäuschen nur noch wütender wäre. „Na also, dann verstehen wir uns¨“ Graumäuschen stellte die Ölflasche langsam wieder in den Schrank. Lunanelblue streckte ihr die Hand vor. „Frieden? Was meinst du? Wir müssen gar nicht streiten! Wir könnten Freundinnen werden, was meinst du?“ Gegen eine Freundschaft konnte Graumäuschen nichts einwenden, obwohl sie dieser plötzlichen Sinneswandlung nicht allzu sehr traute. Sie konnte sich sehr gut vorstellen, dass sobald es die Interessen von Lunanelblue irgendwie tangierte, würde sie keine Freundschaft kennen. Trotzdem hatte sie ihr Angebot angenommen, da sie keine Lust hatte den Streit weiter zu führen. Im Moment wollte sie einfach ihre Ruhe haben, sie wollte sich gewisse Sachen, die sie von den Kindersocken erfahren hatte, überlegen. So drückte sie Lunanelblue den zusammengelegten Duschvorhang in die Hände und beförderte sie wieder zu Türe. „Gut, gut, wir schliessen Freundschaft, wenn du dich anständig zu den Kindersocken benimmst, aber jetzt habe ich zu tun, wir sehen uns später.“ „Was, du jagst mich hinaus? Wir haben gerade Freundschaft geschlossen, da wäre wenigstens ein Essen drin. Ich habe mächtigen Hunger, so schön wie ich jetzt bin kann ich doch nicht kochen. Da wäre schon angebracht, dass du mir was machst! Sowieso bist du erst gerade angekommen, was hast du so wichtiges zu tun?“ „Das geht dich gar nichts an und wenn du Hunger hast, dann koch dir selbst was, oder such dir jemanden anderen der dumm genug ist um dir zu dienen, ich bin es nicht.“ Und Graumäuschen öffnete die Türe und schubste Lunanelblue kurzerhand hinaus und schloss sie energisch hinter ihr. „Freundschaft, tse! Das stelle ich mir anderes vor!“ Graumäuschen ging ins Wohnzimmer, dort an der Wand hing ein schön verzierter Spiegel. Sie schaute hin, natürlich wusste sie, dass sie keine Schönheit war. Es hatte sie aber nie gestört, sie hatte sich immer gut gefühlt, wenn sie sauber und frisch gewaschen war, und schlecht, wenn sie verschwitzt und stinkig wurde. Zum Glück verschwand sie nach der Wäsche von der Wäscheleine und so war sie mit sich ganz zufrieden und zu kochen für die andere hatte sie keine Lust. Sie setzte sich in das Sofa in ihrem neuem Wohnzimmer und dachte nach. Im Grunde genommen genoss sie ihre Freiheit und das nichts tun. Später wollte sie sich die Umgebung ansehen, aber das eilte nicht. Geniesserisch schloss sie die Augen und entspannte sich.

 

 

4.Das Fest

Plötzlich hörte man von der Strasse grossen Lärm. Kinder Rufe, Trommelschläge, Trompetenkreische. Alle Socken, welche in ihren Häuser waren, eilten zum Fenster und lehnten sich hinaus um besser zu sehen, was den eigentlich war. Diejenigen, welche sich bereits auf der Strasse befanden, bildeten einen Kreis um die mit Musikinstrumenten bewaffneten Kindersocken. „Fest! Heute Abend gibt es ein Fest!“ „Was, was für ein Fest?“ Fragten die neueren, die noch keins erlebt hatten. „Das werdet ihr sehen, es ist was sehr schönes, mit Konzert und Tanz danach!“ Graumäuschen erkannte in der Gruppe der Kindersocken auch ihre kleinen Freunde. Diese winkten ihr wild entgegen und als sie gemeint hatten, dass sie nicht verstand, was sie ihr mit Zeichen sagen wollten, das war auch der Fall, trennten sie sich für einen Moment von ihrer lärmenden Gruppe und sprangen zu ihr. „Es gibt nicht nur Musik und Tanz, wir machen auch einen Wettkampf und dann spielen wir ein Theaterstück, ganz lustig. Kommst du?“ „Sicher.“ Entgegnete Graumäuschen fröhlich. „Und ich werde dort solo singen!“ Rief voll Begeisterung Lunanelblue. „du? Kannst du das denn?“ Fragten zweifelnd die umstehenden Socken. „Wartet es mal ab, bald werdet Ihr es sehen.“ Antwortete selbstgefällig Lunanelblue.

„Und wo soll denn das grosse Ereignis stattfinden?“ Fragte zweifelnd Sportie. „Wenn es nämlich im Sportstadion stattfinden sollte, gehe ich nicht hin. Das letzte mall verschwanden von dort 2 Socken. Es ist einfach zu nahe an der Grenze.“

„Was ist denn los hier? Warum schreien den alle so?“ Fragte ganz erschrocken Frau Zehenloch welche etwas später aus ihrem Haus durch den Lärm angezogen hinaus lief. „Warum machen die Kindersocken so einen Lärm? Und alle freuen sich deswegen?“ Fragte sie rechts und links. Niemand beachtete sie. Alle waren selbst mit Fragen beschäftigt, denn durch den Lärm gingen ihnen die wichtigen Informationen verloren. Zum Schluss aber erfuhr jeder dass was er wollte. Wann und wo das Fest stattfinden würde. Etwas anderes erfuhren sie aber nicht und zwar die Befürchtungen von Sportie. Der hatte es nicht zweimal gesagt. Leise entfernte er sich von der Menge, ging schnell Nachhause und verbarrikadierte sich dort mit dem Vorhaben erst viel später nach dem Fest wieder zu erscheinen. „Da werden wir schon sehen, wer wieder fehlen wird. Mir kann es recht sein, Hauptsache ich bin es nicht, vielleicht lassen uns die Klonen nachher eine Weile in Ruhe.“ Brummte er vor sich, schloss auch die Fensterladen und verkroch sich ins Bett. Er wollte die kritische Zeit verschlafen. Von Angst klapperten ihm die Zähne.

Die anderen aber voll Freude folgten den lärmenden Kindern in das festlich geschmückte Stadion und jeder suchte sich den besten Platz um den Spektakel am besten geniessen zu können.

Frau Zehenloch schaute sich voll Verwunderung um sich. Das hätte sie gar nicht für möglich gehalten, dass in Singelsockenheim so viele Socken lebten. „Und alle die sind auch wie ich verloren gegangen?“ Wunderte sie sich. Gerade wollte sie ihre Feststellung ihrer Nachbarin mitteilen, als die festliche Beleuchtung angeschaltet wurde. Auf die Fläche mitten im Stadion liefen alle Kindersocken schön artig nach Farben geordnet und bildeten unter Musikklängen verschiedene Formationen. Frau Zehenloch wunderte sich. „Wann haben die Kleinen es den geübt? Ständig spielten sie auf der Strasse.“ Dann folgte ein Theaterspiel, welches sehr lustig war und man sah, dass es auch den Kindersocken richtig Freude bereitete dieses zu spielen. Nach einer kurzen Pause kam dann ein Konzert dran, wo Musik aus grossen Lautsprechern kam und alle konnten in die Mitte von Stadion gehen und dort nach den Klängen der Musik tanzen. Als bestes Beispiel voran sind natürlich die Kindersocken gewesen und haben wirklich sehr schön getanzt. Frau Zehenloch hatte natürlich nicht vor es ihnen gleich zu tun, da sie sich dafür zu alt fühlte, aber sie schaute den Anderen mit grösster Freude zu. Plötzlich gab es bei den Musikschaltpulten ein Aufruhr. „Natürlich, Lunanelblue.“ Wie sie schon angekündigt hatte, wollte sie auch etwas vorführen. Sie wollte singen, und zwar eine bestimmte Musik. Eine Weile hatte sie sich mit den Verantwortlichen gestritten, bis sie ihren Willen bekam. Sie schnappte sich das Mikrofon, kletterte auf die Bühne und verschaffte sich gebieterisch Ruhe. Als manche mit der so erzwungenen Unterbrechung nicht einverstanden waren und wollten weiter tanzen, versprach sie ihnen, dass sie bei ihrem Gesang ja auch weiter tanzen könnten. Somit erwarteten alle die ersten Töne von der Musik ungeduldig aber still. Lunanelblue gab den Musikern gebieterisch ein Zeichen und es ging los. Alle wunderten sich. Sie haben erwartet, dass Lunanelblue nichts Anständiges zustande bringen wurde. Da haben sie sich aber getäuscht. Alle horchten überrascht auf, als sie ihre schöne und klangvolle Stimme hörten. Sie hofften nur, dass sie nicht so schnell aufhörte. Das hatte sie auch nicht vor, es war ihr Triumph. Sie hatte sehr wohl gemerkt, dass sie die meisten Einwohner von Singelsockenheim nicht ernst nahmen. Und sie sang immer besser wie sie an Selbstsicherheit gewann. Graumäuschen war angenehm überrascht. „Schau mal an! Das Biest kann doch was.“ Dachte sie sich schmunzelnd. „Na, die wird wieder angeben, wenn sie mall von der Bühne herunter kommt!“ Aber Graumäuschen mochte ihr das Genugtun gönnen. Alle lösten sich langsam aus dem Bann der Überraschung und fingen wieder zu tanzen an.

Plötzlich wurde es Dunkel, die Lichter löschen ab. Am Anfang meinten welche, dass es sich um einen dummen Streich der Kindersocken handelte und haben angefangen zu rufen und pfeifen, bis jemand plötzlich rief: “Die Klonen sind da! Läuft weg! Die Klonen! Rettet Euch! Die Klonen!“ Es gab ein grosses Chaos, alle rannten rechts und links, da sie sich in der Dunkelheit nicht orientieren konnten und als sie in das Stadion hinein kamen hatten sie nicht geachtet, wo die Ein und Ausgänge waren. Der grösste Tumult war unten auf der Tanzfläche in der Mitte von Stadion. Alle drängten sich auf das Podium. „Nein nein!“ schrie Lunanelblue „Das ist nur für mich! Geht weg!“ Alle drängten sich dort hinauf, nicht weil sie dachten es wäre für sie sicherer, aber es war der einzige orientierungs- Punkt den sie in der Dunkelheit hatten.

Frau Zehenloch sass auf ihrem Platz. Vor Schrecken konnte sie sich sowieso gar nicht rühren. In der Dunkelheit könnte sie auch kein Schritt machen ohne die Gefahr einzugehen all die Treppen herunter zu rollen und dazu hatte sie keine Lust. Von der anderen Seite, überlegte sie fieberhaft, hatte man ihr gesagt, dass weil sie ein Loch hatte, wäre sie vor den Klonen sicher. „Das wird sich jetzt zeigen!“ Dachte sie sich und zur Sicherheit kauerte sie sich zusammen auf ihrem Platz. „Irgendwann wird das Licht schon wieder angehen.“ Tröstete sie sich.

Graumäuschen war gerade auf die Tanzfläche angelangt, als das Licht ablöschte. Sie wurde durch die anderen Socken hin und her geschupst. „Nur nicht umfallen!“ Dachte sie angstvoll. Greifend um sich konnte sie noch ein paar Kindersocken vor dem zertrampeln retten in dem sie diese im letztem Moment hoch zog. Diese rissen sich dann aus ihren Händen und verschwanden dann wieder in der Dunkelheit. Sie hörte die Schreie von Lunanelblue und diese kamen immer näher. Durch die Menge wurde sie auf die Bühne fast hinaufgetragen. Irgendwie musste sie sich in der Nähe der Treppe, welche dort hinaufführte, befunden haben. Es gab kein Entrinnen. Jemand packte sie am Arm und schrie ihr ins Ohr. Lunanelblue „Ich will hier weg! Bringt mich weg! Das ist nicht lustig! Wer macht solche Witze!“ „Hör auf mir ins Ohr zu schreien! Ich kann nicht dafür!“ Schrie Graumäuschen zurück und versuchte ihren Arm zu befreien. „Lass mich los, du machst mir weh!“ „Das könnte dir so passen! du bringst mich hier hinaus! Sind wir nicht Freundinnen geworden?“ „Und wie soll ich das bitteschön machen? Meinst du, ich sehe mehr als du?“ „Ist mir gleich, Mach was! Ich lasse dich nicht los, auch wenn ich dir die Hand malträtiere, na mach schon!“ In dem Moment wurden die Beide in ein Netz eingefangen, ganz fest zusammengeschnürt, hochgehoben und getragen. Wohin, das konnten sie in der Dunkelheit nicht sehen. „Graumäuschen! Ich habe so eine schlechte Ahnung!“ Jammerte leise Lunanelblue. „Ich auch, sei still!“ Flüsterte ihr Graumäuschen zu.

Sie wollte aber nicht still sein. Immer noch hoffte Sie , sich retten zu können von dem Schicksal den sie erahnte. „Ich habe doch sicher keinen Klon, ich bin einzigartig!“ „Du vielleicht, ich aber sicher einige. Meine Eigentümerin kaufte sich ihre Socken in Duzenten und immer die gleichen. Das ganze hat sicher mir gegolten oh weh!“ „Recht geschieht Dir, was soll aber Ich dafür, jetzt bin ich hier mit dir gefangen und muss den gleichen Schicksal erleiden? Sicher nicht! Hilfe, Hallo; sie haben die falsche gefangen! Lassen sie mich los! Sie da! Hören sie!“ Sie bekam einen Schlag in die Seite. „Still halten!“ Sie begriff, dass es für die Klonen gar nicht leicht war sie zu tragen, deshalb fing sie an zu zappeln und strampeln, trotz Graumäuschens Reklamationen weil sie ihr Weh tat. Plötzlich fielen sie auf den Boden. Beide haben hart aufgeschlagen. „So, du Unmögliche, Dann läuft ihr eben. Ihr müsst nicht meinen, dass ihr davon läuft!“ Die Klone banden die beiden ganz fest zusammen

, nur die Füsse liessen sie ihnen frei und zogen sie grob hinter sich. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als hinter ihnen zu stolpern. Mehrmals sind sie umgefallen und machtlos mussten sie warten, bis die Klonen sie wieder auf die Beine stellten. „Na, gefällt es dir so besser?“ Machten sie sich über Lunanelblue lustig. Sie antwortete nicht. Sie war schockiert von einer solchen Behandlung. Endlich waren sie irgendwo angekommen. Die beiden Gefangenen haben nicht viel gesehen, bis plötzlich vor ihnen eine Türe aufgegangen war und sie hindurch geschubst wurden. Nun konnten sie endlich sehen. Der grosse Raum war schwach beleuchtet aber immerhin haben sie alles um sich sehen können. Neugierig sahen sie sich um. Sie standen in einem grossen Raum, eigentlich sahen sie ihn nicht ganz, weil das Licht reichte nicht bis in die Ecken. Es hatte dort recht „Muffig“ gerochen. Das war auch kein Wunder, weil der Raum keine Fenster hatte und wie die beiden Gefangenen aus dem Lärm herausfolgern konnten, war er voll mit verschiedenen Socken.

„Na, wen haben wir denn da? Neuer Zuwachs? Aus dem Fest? Denen werden wir erst das Tanzen beibringen!“ Na? Ist es nicht schön bei uns? Hat Euch das die Sprache verschlagen:“ Beide sahen sich um, wer zu ihnen so rau sprach. „Höher! Höher! Na, Hallo! Da bin ich!“ Rief sie eine vorwitzige Stimme. Sie hoben den Kopf und sahen sie Sie. Eine Strumpfhose mit Laufmasche. Da erhob sie sich hoch über ihren Köpfen und wackelte vorwitzig mit ihren dünnen Beinen. „Ja, hier befehle ich und seid sicher, hier herrscht ganz strenges Regime!“ Lunanelblue regte sich auf. „Du, Du grausige Spagetti hast mir gar nichts zu sagen, ich gehöre gar nicht hierher, wo ist bitteschön mein Klon, na, zeigt es mir!“ Vor lauter Aufregung riss sie an den Schnüren mit welchen sie mit Graumäuschen zusammengebunden war, bis sie beide beinahe umgefallen wären. Die Strumpfhose mit der Laufmasche wurde für einen Augenblick verlegen. „Kommt gleich.“ Versprach sie. „Na, Ihr unbrauchbaren!“ Schrie sie die zwei Militärsocken an. „Zeig es ihr! Wo ist der Klon? Warum ist er nicht da’ Und auch der von der anderen, der, der Mäusligen?“ „Da bin ich.“ Piepste es aus einer Ecke und auf dem erleuchteten Kreis erschien eine Socke, welche Graumäuschen ähnelte. Sie sah sehr zusammengedrückt und unterwürfig, stellte sich neben Graumäuschen und zitterte ganz. „Na, bitte! Da haben wir sie! Was Willst du noch?“ Wendete sich die Strumpfhose mit der Laufmasche zu Lunanelblue. „Und marsch zu Arbeit, bei uns wird nicht gefaulenzt!“ Sie wand sich zu den zwei Militärsocken, welche hier anscheinend die Rolle der Polizei innehatten. „Bringt sie weg, und dass sie schön arbeitet, die scheint mir eine ganz verwöhnte!“ Lunanelblue wehrte sich. „Für mich habt ihr aber kein Klon, niemand ist erschienen, habt ihr das denn nicht gemerkt?“ Die Strumpfhose merkte, dass Lunanelblue um ihre Freiheit kämpfen wollte koste es was will. Sie wurde wütend und wand sich an die Socken, welche die zwei Gefangenen gebracht hatten. „Also, was ist jetzt? Hat sie hier einen Klon oder nicht?“ „Hm, wohl nicht. In dem Moment, als wir das Netz über die da, und sie zeigten auf Graumäuschen, geworfen haben, umarmte die da, und zeigte auf Lunanelblue, sie fest und so ist sie auch in das Netz hineingeraten. „Siehst du! Ich gehöre gar nicht hierher! Behaltet ruhig die da und bringt mich gefälligst wieder zurück Nachhause!“ „Das würde dir so passen! Jetzt bist du da, Jetzt machen wir aus dir einen Klon und du wartest bis auf der anderen Seite dein Gegenstück erscheint. Bis dahin sorgst du hier für Sauberkeit und das richtig und jetzt marsch aus meinen Augen!“ Lunanelblue hatte keine Zeit mehr etwas einzuwenden, schon schnappten sie die Militärsocken und schleppten sie weg. Irgendwo im untersten Keller in diesem riesigen Gebilde schubsten sie in eine Besenkammer und befahlen ihr Besen, Wischer und weitere Putzutensilien mitzunehmen. So schwer beladen jagten sie ein paar Stockwerke hoch und befahlen ihr ein langes sehr verdrecktes Korridor zu putzen.

Graumäuschen inzwischen stand da und verstand nicht sehr viel von alldem, was um sie geschah. Als Lunanelblue mit ihren Begleitern verschwand, Drehte sich die Strumpfhose mit der Laufmasche zu ihr und dem Klon. „Na, was steht ihr noch da? Weißt du nicht was du zu tun hast? Jetzt bist du Kein Klon mehr. Du hast das Sagen und die andere ist die Sklavin!“ Graumäuschen staunte. Noch vor Augenblicken stand neben ihr ein zusammengedrücktes unterwürfiges Söcklein. Nach den Wörtern der Strumpfhose richtete sie sich auf und wurde herrisch. „Ja, stimmt wir gehen gerade.“ Sie packte Graumäuschen am arm und schleppte sie unsanft weg. „Beweg dich!“ Herrschte sie Sie an. „Dann sag wenigstens wohin soll ich mich bewegen!“ Entgegnete Graumäuschen wütend. „Nicht maulen sonst gibt’s was!“ Machte sich die andere Socke stark. Sie genoss sichtlich ihren neuen Stand. Sie führte Graumäuschen in ein riesiges Treppenhaus. Dort zeigte sie hinauf. „Da gehen wir hin, in den Gebrauch und jetzt beweg dich ich will hier nicht ein Moment länger bleiben als es nötig ist!“

 

5. Das Fest ist noch nicht zu Ende.

 

Frau Zehenloch hörte um sich Rufe und Schreie derer Socken, welche es wagten in der Dunkelheit die Treppe auf die Fläche des Stadions hinunter zu gehen. Entweder wurden sie geschubst von den anderen herum taumelnden Socken welche sowohl die Orientierung wie auch ihre Ruhe und Umsicht verloren hatten, oder sie selbst falsch tretend umfielen und andere mit sich rissen. Sie hielt ihre Augen fest verschlossen, obwohl sie in der Dunkelheit sowieso nichts gesehen hätte. Mit schrecken drückte sie auch ihre Ohren mit beiden Händen zu. Sie konnte die verzweifelten Schreie nicht mehr hören. Deshalb merkte sie nicht sofort, dass das Licht wieder angeschaltet wurde und jemand am Mikrofon versuchte Ruhe zu verschaffen. Jemand schüttelte sie an der Schulter. Sie erschrak noch mehr und kauerte sich zu einem kleinen Bündelchen zusammen. Das Ziehen und Schütteln hörte jedoch nicht auf. Endlich öffnete sie die Augen. Das Stadion war wieder schön festlich beleuchtet. Die meisten Socken sassen wieder auf ihren Plätzen, bis auf diejenigen welche sich mehr weh auf der Treppe getan haben und wurden weg getragen. „Wohin bringt man sie?“ Fragte angstvoll Frau Zehenloch ihren Nachbar welcher sie vorher geschüttelt hatte, damit sie die Augen öffnete. „Wohin sonst? Nachhause natürlich, in en paar Tagen sind sie wieder munter und gesund auf der Strasse.“ „Das Programm geht weiter!“ Klang es aus dem Lautsprecher. „Verzeiht uns diese kleine Panne, wir werden versuchen Euch dafür zu entschädigen mit noch schönerer Musik.“ Und prompt klang sie aus den Lautsprechern. Die Socken sassen da und wussten nicht was tun. Sollten sie das Fest fortsetzen, oder sollten sie Heim gehen? Eigentlich wollten sie jetzt auf keinen Fall alleine sein. Von der anderen Seite hatten sie Angst, dass sich dieser Zwischenfall wiederholen könnte. Hingegen die Kindersocken hatten ihren Spass wieder und tanzten mit unverminderter Energie wieder. Die anderen Socken sahen sich um. Sehr wohl haben sie vorhin die Rufe über die Klone gehört und die meisten wussten auch was es bedeutete. Das verschwinden von Graumäuschen hat niemand bemerkt. Sie war zu unscheinbar und auch nicht so lange in Singelsockenheim. Hingegen Lunanelblue hatte auf sich genug aufmerksam gemacht damit sie jetzt merkten dass sie fehlte.

Auch Frau Zehenloch entging ihr fehlen nicht. Flüsternd teilten sich die anderen Socken diese Nachricht mit. Ein leises Geflüster machte eine Runde durch das ganze Stadion. Aber eigentlich wusste Niemand so recht, ob er sich Sorgen machen sollte, oder Erleichtert sein, weil der Spuk jetzt vorbei war, sie verschont blieben und die verschwundene Lunanelblue sowieso nicht mochten. Viele sagten, dass jetzt nichts mehr passieren kann, die Klone haben sich geholt, was sie wollten und jetzt droht keine Gefahr mehr. Das wäre eigentlich doch ein zusätzlicher Grund zu feiern und viele taten es auch.

Frau Zehenloch konnte das nicht verstehen. Gut, diejenigen, welche so ein Fest noch nicht erlebt hatten, die wussten nicht, was sie erwartet. Was ist aber mit denjenigen, welche so was schon einmal erlebten? Warum sind sie dahin gegangen wenn sie wussten was für eine Gefahr auf sie lauerte? Vielleicht doch nicht alle! Frau Zehenloch erinnerte sich an den Aufstand von Sportie, welcher nicht nur nicht zum Fest gegangen war, sondern verbarrikadierte sich in seinem Haus zusätzlich. Wahrscheinlich war er selbst einmal das Opfer solchen Festes. Gab es also doch einige Socken, welche vorsichtig waren und dieses Fest mieden und Zuhause blieben? Auf jeden Fall jetzt wusste Frau Zehenloch Bescheid und nahm sie sich vor das nächste mal vorsichtiger zu sein, obwohl alle meinten, dass mit einem Loch wäre sie vor den Klonen sicher. Waren es die anderen, welche Heute hier waren auch? Sind hier nur welche, die keine Ahnung von der Gefahr hatten, und die, welche sich sicher waren, das ihnen nichts passieren kann? Warum haben sie die Ahnungslosen nicht gewarnt? War es Absicht? Damit diese dann die potentiellen Opfer werden und die anderen somit einen grösseren Schutz erhalten? Haben sie sich hier in Singelsockenheim so sehr gelangweilt, dass sie auf dieses Vergnügen nicht verzichten wollten? Hat dieses Risiko ihr Vergnügen noch erhöht? Langsam war sich Frau Zehenloch fast sicher. Das Fest wurde immer wilder. Die Tanzpiste war so voll, dass die Kindersocken verdrängt wurden, damit sie der Gefahr des Zertrampelns entgehen. Alle, die auf der Piste kein Platz fanden, versuchten auf ihren Plätzen auf den Tribünen zu tanzen. Alle waren übertrieben ausgelassen und fröhlich. Frau Zehenloch wusste nicht was machen. Sollte sie bleiben? Sie war von dem Geschehenem schockiert und fand darin kein Anlass zum Feiern. Von der anderen Seite hatte sie keine Lust Heim zu gehen. Angst? Nein die hatte sie nicht, höchstens, dass sie in der wogenden Menge umfallen könnte. Plötzlich zupfte sie jemand an Ärmel. „Du tanzt nicht? Findest du das auch blöd oder bist du müde? Komm mit uns, wir zeigen dir etwas!“ Frau Zehenloch drehte sich um und sah Rüschelchen vor sich. Hinter ihr drängten sich um sie auch die anderen Kindersocken. „Was wollt ihr mit mir anfangen, ich bin alt, holt euch für euere Streiche jemand jüngeren.“ Weigerte sie sich noch mehr Abenteuer über sich ergehen zu lassen. Aber die Kindersocken sprangen um sie ungeduldig. Sie waren so richtig aufgedreht von dem ganzen Trubel. Kein Wunder! Sie durften schreien so viel sie wollten, tanzen, springen und essen so viel sie wollten. An diesem Abend gab es keine Einschränkungen und sie nützten es im vollen Mass. Zu dem dürften sie ihre schönen Kostüme anbehalten und sie liebten das Verkleiden so sehr. Frau Zehenloch sah sich die Kindersocken genauer an. Die Kostüme in den schrillen Farben die sie an hatten, standen ihnen gut. Rüschelchen war ganz im glitzerndem Rosa und sogar das Gesicht, Hände und Füsse waren glitzernd rosa. Nur ihre Augen strahlten sie blau an. Sie sah reizend aus. Sie wusste es auch und genoss das Interesse und die Zuneigung der Knabensocken sehr. Darüber hatte sich natürlich das Blaubärchen sehr geärgert, weil sie ihn ständig von seiner Freundin wegdrängten. Aber auch er sah sehr schön aus. Sein Bärchen trug eine glitzernde Rüstung und das übrige Kostüm sah so aus, als ob das Blaue Bärchen auf einem Ros sässe. In der Hand hatte er ein Spielzeugschwert, mit welchem er eifrig um sich schwang, damit er sich einen besseren Platz in der nähe von Rüschelchen erkämpfen konnte.

Frau Zehenloch hob die Hand, damit sie sich in diesem schreienden Knäuel Ruhe verschaffen konnte. „Wenn ihr verspricht etwas ruhiger zu sein, und mir die Treppe hinunter zu kommen hilft, komme ich mit Euch. Aber Vorsicht! Keine Streiche mit mir! Ich bin alt und es könnte schlecht herauskommen, verstanden?“ „Jaa, jaa!“ Riefen begeistert die Kindersocken. Zwar konnte sich Frau Zehenloch nicht vorstellen, warum die Kindersocken daran so interessiert waren, gerade sie mitzuhaben und ihr irgendetwas zeigen zu wollen, aber wenn sie sich das eingestehen würde, müsste sie zugeben, dass sie langsam neugierig wurde.

Wirklich halfen ihr die Kindersocken sehr bei den Treppen hinunter kommen und waren trotz ihrer Wildheit sehr fürsorglich. Anschliessend führten sie durch verschiedene Korridore unterhalb der Tribünen und durch verschiedene Räume in welchen Tische mit Essen standen und um sie weitere feiernde Socken. Merkwürdigerweise blieben die Kindersocken bei dem Essen nicht stehen. „Wahrscheinlich sind sie bereits satt, oder es ist für sie in einem anderen Raum gedeckt und sie dürfen hier gar nicht mitmachen.“ Dachte sich Frau Zehenloch, weil die Kindersocken sie energisch weiter zogen. Dabei hatte sie langsam auch Hunger und würde gerne bei einem von den mit Essen überladenen Tischen halt machen. „Später!“ Raunte ihr Blaubärchen ins Ohr, als er ihre Absicht bemerkte. „Wir sind gleich da.“ Tröstete sie eine andere Kindersocke, welche in ein schillerndes Gelb eingehüllt war.

Endlich waren sie am Ende eines langen Korridors angekommen. Sie sind vor einer Türe stehen geblieben. „So, und was jetzt?“ Fragte sie Frau Zehenloch. „Wie geht es weiter?“ „Na durch diese Türe.“ „Ja? Und warum geht ihr denn nicht durch? Warum sind wir da stehen geblieben, wo ihr doch gerade vorhin so eilig wart?“ Frau Zehenloch wurde argwöhnisch. Sie vermutete einen Streich. „Doch, wir haben es eilig.“ Erklärte verlegen Blaubärchen, „aber wir dürfen hier keine geschlossene Türen aufmachen. Deshalb haben wir dafür sie geholt.“ „So, und wieso habt ihr gerade mich dazu ausgewählt?“ „Weil wir gemerkt haben, dass sie nicht schimpfen wenn wir was anstellen und nett zu uns sind.“ Sprudelte es aus Blaubärchen heraus. „Ja, aber warum wollt ihr, dass wir gerade diese Türe aufmachen? Was befindet sich dahinter? Also, was steckt hinter dieser euer Geheimniskrämerei? Was verheimlicht ihr mir?“ Frau Zehenloch wurde die Sache langsam suspekt und sie bedauerte bereits, dass sie sich auf diesen Ausflug in das Innere des Stadions eingelassen hatte. Das haben auch die Kindersocken bemerkt und bekamen Angst, dass sie weg gehen würde und sie blieben unverrichteter Dinge vor der ungeöffneten Türe alleine. Sollten sie jetzt mit der Wahrheit herausrücken, oder würde die Situation für sie noch schlimmer? „Blaubärchen bemühte sich noch ein mall. „Es ist eine ganz normale Türe, aber das Geheimnis, welches wir ihnen zeigen wollten ist dahinter.“ „So, und wie seid Ihr denn dahin gekommen, wenn die Türe zu war und ihr sie nicht aufmachen dürft?“ Frau Zehenloch wurde langsam ärgerlich. Sie riss ihre Hände aus den Händen der Kindersocken, drehte sich um und wollte zurückgehen. „Nein, nein! Bitte nicht weg gehen! Wir erzählen ihnen alles!“ „Also, dann heraus damit!“ Befahl ungeduldig Frau Zehenloch. „Das ist aber eine lange Geschichte!“ Warnte sie Blaubärchen. „Wir haben Zeit.“ Entgegnete immer noch verärgert Frau Zehenloch.

„Also, als die Lichter im Stadion ablöschten“, fing Blaubärchen langsam zu erzählen, „weiter“ aufforderte ihn ungeduldig Frau Zehenloch, „habe ich mich gerade ganz nahe an Lunanelblue angeschlichen. Ich war gerade hinter einem Lautsprecher in ihrer nähe versteckt und wollte an ihrem Kleid zupfen, damit sie sich ständig umdrehte und ein Fehler beim Singen machte. Da löschte das Licht ab und ich habe lautes trampeln gehört und etwas trat mir auf die Hand. Am Anfang meinte ich, dass es sich um einen Streich handelte, und eins von den erwachsenen Socken, welche über das Benehmen von Lunanelblue verärgert waren, ihr Auftritt stören wollte. Deshalb bin ich vorsichtig von der Bühne heruntergeklettert und sagte den anderen Bescheid.“ „Wie konntest Du, es war stock dunkel?“ Glaubte ihm Frau Zehenloch nicht. „Für die Kindersocken kein Problem.“ „Kein Problem, kein Problem!“ Skandierten die anderen Kindersocken. Blaubärchen lächelte sie frech an. „Dann erzähl weiter!“ Forderte ihn Frau Zehenloch auf. „Lunanelblue wehrte sich wahnsinnig. Die waren sicher ganz verkratzt und voll Beulen.“ Erzählte mit Vergnügen Blaubärchen weiter. „Dann, als sie Sie weg tragen wollten, „wer wollte sie weg tragen? Weißt du wer das war?“ „Na eben die Klonen.“ Entgegnete Blaubärchen ungeduldig ob der Unterbrechung. „Gut, weiter?“ „Als sie Sie wegtragen wollten“, setzte er wieder an, „schnappte sie sich aus der Menge das Graumäuschen, und liess es nicht mehr los. Aber auch Graumäuschen wehrte sich wie wild und die kamen nicht nach. Beinahe wären sie ihnen entkommen, bis die Klonen plötzlich ein grosses Netz über sie geworfen hatten und sie wie die Würste eingewickelt hatten. So trugen sie die beiden weg. Wir wollten aber wissen, wohin sie sie bringen und sind ihnen nachgeschlichen.“ „Und wo sind sie mit ihnen hin?“ Wurde auch Frau Zehenloch durch das Erzählen mitgerissen. „Na, eben hierhin. Aber da war vorher keine Türe, nur eine leere Wand. Einer von ihnen holte aber einen grossen Schlüssel heraus und in dem Moment, als es die Wand berührte, erschien da an der Stelle eine Türe, diese Türe. Die sind mit den gefangenen Socken dort hindurchgegangen die Türe ging zu, aber verschwand nicht wieder, wie es sonst normal wäre. Immer verschwindet nachher eine solche Türe.“ Behauptete Blaubärchen. „Gut, die Türe ist nicht verschwunden, höchst wahrscheinlich sind sie durch den grossen Widerstand ihrer Gefangenen durcheinander gekommen und haben sie irgendeine Art Verriegelung, die es zum Verschwinden der Türe braucht, vergessen. Und warum habt ihr mich hierher geschleppt? Soll ich die Türe zum verschwinden bringen? Ich bin zwar alt und schusselig aber eine Hexe bin ich nicht, ich kann nicht zaubern.“ „Nein, ihr sollt nicht zaubern, ihr sollt nur die Türe aufmachen, damit wir sehen können, was dahinter ist.“ Platzte es aus Blaubärchen heraus. „Ach so, von wegen, ihr dürft keine geschlossenen Türen aufmachen, Lügen, lauter Lügen!“ Ärgerte sich Frau Zehenloch. „Ja, schon“, gab Blaubärchen kleinlaut zu“, aber wir wollten so sehr wissen, was dahinter ist, wohin haben sie Sie geschleppt… Nur wir hatten zu grosse Angst gehabt von dem was wir hinter der Türe entdecken würden…“ sagte endlich zögernd Blaubärchen die Wahrheit. „Bitte, bitte machen sie die Türe auf, wir werden sie ganz fest halten, damit sie nicht auch dahinter verschwinden, wir helfen ihnen ganz bestimmt, wenn was schlimmes passiert!“ „Ah, so ist es also, ihr Schlaumeier! Benützen wolltet ihr mich wie ein Versuchstier! Das ist aber nicht schön!“ Frau Zehenloch tadelte die sich schämende Kindersocken, war aber längst nicht mehr böse auf sie. Das haben diese sofort gemerkt und drückten sie sich an sie. Sie streichelte diese auf ihren geschmückten Köpfchen und setzte sich müde auf den harten Boden. „Jetzt bin ich aber müde. Ihr habt mich ganz schön durchgejagt. Diese Sache mit der Türe, muss ganz gut überlegt und vorbereitet werden. „Und was ist, wenn sie bis dahin verschwindet?“ Drängte auf eine schnelle Auflösung des Rätsels Blaubärchen. „Dann haben wir ein Problem weniger.“ Entgegnete Frau Zehenloch giftig. „Und jetzt still! Lässt mich nachdenken!“

„Was soll sie tatsächlich jetzt in dieser Situation machen? Kann sie den Entführten irgendwie helfen?“ Sie bezweifelte es. Viel mehr beschäftigte sie, ob das öffnen der Türe irgendwie für die Kindersocken oder für sie gefährlich werden könnte und wie sich das verhindern liesse. Sie wusste einfach zu wenig über diese komischen ein und Ausgänge welche nach Gebrauch dann immer einfach verschwanden, wie das in ihrer Küche. Warum dieses nicht? Ist es nur ein Fehler oder eine Falle? Sie können da einfach wieder weg gehen ohne die Türe aufzumachen, dann gehen sie keine Gefahr ein. Frau Zehenloch war sich aber sicher, dass kaum wäre sie weg, würde sicher jemand von den Kindersocken seine Angst durch die stärke seiner Neugier überwinden und unter anfeuern der anderen, die geheimnisvolle Türe aufmachen. Sie war sich fast sicher, dass sie wusste, wer der übermutige wäre. Sie mochte Blaubärchen sehr und wollte nicht, dass ihm etwas zustossen konnte durch ihr Desinteresse. Sie entschied sich, hiess alle Kindersocken um sie am Boden hinsetzen. „So, aber die Sache muss sehr gut überlegt werden. Das hätte kein Sinn, wenn mir was zustossen würde, dass ihr auch in das Verderben rennt. Gut, ich mache die Türe auf. Ihr steht aber alle schön hinter mir und könnt hinsehen, was dahinter ist. Ihr seid aber am Abstand und bereit weg zu rennen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Abgemacht?“ „Ja, klar, abgemacht!“ Schrieen die Kindersocken begeistert. „Wenn mir aber was passiert, macht ihr gar nichts, rennt trotz dem weg und kommt nie mehr hier zurück ist das klar?“ „Ja, bestimmt!“ Frau Zehenloch war sich da gar nicht sicher, konnte im Moment keine bessere Lösung finden.

„Na, dann also!“ Sie stand umständlich und mit Hilfe der Kindersocken hoch, schickte sie hinter sich auf Abstand und schickte sich an die Türe aufzumachen. Um sie wurde ganz still. Die Kindersocken wagten von Spannung nicht mal zu atmen. Frau Zehenloch eigentlich auch. Sie legte vorsichtig die Hand auf die Türklinke, sie fühlte sich ganz normal an. Sie drückte sie herunter. Ein leiser Klick liess sich hören. Sie schaute über ihre Schulter, ob die Kindersocken in Sicherheit sind und dann stiess sie die Türe auf und sprang behände zurück. „Au!“ Jemandem trat sie auf den Fuss. „Entschuldigung!“ Alle starrten in die geöffnete Türe. Nichts Gefährliches geschah. Frau Zehenloch sah vor sich nur ein schwarzes Loch. Fragend sah sie die Kindersocken an. Diese sicher versteckt hinter ihrem Rücken, lugten vorsichtig von allen Seiten hervor und starrten angestrengt in das schwarze Rechteck der offenen Türe.

„Nun, sieht ihr etwas mehr als ich? Mehr als schwarz?“ „Ja, aber…“ „Na, was schon sagt es!“ “Wüste, nur Wüste.“ Klang es aus mehreren Munden. „Wüste? So nah an der Stadt?“ „Vielleicht ist es nur hier, damit sie hinein und hinaus können.“ Piepste jemand von hinten. „Das könnte stimmen“ Überlegte laut Frau Zehenloch. Sie faste ihren Mut zusammen, neigte sich unter Aufschrei der Kindersocken hinaus in die Schwärze der angeblichen Wüste, griff nach der Türklinke und schloss mit lautem Klack die geheimnisvolle Türe zu. „So jetzt wissen wir alles, was wir wissen wollten und lassen die Türe in Ruhe verstanden? Jetzt gehen wir nur Heim. Zuhause können wir uns dann in Ruhe überlegen, wozu diese Türe gut sein könnte, einverstanden?“ „Ja“ Antworteten nur zögernd die Kindersocken. Sie hatten so viele unbeantworteten Fragen in ihren Köpfen, das sie ganz verwirrt um sich taumelten. Frau Zehenloch merkte das und machte sich Sorgen. Ihr seid von dem ganzen Fest sehr müde und müsst euch ausschlafen. Morgen kommt ihr zu mir auf eine heisse Schokolade und da besprechen wir alles, was meint ihr dazu?“ Das klang schon viel versprechender. Alle waren einverstanden und als sie sich eine Weile später am Ausgang verabschiedeten, waren sie sogar froh. Frau Zehenloch eilte in Gedanken versunken Heim. Hinter ihr pulsierte von Licht und Lärmende Musik das Stadion.

 

6. In Silo.

Lunanelblue sah vor sich ein unendlich langer Korridor und verzweifelte. Es war alles hier unheimlich schmutzig. Niemand kümmerte sich da um die Sauberkeit. Alles wurde auf den Boden geworfen und zertrampelt. Die eigentliche Farbe von Wänden oder Boden konnte man gar nicht erkennen. Alles war wie eingedünkt in ein dunkles Grau. Zu dem roch es überall muffig und eben nach all diesem Dreck. Wo sollte also Lunanelblue anfangen. Sie wollte alles, was sie in den Händen hielt wegwerfen und davon laufen. „Bist du eingeschlafen? Was starrst du so? Hast du noch nie ein Korridor gesehen? Du faule Zwecke fang schon mit der Arbeit an, oder soll ich dir helfen!“ Sie spürte von hinten einen unsanften Schubs, bis sie sich den Fuss am Eimer angeschlagen hatte. Sie schrie von Schmerz auf. Die umstehenden schmutzigen Socken lachten schadenfroh. „Hab dich nicht so und fang endlich an.!“ „Wo finde ich sauberes Wasser?“ „Im ersten Stock.“ „Und in welchem sind wir jetzt?“ „Fünfzehnten“ „Und da muss ich dahingehen und jeden Eimer Wasser holen?“ „Und auch ausleeren!“ Lunanelblue seufzte schwer, das hatte ihr noch gefehlt! Und dabei war sie an dem ganzen Schlamassel ganz unschuldig! Die Klonen waren hinter Graumäuschen her und sie ist jetzt nur durch einen Fehler hier gefangen. Sie hatte aber keine Zeit über ihr Schicksal zu klagen. Sie wurde weiterhin geschubst und beschimpft, bis sie sich endlich bückte, den Eimer packte und sich zum heruntergehen anschickte. Vorher aber packte sie den dreckigen Schrubber in beide Hände, holte damit aus und traf damit einige ihrer Peiniger. „Verschwindet ihr dreckiges Pack, geht euch lieber waschen, ihr stinkt grauenhaft! Das nützt Euch gar nicht, wenn ich hier was von eurem Dreck weg wische, ihr merkt es gar nicht!“ Schrie sie hysterisch, packte den Eimer und rannte die Treppe hinunter. Jeden Stockwerk das sie durchlief war das gleiche Bild zu sehen: Dreck am Boden, in den Korridoren lärmende, streitende, stinkende Socken. Manche von ihnen waren auch ganz still. Diese kauerten ganz mutlos am Boden in dem ganzen Dreck und rührten sich nicht einmal, wenn die anderen ganz rücksichtslos auf ihnen trampelten. Ihre Knie zitterten bis sie den ersten Stock erreichte. „Ah, da, endlich!“ Seufzte sie erleichtert, als sie die halb offene WC-Bad Türe erblickte. Dort sah es aber nicht anderes aus. Überall Dreck und Mist am Boden, die Lavabos verstopft, die WC auch. „Br.. Da bin ich noch besser dran dort in dem 15. Dreckstockwerk!“ Dachte sich Lunanelblue und schüttelte sich von Ekel. Sie füllte mühsam ihren Eimer mit Wasser das spärlich aus dem wackligen Wasserhahn kam. Kaum hatte sie sich umgedreht um zu gehen, schon rempelte sie jemand an. Mit tiefer Stimme schreit sie jemand grosses an und schüttelt sie so grob, dass sie die Hälfte des kostbaren Wassers verschüttete. Lunanelblue schaute erschrocken hoch und schrie vor Schrecken auf. Ein graublauer Militärsocken hielt sie unbarmherzig in seinen Pranken und hörte gar nicht auf sie zu schütteln. „Was machst du hier bei uns? Du bist nicht von hier? Sonst hätte ich es gewusst! Und was machst du hier? Stielst du unser Wasser? Und was ist das hier für ein Zustand?! Du hast hier alles so verdreckt! Na warte das wirst Du aber schön in Ordnung bringen. Und hör auf dich so zu winden und strampeln, das hilft dir nicht! Ha! Ha! Ha!“

Da hatte Lunanelblue genug. Was meint denn dieser Drecksocke, nur weil er mehr Kraft hatte als sie und weil er sie überrascht hatte, dass er sie zwingen kann noch auch diesen Saustall aufzuräumen?! Da kann er sich jemanden anderen Dummen suchen! Sie bückte sich blitzschnell und obwohl es sie über alles ekelte, biss sie den grusigen Socken direkt in seine aufgeblasenen Backe und gleichzeitig kickte ihn in die Magengrube. Leider hatte sie aber nicht mit der Wirkung ihrer Abwehr gerechnet. Der Militärsocke warf Lunanelblue weit von sich so, dass sie auf einem Misthaufen in der Ecke des Raumes landete. Der wütende Socke beugte sich schreiend nach vorne sich nach der ramponierten stelle in der Magengegend fassend und wollte sich übergeben beim Bücken aber erwischte er den Eimer und sein Kopf landete mit Wucht darin. Mit Schrecken sah Lunanelblue dass er sich dumpf schreiend aufrichtete, den Eimer über seinen Kopf gestülpt und nach ihr ausholte um sie zu fassen. Darauf wartete Lunanelblue aber nicht, sprang auf, schlüpfte behände aus dem stinkenden Raum heraus und rannte den Korridor entlang zum Treppenhaus. Unterwegs musste sie sich wehren, weil manche Socken nach ihr einfach schnappten, weil sie an der Jagd Spass hatten und andere schrien und feuerten sie an zu rennen. Sogar auch die so schlaff sitzenden Socken wurden wach und schauten sich verwundert herum den sie konnten nicht verstehen was passiert war.

In der Zwischenzeit stürmte auch der Militärsocke aus dem Bad und versuchte verzweifelt den Eimer von seinem Kopf loszuwerden. Da er nichts gesehen hatte, richtete er sich nach dem Lärm, welchen die anderen Socken machten. Diese sind ihm aber nicht aus dem Weg gewichen trotz seinem Gebrüll und so stiess er mit ihnen zusammen, stolperte über sie, trampelte auf diejenigen, welche dabei zu Bodenfielen. Lunanelblue erreichte endlich das Treppenhaus. Für ein Moment blieb sie stehen. „Wohin sollte sie rennen? Herunter in die Halle? Dort wimmelte es von Militärsocken und die Strumpfhose mit der Laufmasche hätte sie sicher erwischt bis sie zu der kleinen Türe gelangte. Also, die einzige Lösung war nur nach oben. Sie rannte los. Es war höchste Zeit, denn, es fanden sich genügend Helfer, die sich an der Hetzjagd beteiligen wollten. Unterwegs überlegte sie sich fieberhaft, was macht sie , wenn sie das 15 Stockwerk erreicht. Sie hatte doch ihren Eimer nicht mehr und natürlich auch nicht das Wasser, für welches zu holen man sie schickte. Das Treppenhaus war praktisch leer bis auf die schreiende Meute hinter ihr. So rannte sie leichtfüssig hinauf und liess die anderen weit hinter sich. Langsam kam sie ausser Atem, die anderen aber auch. Als sie sich wieder umdrehte, war von dem Militärsocken nicht zu sehen und die anderen blieben nach und nach wild gestikulierend stehen. Lunanelblue bemühte sich noch grösseren Abstand zwischen ihre Verfolger und sich zu schaffen, dann aber ausser Atem blieb sie stehen. Sie befand sich zwischen dem9. Und dem 10. Stock, was nun? Sie hatte gemerkt, dass so lange sie sich im Treppenhaus aufhielt, kümmerte sich niemand um sie. Betrat sie aber ein falsches Stockwerk, würde sie verfolgt und bestraft werden. Folge dessen, wussten die anderen Socken das auch, als die Sie das Wasser holen schickten. Für jeden Eimer Wasser hätte sie das gleiche Scenario durchleben müssen. Jetzt wusste sie, warum manche Socken so mutlos und apathisch dort herum sassen. Das wollte sie auf keinen Fall erleben! „Lieber renne ich weg. Egal wohin! Nur hinauf! Weg von diesem Gestank und Verfolgung!“ Als sie sich ausgeruht hatte, lief sie weiter nach oben auch an dem 15. Stock vorbei.

 

7. Die Treppenhausschlacht.

 

Stockwerk um Stockwerk hinauf mühte sich Graumäuschen angetrieben von ihrem Klon, welches sich als eine bösartige, zickige Socke erwiesen hatte. Obwohl sie selbst sehr bald ausser Atem war, schubste sie Graumäuschen herum, aber gleichzeitig hängte sie sich an sie damit ihr das Treppensteigen leichter fiel, so, dass Graumäuschen sie fast tragen musste und ganz erschöpft war. Das Treppenhaus war eigentlich fast leer, wenn auch sehr dreckig und auf den Stufen allerlei Mist lag. Als sie dann überhaupt gar nicht mehr konnte und kraftlos auf die schmutzigen Stufen sank, wies der Klonsocke sie an, diese Stufe für ihn zu putzen. Mit letzter Kraft schob sie den Mist auf die Stufen unter ihnen und schloss die Augen. Der Klonsocke maulte herum, es wollte weiter gehen. Da es getragen wurde und nicht so erschöpft war, wollte es seine Stärke beweisen. Graumäuschen rührte sich aber nicht von der Stelle. Es war ihr alles gleichgültig. Der Klonsocke mochte sie schubsen und treten wie es wollte, sie reagierte nicht. Der Klonsocke fing an hysterisch zu schreien, in der Hoffnung irgendeine Militärsocke anlocken zu können, damit es sich beschweren konnte und mit seiner Hilfe Graumäuschen zu Räson bringen konnte. Eine Weile geschah nichts. Dann hörte plötzlich der Klonsocke grossen Lärm ein paar Stockwerke über ihnen. Er schupfte Graumäuschen und wollte sie zwingen weiter zu gehen. Aber Graumäuschen rührte sich starköpfig wieder nicht. Sie blieb sitzen. Sie dachte sich, dass ihr sowieso nichts schlimmeres mehr passieren konnte. So machte sich der Klonsocke selbst auf den Weg hinauf in der Hoffnung bei der Lärmenden Meute da oben, die es hörte, Hilfe zu holen, damit es sein Recht bestätigt bekam.

Als es aber ohne Graumäuschen bei der lärmender Gruppe Socken ankam, kümmerte sich vorerst um seine Klagen niemand. Alle schauten das Treppenhaus hinauf und feuerten jemanden an. Der Klonsocke schaute auch in diese Richtung und sah eine Zierliche sehr feine hellblaue mit dunkelblauen Streifen, aber nun etwas verschmutzte Socke, die versuchte nach oben zu rennen, verfolgt von den anderen Lärmenden dreckigen Socken. Sobald eine sie erreichte und nach ihr zu schnappen versuchte, wurde sie von der Flüchtenden mit aller Kraft zurück gestossen. Diese fiel dann nach hinten mit sich auch die anderen reissend, welche dicht hinter ihr rannten. Mit grossem Geschrei fiel dann der ganze Knäuel einige Tritte zurück und man sah, dass sie den ganzen Spektakel genossen hatten. Nur nach und nach wurden sie des Rennens überdrüssig und immer mehrere von ihnen gaben die Verfolgung auf. Das umso mehr je weiter sie sich von ihrem eigenem Stockwerk entfernten, da dies die Gefahr der Gefangenschaft von den Insassen des richtigen Stockwerks in sich barg und der anschliessenden noch schlimmeren Versklavung. Deshalb blieben manche Socken einfach am Treppenabsatz stehen und wild gestikulierend schrien sie der flüchtenden Socke nach. Auch die zurückgefallenen Verfolger standen schnell auf und sprangen artig zu ihrem Stockwerk. Der Spass war es sicher wert, aber jetzt schaute jeder auf seine Sicherheit. Unterwegs trafen sie den sich laut beschwerenden Klonsocken und das Vergnügen setzte sich fort. Sie nahmen diesen gefangen trotz seines Widerstandes und beteuern, dass es kein Klon mehr wäre, es hätte ja seine Sklavin dabei. Da aber Graumäuschen weit unten am Treppenabsatz kauerte, hatte man sie von oben nicht gesehen und da alle von der vorherigen Verfolgung müde waren, hatte niemand Lust gehabt nach Unten sich zu bemühen zu feststellen, ob es auch stimmte. So schnappten sie sich den unglücklichen Klonsocken und zogen es in ihr Stockwerk. Das zusammengekauerte Graumäuschen beachtete dabei niemand, obwohl einige über sie stolperten oder bei ihr vorbei gingen.

Im Treppenhaus wurde wieder stiller. Graumäuschen hob scheu den Kopf und sah hinauf. Ganz oben auf dem Treppenabsatz sah sie die Zerzauste und aufgeregte Lunanelblue. Sie richtete sich auf und da erkannte auch Lunanelblue Graumäuschen. „Du!?“ Riefen beide gleichzeitig. „Was machst du da?“ „Ich will weg!“ Wieder gleichzeitig Frage und Antwort. Graumäuschen machte „Schchch!“ Es sollte niemand hören, sonst würde sie das Schicksal des Klonsockens ereilen. Sie beeilte sich auf die Höhe der Lunanelblue zu kommen und als sie Sie erreichte, schnappten sie sich Hand in Hand und eilten weiter hinauf ohne richtig zu wissen, was sie da oben erwartete. „Ins Gebrauch“ sagte vorher die Klonsocke zu Graumäuschen, mehr nicht. Ja aber wie jetzt? Jetzt sind es schon wieder zwei einzelne Socken was für Gebrauch? „Und was wenn sie uns entsorgen?“ Fürchtete sich Lunanelblue. „Was, was, schlimmer als hier in diesem stinkendem Silo kann es nicht sein“ brummte müde Graumäuschen. „Eigentlich war es in Singelsockenheim ganz schön, findest du nicht?“ Sinnierte Lunanelblue. „Auch mit den Kindersocken?“ Stupfte Graumäuschen. „Auch mit ihnen! Ach, wäre ich jetzt nur dort!“ Seufzte die blaue Socke auf sich schauend. „Ja, ganz frisch siehst du nicht gerade aus, das ist wahr, aber mach dir nichts draus, mir geht es nicht besser!“ „Und wo gehen wir jetzt hin?“ „Hinauf, weiter hinauf, bis es nicht mehr weiter geht.“ Entschied Graumäuschen. „Vorher, als ich noch mit meinem Klon war, hat diese behauptet, dass dies eigentlich der Weg raus aus dem Silo war. Zwar sollte er zurück in den Gebrauch führen, aber wer weiss, vielleicht führt auch ein anderer Weg da hinaus. Mal sehen.“ Brummte fast für sich Graumäuschen.

Je weiter sie hinaufkletterten immer noch stolpernd über Haufen Dreck, wurde ihnen die Atemluft irgendwie leichter, als ob es von irgendwo dort oben frische Luft kam. Beide waren erschöpft und entschieden sich vor dem „Endspurt“ auszuruhen. Das umso mehr, da sie nicht wussten, was sie am Ende ihres Weges erwartete. Möglicherweise gab es dort Wachen oder vielleicht irgendwelche Fallen. Beide zitterten von Ermüdung, Aufregung und Angst. Sie kauerten sich aneinander fest gelehnt auf dem letzten Treppenabsatz, als es um sie plötzlich hell wurde. Die beiden erstarrten von Angst. Noch bevor sie Zeit hatten auch nur ein Ton von sich zu geben, wurden sie gelüpft und durch die Luft getragen zusammengeknüllt mit einer Menge anderer schmutzigen Kleidungsstücke. Bald darauf merkten sie, dass sie sich i der Trommel einer Waschmaschine befanden. Ja, waschen, das hatten beide wohl bitter nötig, dachten sie. Die ganze Prozedur war natürlich nicht gerade angenehm, besonderes das Schleudern. Wieder schnappte sich Lunanelblue Graumäuschen und hielt es ganz fest. So fest, dass Graumäuschen der Atem ausging. Allerdings meinte sie, dass es durch das Schleudern verursacht war. Sie wollte sich beschweren, kein Laut brachte sie aber heraus. Sie machte ergeben die Augen zu und wartete was nun mit ihnen geschehen würde. Sie hoffte inständig, dass, wenn sie die Augen aufmachen würde, dass sie sich wieder in ihrer gemütlichen Küche im Singelsockenheim befinden würde. Lunanelblue vergass sie in der Zwischenzeit. Diese aber hielt Graumäuschen in einer festen Umklammerung, sie war praktisch über sie gestülpt, so dass die beiden Socken einen Knäuel bildeten.

„Bum!“ Die Trommel hielt an, die Türe öffnete sich. Kein Wunder geschah. Zwei Hände räumten die Waschmaschine aus. Graumäuschen mit Lunanelblue wurden in der Trommel zurückgelassen. Neue Wäsche kam hinzu. Schwarze, dunkelblaue und dunkelgrüne Socken waren dabei. Sie stanken unangenehm. Dann kamen die Seife und das Wasser und die Lage besserte sich. Jedes Mal, wenn die farbigen Socken an die zwei Ausreisserinnen ankamen, schimpften sie diese schlimm aus. Sie waren fast neu und daher recht eingebildet. „Na ja, sie wussten noch nicht, was ihnen alles noch passieren konnte.“ Dachte sich Graumäuschen und hoffte, dass das letzte Schleudern endlich das gewünschte Wunder vollbringen würde. Das geschah aber wirklich, aber nur teilweise. Als Graumäuschen die Augen wieder aufmachte und sich von der noch benommenen Lunanelblue befreite. Sah sie sich um.

Tatsächlich standen sie nicht in der Waschmaschine oder in einem von den zwei Häuschen von Singelsockenheim, sondern mitten in der Wüste. Ringsherum sahen sie nichts. Nur den Himmel und die Wüste… oder doch etwas? Lunanelblue fing plötzlich an zu hüpfen und schreien, dass sie in der Ferne doch etwas sehen würde. Graumäuschen sah sie an und schrie fast auf. Sie hielt sich den Mund aber zu, sie wollte Lunanelblue nicht erschrecken. Diese sah nämlich ganz anderes aus als vorher. Die farbigen Socken haben auf sie abgefärbt und sie sah bis auf ihre Streifen recht grüngraulich verfärbt aus.

 

8. Die Beratung.

 

Zuhause angekommen liess sich Frau Zehenloch nur in ihr Sessel sinken. Sie war sehr müde. Dabei hat der Tag so schön angefangen. Wobei es ihr sogar noch nicht einmal so schlecht erging, wie den anderen Zwei: Graumäuschen und Lunanelblue. Wo mochten sie wohl sein und wie ging es ihnen? Würden sie je wieder zurück in Singelsockenheim zurückkehren? Der Sportie hat es anscheinend geschafft, aber in was für einem Zustand! Ganz abgenützt verängstigt und schreckhaft! Andere kamen nie wieder hiess es.

Konnte man den zwei noch helfen und wie? War diese anscheinend vergessene Türe vielleicht eine Möglichkeit? Ja, wenn sie tatsächlich vergessen würde, dann vielleicht.

Wie hat die ganze Geschichte mit den Klonen geheissen? Das sollen Socken sein, die genau gleich aussehen, wie die, welche verlorengegangen sind und in Singelsockenheim gelandet waren. Die Klone lebten alle auf einem Haufen im Silo (Wäsche Korb) und kamen nur dann heraus, wenn sie wieder die andere ihnen gleiche Socke fanden und wieder ein Paar wurden. Da hatten sie natürlich ein Interesse dieses zu erreichen mit allen Mitteln. Jetzt haben sie Lunanelblue und Graumäuschen. Wie kann man ihnen diese wieder entreissen? Das ist wahrscheinlich nur dann möglich, wenn die jeweiligen einzelnen Socken einen Unterschied zu den Klonen aufweisen. „Hm, das wäre vielleicht eine Möglichkeit sich überhaupt zu schützen von der so Schreckens erzeugende Atmosphäre in Singelsockenheim.“ Dachte sich müde Frau Zehenloch und schlief ein. Sie war einfach zu müde um wirklich nach einer Lösung zu suchen, beziehungsweise nachdenken.

Merkwürdigerweise sind aber auch die Kindersocken in etwa zu dem gleichen Schluss gekommen, wie Frau Zehenloch, bevor sie eingeschlafen war. Diese haben sich natürlich keine Sorgen gemacht was so ein Eingriff in eine solche, seit wahrscheinlich dem Bestehen des Singelsockenheim, Regelung der Population bedeuten könnte. Für sie war es wichtig, das nach Ihrer Meinung geschehene Unrecht, wieder gutzumachen und ein neues Unrecht zu verhindern. Ausserdem war so etwas auch mit grossem Abenteuer verbunden. Schon das Planen der verschiedenen Möglichkeiten der Abwehr einer erneuten Attacke der Klone und die anschliessende Rache(Strafe) um eine Wiederholung zu vermeiden, erweckte in ihnen das erhebende Gefühl des Heldentums. Ausserdem war es für sie eine willkommene Abwechslung. Also, wurden Pläne geschmiedet. Obwohl alle sehr müde waren, an Schlafen dachte niemand.

Blaubärchen hatte bereits einen Plan und nun erklärte er diesen seinen Freunden. „Was wäre, wenn sie draussen von der geheimnisvollen Türe ein paar Töpfchen mit Farbe auf der Erde auflegten?“ „Farbe? Wir haben aber nur Farbstifte, damit wir uns nicht schmutzig machen mit flüssiger Farbe, hm auch wahrscheinlich damit wir nicht gerade auf diese Idee kommen.“ Antwortete Gelbblümchen. „Daran habe ich auch schon gedacht. Aber, wir können uns eine Farbe selbst machen.“ „Selbst machen?“ „Na, klar! Bekommen wir denn nicht nur bei den Erwachsenen Socken Schokolade zum Trinken? Warum wohl? Weisst Du nicht was für Flecken das macht?“ „Ja!, ja!“ Riefen auch die anderen. Und Spinat und Randen, das bekommen wir auch ganz selten, weil es ebenso schreckliche Flecken macht, meint ihr nicht?!“ „Ja, das auch und Ketschup und Brombeermarmelade! Huuii! Wir haben ganz viel Farbe! Findet ihr nicht!“ Rief begeistert Blaubärchen. „Ja, aber wenn Frau Zehenloch damit nicht einverstanden wird, dann müssen wir uns etwas anderes ausdenken.“ „Aber was?“ Fragten alle enttäuscht. „Denkt nach!“ Liess sich auch Rüschelchen hören. Alle dachten angestrengt nach. „Ja, vielleicht, wenn sie ein Loch bekämen, oder eine Laufmasche, dann wären sie auch plötzlich anderes geworden als die Socken im Singelsockenheim nach denen sie fahnden.“ Liess sich ein kleines weisses Söckchen mit einem grünen Frosch am Bündchen hören. „Auch gut, aber wie machen wir die Löcher? Wir dürfen sicher nicht durch die Türe hinausgehen und den Klonen dürfen wir auch nicht in die Nähe kommen! Die sind sehr stark! Wenn sie merken, was wir vorhaben, wer weiss, was sie mit uns anstellen würden in ihrer Wut?“ Wand Blaubärchen ein. Und der hat etwa eine Erfahrung mit Streiche, das musste man ihm lassen. Entmutigen liess er sich aber nicht. Er griff auch diese Idee auf und sann nach. „Also, hinaus können wir nicht gehen, aber in dem Raum selbst drinnen, wo sich diese geheimnisvolle Türe befand, da könnten wir ein paar…ein paar…Fallen! Errichten!“ Rief er siegesfroh. „Aber, was für Fallen?“ Haben die anderen verständnislos gefragt. Einfach, erklärte wichtigtuerisch Blaubärchen. „Wir sammeln draussen in Gärten und Parks alle trockene und harte Äste und stachelige Blumen und hängen wir es in dem Raum vor der Türe nach draussen auf und dann löschen wir das Licht, dass die Klonen nichts sehen, wenn sie sich hineinschleichen. Da werden sie sich verfangen und bekommen sie Löcher und Laufmaschen. So sind die dann anderes als die Socken, welche sie fangen sollten damit sie wieder ein Paar wären und müssen sie unverrichteten Dinge davon ziehen.“ Endete Blaubärchen sein Vortrag und siegessicher sah er in die Runde. Da bekam er auch reichlich Beifall, obwohl es natürlich auch Zweifler gab, die ihn nach einigem Nachdenken fragten, ob es denn sicher wäre dass die Klonen dann abziehen würden und nicht wütend über die Kindersocken herfallen würden. Blaubärchen war sich aber sicher. „Ne, keine Sorge. Die werden gar nicht wissen können, wer ihnen diese Falle gestellt hat. Wir werden ja gar nicht dort sein. Nur müssen wir aufpassen, dass sie nicht gerade in dem Moment hinein kommen, wenn wir mit der Arbeit an der Falle beschäftigt sind.“ Nach einigem Nachdenken gab er hinzu. „Am besten, wir stellen Wachen auf. Die eine sollte an der aussen Türe horchen und uns rechtzeitig warnen und die andere soll sich postieren draussen vor dem anderen Eingang von der Stadion Seite. Wenn die Klonen kommen, gibt es draussen nämlich diese komische bedrohliche Atmosphäre und die muss der Posten dann ganz schnell melden.“

„Eigentlich gar kein schlechter Plan.“ Überlegte Frau Zehenloch, Als die Kindersocken ihr den Plan vorgestellt hatten. „Also, los! Machen wir uns ans Werk!“ Befahl sie und schickte die Kindersocken das nötigste zu suchen, damit die Falle so schnell wie möglich hergestellt werden konnte. Natürlich blieb da noch die Frage offen, wie man Graumäuschen und Lunanelblue befreien könnte. Auch wäre es ein Problem mit der Falle, wenn die Zwei durch irgendein Wunder befreit würden und dann durch eben diese Türe hindurch zurückkehrten. Frau Zehenloch konnte sich sehr gut vorstellen, wie Lunanelblue mit ihnen allen schimpfen würde, wenn sie durch ihre Falle verursacht, Löcher bekäme. Bei Graumäuschen wäre das womöglich kein so grosses Problem. Andere Sachen waren ihr wichtiger als ihr aussehen, das wusste Frau Zehenloch schon. Die Wahrscheinlichkeit der wundersamen Befreiung der zwei entführten, war aber so klein, dass die Verhinderung weiterer Entführungen den Verschwörern wichtiger erschien.

 

9. Auf der Flucht.

Damit Graumäuschen ihren Schreck verdecken konnte, stellte sie sich wütend an. „Was siehst Du schon wieder und schreist herum? Zum Schluss ziehst Du die Aufmerksamkeit unserer Verfolger an! Wer weiss ob sie schon nach uns suchen und sich möglicherweise irgendwo in der Nähe herumtreiben!“ Lunanelblue erschrak ein bisschen, dämpfte ihre Stimme, aber blieb bei ihrer Behauptung etwas zu sehen in der Weite, trotz der Dunkelheit. „Da! Da vorne! Siehst Du es nicht?!“ Flüsterte sie aufgeregt. „Da ist es doch ganz schwarz, Du machst Dir was vor.“ Brummte Graumäuschen. „Nee, ich sehe halt besser als Du, bist ja älter als ich. Weisst Du denn nicht, dass die Kindersocken können in der Nacht sehen? Wenn man dann älter wird,...so wie Du, wird man nachtblind. Ich aber bin noch jung und sehe immer noch etwas in der Dunkelheit.“ Behauptete Lunanelblue mit einem gewissen Stolz. „Hoffentlich ist dem so. Also, in welche Richtung sollen wir gehen? Du führst mich jetzt und halte mich fest, weil ich sehe wirklich nichts.“ Befahl Graumäuschen und fasste Lunanelblue am Zipfel. Zwar sorgte sich Lunanelblue um ihn Kleid, aber liess es geschehen. Sie wusste ja nicht, dass ihr Kleid gar nicht mehr so schön war wie vorher. Das vermied aber Graumäuschen ihr zu sagen, wohlwissend wie sehr sie das getroffen hätte. Nun haben sie aber wichtigere Probleme zu lösen.

Sie bewegten sich vorsichtig auf das vermeintliche Licht, welches Lunanelblue glaubte zu sehen. Sie versuchten so leise wie möglich zu gehen, obwohl bei jedem ihrer Schritte das Rascheln der Steinchen, die sie mit ihren Füssen berührten, nicht zu verhören war. Plötzlich sahen sie am schwarzen Himmel leuchtende Blitze, denen schnell darauf lautes knallen und donnern folgte. Sie duckten sich und umarmten ängstlich einander. „Was ist das? Ein Gewitter? Oh! Wir werden nass! Das hat uns noch gefehlt! Oh! Mein Kleid!“ Rief verängstigt Lunanelblue. „Still! Das sind sicher Die! Sie verfolgen uns und versuchen uns Angst einzujagen! Hast Du vergessen die komische Atmosphäre im Stadion kurz bevor sie uns gefangen hatten?! Das sind sicher Sie und du hast sie direkt gerufen, nur wegen deinem Kleid! Renn jetzt so schnell du kannst! Und wenn du mit deinen so guten Augen ein Versteck siehst, dann schnell hinein. Sonst sehe ich uns wieder Treppen schrubben!“

Verzweifelt untersuchte Lunanelblue den leuchtenden Horizont und unter den Donnerschlägen schrie sie dem Graumäuschen ins Ohr. „Da vorne! Dort, wo ich vorher das Licht gesehen hatte, da müssen wir hin! Wenn sie uns trennen und Du nicht geschnappt wirst, musst du dorthin laufen. Hörst du?“ Schrie jetzt ohne ihre Stimme zu dämpfen Lunanelblue und schnappte Graumäuschen an den Schultern und drehte sie unsanft in die entsprechende Richtung und zog sie dann, damit sie noch schneller vorwärts kamen. Bald waren sie ausser Atem. Graumäuschen stolperte nur so hinter Lunanelblue und auch sie konnte fast nicht mehr ihre Füsse bewegen. Das Licht, welches sie vorhin sah, schien ihr immer noch in weiter Ferne zu sein. Sie musste erkennen, dass ihre Kräfte nicht bis dahin reichten. Sie sah sich nach einem Versteck um. Nirgends was zu sehen. Da sank plötzlich der Sandboden unterihren Füssen und Lunanelblue schnappte im letzten Moment nach Graumäuschen bevor sie mit ihr zusammen in einem Loch verschwand. Bum. Sie landeten unsanft auf dem harten Boden. Eine Weile bewegten sie sich gar nicht und horchten um sich in völliger Dunkelheit. Nur so versuchten sie festzustellen, was mit ihnen passiert war und wo sie sich befanden. Das Donnern und Krachen hörten sie nur schwach. Daraus folgerten sie, dass sie sich recht tief in einem Loch befunden hatten. Jetzt brauchten sie auch nicht mehr flüstern. Langsam standen sie auf und versuchten mit ihren Augen die Dunkelheit durchzudringen. Für Graumäuschen aussichtslos, Lunanelblue hatte da etwas Erfolg. Sie ging auf eine Wand zu und tastete sich daran vorwärts. „Gehe nicht weg! Lass mich hier nicht alleine!“ Rief ängstlich Graumäuschen, welche gespürt hatte, dass sich Lunanelblue von ihr entfernte. Diese fasste nach Graumäuschen und zog sie mit sich. „Halte du mich lieber, ich brauche beide Hände. So gut sehe ich im Dunklen doch wieder nicht.“ Sie tastete so lange die Wand entlang, bis sie in einen Gang kamen. „Wohin führt er wohl?“ Fragte sich laut Lunanelblue. „Eigentlich ist es egal. Vorläufig ist es für uns ein Versteck. Vielleicht finden sie uns hier nicht.“ Sagte hoffnungsvoll Graumäuschen. „Nur dann wenn es sich nicht um eine Falle von ihnen handelt und wir nicht schon wieder am Ende bei ihnen landen.“ Zweifelte an ihren Glück Lunanelblue. „Na, ja, kann auch sein. Aber weisst du was? So oder so müssen wir hier irgendwie herauskommen, also gehen wir jetzt diesen Gang durch und sehen was dort am Ende ist. Du siehst vorläufig nichts, was da vorne sein könnte, oder?“ „Nee, gar nichts, nur schwarz.“ „Gut dann gehen wir dahin.“ „Und was, wenn da irgendwo noch ein Loch ist und wir noch tiefer fallen?“ Können wir nicht gross vermeiden. Brechen können wir uns ja nicht, schliesslich sind wir Socken und du kannst ja auch am Boden schauen. So siehst du es vielleicht rechtzeitig. Wir haben jetzt keine Eile, gehen wir langsam und vorsichtig. Sowieso sind wir schon jetzt müde. „

Das taten sie auch und so schritten sie langsam diesen Gang durch. Dieser war unendlich lang. Die beiden waren sehr müde. Als erste gab Graumäuschen auf. „Ich mag jetzt nicht mehr weiter gehen. Lass mich hier, wenn du noch weiter magst. Ich muss mich ausruhen. Und sowieso hören wir jetzt kein donnern mehr. Entweder haben sie uns verloren, oder sie haben uns dort, wo sie uns haben wollten. Ohne neue Kräfte kommen wir sowieso nicht weiter… ich zumindest.“ Sagte sie, gähnte laut, sackte zu Boden und schon schlief sie. Lunanelblue stand ratlos da. Nicht dass sie etwas frischer wäre, aber die Angst trieb sie an. Sie wäre lieber weiter gelaufen, aber Graumäuschen würde sie für nichts auf der Welt zurück lassen. So setzte sie sich sowieso auch müde wie sie, daneben auf den Boden und schlief, ohne dass sie es merkte, auch sofort ein.

Erneutes Grollen und rumpeln riss die beiden aus dem Schlaff. Verängstigt schnappten sie um sich und fanden in der Dunkelheit einander und druckten sich zusammen an die Wände des Stollens, in welchen sie sich befanden. Es dauerte eine Weile, bis sie sich wieder erinnerten an alles was mit ihnen in der vergangenen Zeit geschah und vor allem, wo sie sich jetzt befanden. Kein Wunder auch, denn sie befanden sich in völliger Dunkelheit, um sie herum dröhnte es und schüttelte es und jede Menge Sand fiel auf sie. Langsam bekamen sie auch Angst, dass sie verschüttet werden könnten. Beide standen mühsam auf, stützend einander. Alles tat ihnen weh. Es half aber nicht. Sie mussten schnellstens weiter. Das haben sie zumindest in ihrer Verschlafenheit verstanden. Und auch, dass sie selbst leise sein mussten.

Da sie sowieso nicht wussten, wo sie sich befanden, spielte es auch keine Rolle, in welche Richtung sie laufen würden. So reklamierte auch Graumäuschen gar nicht als Lunanelblue sie einfach von der Stelle, wo sie eigeschlafen waren wegzog und sie sich in völliger Dunkelheit vorwärts bewegten. Natürlich sah auch Lunanelblue gar nichts, aber gab sich mutiger aus. Das Grollen und rumpeln wurde immer stärker. Sie rannten jetzt ohne zu wissen, wohin. „Die sind hinter uns her!“ Rief jetzt Graumäuschen entsetzt! „Weiss ich!“ Antwortete jetzt auch laut Lunanelblue. „Schnell! Dass sie uns nicht schnappen!“ Sie rannten fast ausser Atem weiter, bis plötzlich Lunanelblue stoppte. „Was ist?“ „Da, siehst du nichts?“ „Ne, was siehst du?“ „Da, vorne, ein Licht!“ „Bist du sicher?“ „Ja, was ist das?“ „Was weiss ich? Pass auf! Vielleicht ist es eine Falle!“ „Ja, und? Was können wir dagegen machen? Hinter uns sind die Klone und vor uns vielleicht die Falle. Du darfst wählen!“ Antwortete genervt Lunanelblue. „Auch wieder wahr. Aber von der anderen Seite, da vorne ist wenigstens Licht, so sehen wir vielleicht die Gefahr und können wir uns wehren. Gehen wir weiter, aber vorsichtig!“ „Na also, dann.“ Brummte Lunanelblue und zog Graumäuschen hinter sich in die Richtung, von wo sie das Leuchten kommen sah.

Und sie kamen an. Vor ihnen eröffnete sich eine riesengrosse Grotte. Woher das Licht kam, konnten sie nicht sehen. Dafür aber sahen sie zwar nur schwach beleuchtet ganz viele Statuen von komischen Gestalten ringsherum entlang der Wände der Grotte zu stehen. Anfangs konnten sie nicht verstehen was das für Gestalten waren. Nach einer Weile erkannten sie aber, dass es alles Socken- Statuen waren. „Gruselig, ganz gruselig,,,“ Flüsterte Lunanelblue. „Was findest du gruselig?!“ Schrie sie irgendwie von oben jemand an. Lunanelblue zuckte zusammen und druckte sich ängstlich an Graumäuschen. „Was ist das?“ Flüsterte diese und suchte herum, woher mochte wohl die furchterregende Stimme kommen. Und da sah sie es!

Auf der Vorderseite der Grotte, genau gegenüber der Stelle, von wo die zwei hinein kamen, befand sich etwas, was wie ein Tisch aus Stein aussah. Vor diesem Tisch stand… der Strumpfhosensocken und polterte mit seiner Hand auf den Steintisch. Das merkwürdigste aber war, dass dieser natürlich viel zu gross war um dort gerade zu stehen und so setzte sich seine Gestalt auf der Decke der Grotte fort. Und jetzt verstanden die beiden! Es war nicht die Strumpfhosensocke selbst, sondern nur ihr Abbild, ihr sozusagen Schatten was sie sahen. Blitzartig schoss die Frage durch die Gedanken der beiden, wie konnte denn ein Schatten auf den Steintisch so hämmern? Der Socken tobte aber weiter so, als ob es verstanden hätte, was die beiden Flüchtigen dachten.

Hinter ihnen strömten in die Grotte die Klone und die Militärsocken und kreisten die beiden so ein, dass die Flucht unmöglich war. „Was habt ihr euch dabei gedacht? Weg zu laufen?!“ Schrien sie alle an und stampften gruselig mit den Füssen so, dass die beiden fürchteten, dass sie in den nächsten Momenten zertrampelt werden.

Jetzt wurde aber Lunanelblue unterstützt durch Graumäuschen wütend. Sie hatten nichts mehr zu verlieren, so entschieden sie sich zu kämpfen. „Was wollt ihr eigentlich von uns? Wie wagt ihr es überhaupt uns zu entführen und gefangen zu halten? Wo sind unsere Klone bitte! Her mit ihnen und ein bisschen schnell!“ „Was! Ihr wagt es zu sprechen? Ihr, ihr, Verbrecherinnen! Na wartet! Eine schreckliche Strafe erwartet Euch!“ Schrie der Strumpfhosensocken Schatten und polterte wieder mit seiner Schattenhand auf dem Steintisch, dass es sich biegte. Die ganze Luft herum waberte von seiner Wut. Die Socken –Statuen haben angefangen zu leuchten und gaben von sich einen schrecklichen Pfeifton. „Ruhe!“ schrie der Strumpfhosensocken sie an. Diese haben zwar mit dem Pfeifen aufgehört, leuchteten gespenstisch aber weiter. „Na? Wir warten! Beweist, dass ihr recht gehandelt habt, oder dass nicht ihr die Verbrecher seid!“ Der Strumpfhosenschatten schnaubte von Aufregung, windete sich wie eine Schlange, liess die ganze Grotte erzittern so sehr, dass auch die übrigen Socken von Furcht ganz schrumpfig wurden. Graumäuschen und Lunanelblue hielten sich ganz fest an den Händen, bewegten sich aber nicht von der Stelle. Langsam merkten sie, dass sie die Oberhand gewannen gegenüber der Meute wildgewordenen Socken. Der Strumpfhosenschatten gab endlich nach. „Wenn sich aber zeigt, dass Ihr durch Betrug ausgerissen seid, dann Gnade euch der Sockengott!“ Lunanelblue wiegte sich schon in Sicherheit, denn sie hatte im Silo keinen Klon von sich gesehen und so glaubte sie gewonnen zu haben. Zu ihrem Schrecken sah sie, dass sich die Reihen der umstehenden Socken teilten und ein Socken, der Ebenbild früheren schönen Lunanelblue, trat hervor. Lunanelblue, welche keine Ahnung von ihrer Veränderung hatte, wurde von Schrecken fast ohnmächtig. Da fing aber Graumäuschen an zu lachen so sehr, dass sie sich setzen musste. Und dieses Lachen war so ansteckend, dass bald alle Anwesenden in der Grotte lachten. Nur zweien war es nicht zum Lachen zumute. Der Strumpfhosenschatten merkte, dass ihm seine Beute entglitt und Lunanelblue, welche von Schrecken starr wurde, da sie meinte, dass sie ihr Spiel verlor. Wie erstaunt war sie aber, als der Strumpfhosenschatten ganz wütend entschied: „Du kannst gehen! Verschwinde hier und lass Dich in unseren Gegend nicht blicken Du grusige Kreatur!“ „Ja! Halt mall, beleidigen muss du auch nicht, siehst auch nicht nach einer Superschönheit aus!“ Aufgebracht nahm sie Graumäuschen an der Hand und wollte aus der Grotte herausrennen. „Halt! Die andere bleibt da! Diese graue Schönheit hat ganz bestimmt einen Klon, welchem sie davongelaufen war.“ Auch Graumäuschen wusste nichts von ihrer Veränderung und zitterte von Angst wie ein Espenblatt. Auch Lunanelblue erstarrte von Schrecken. Da trat der Klon von Graumäuschen hervor und wohlwissend, dass bald das gleiche Gelächter seine Wahl belohnen wird, versuchte sich zu rechtfertigen. „Die haben aber ganz anderes ausgesehen vorher! Ich weiss das ganz sicher!“ „Ja, klar, und hier unten sind sie dann ganz anderes geworden nicht?!“ Schrie der Strumpfhosenschatten so, dass die ganze Grotte drohte einzustürzen. Da packte Graumäuschen die schrecken erstarrte Lunanelblue und lief mit ihr heraus wieder in die unendliche Gänge, welche hinter ihnen mit Krach einstürzten.

Beide drohten einander zu verlieren in dem schrecklichen Sandsturm, welcher sie erfasste während sie versuchten sich von den einstürzenden unterirdischen Gängen zu retten. Mit aller Kraft hielten sie einander an der Hand, die Augen und den Mund fest verschlossen. Dann wurde es ganz plötzlich um sie still. Sie rieben sich den Sand aus dem Gesicht und öffneten die Augen. Sie sassen wieder in der Wüste wie vorher. Diesmal aber sah auch Graumäuschen etwas wie Licht in der Ferne schimmern. „Siehst du! Hab ich doch schon vorher gesagt! Jetzt glaubst du es endlich hoffentlich!“ Triumphierte Lunanelblue und zog Graumäuschen hoch und wollte gleich in die Richtung des Lichts rennen. „Es ist aber weit, wollen wir uns nicht lieber vorher ein bisschen ausruhen?“ „Nichts da, wir müssen uns beeilen, so lange wir das Licht sehen. Was ist, wenn es plötzlich verschwindet?“ Das musste Graumäuschen akzeptieren und folgte müde Lunanelblue. Der Abstand zum Licht schien nicht kleiner zu werden. Beide waren sehr müde und verzweifelten. Zum Schluss mussten sie doch eine Pause machen. Sie setzten sich in den Sand, umarmten einander und schliefen augenblicklich ein.

Als sie aufwachten, glaubten sie ihren Augen nicht. Vor ihnen stand eine Türe. Einfach so frei in der Wüste. Die beiden wussten nicht was machen und berieten sich. „Und wenn es eine Falle ist?“ „Und was dann?“ Gab gereizt Lunanelblue zu bedenken. Was kann uns noch schlimmeres passieren?“ „Auch wieder wahr.“ Gab resigniert Graumäuschen zu und druckte die Klinke der Türe. Es quietschte ein bisschen, aber die Türe öffnete sich. Dahinter war es stockfinster. „Na, was ist dort?“ Versuchte Lunanelblue hinter Graumäuschen hervorgucken und schubste sie unabsichtlich nach vorne. Diese verlor das Gleichgewicht, machte ein Schritt vorwärts, Lunanelblue erschrak, stolperte und fiel mit ganzem Gewicht auf Graumäuschen so dass sich beide plötzlich in dem dunklen Raum befanden. Beide schrien von Schreck auf. In dem Moment hörten sie auch andere Schreie um sich. Die Türe ging mit Krach hinter ihnen zu und verschwand. Nun sind sie in dem dunklen Raum eingesperrt gewesen. „Siehst Du? Eine Falle! Hab ich doch gesagt.“ Lamentierte Graumäuschen. „Siehst du wenigstens was?“ Lunanelblue antwortete nicht und stattdessen versuchte in dem Raum weiter zu gehen um an die Wände zu kommen mit der Hoffnung entweder eine andere Türe zu finden oder ein Lichtschalter. Sie stolperte aber über etwas und fiel zu Boden. Da schrie sie von Schmerz. Etwas Stachelndes lag ausgebreitet auf dem Boden. Graumäuschen lief ihr zu Hilfe, stolperte aber ebenfalls und landete teils in dem stechenden Gestrüpp und teils auf Lunanelblue. Diese fing an noch mehr zu schreien und andere schreie kamen dazu. Das Licht ging an. Nun sahen sich die beiden um.

Sie sassen in einem Raum, in welchen am Boden wirklich Stechblumen und Äste ausgebreitet waren und dazwischen Töpfchen mit farbiger Flüssigkeit. Beide waren schön bespritzt und zerzaust. An der Wand gegenüber war wirklich eine Türe, diese war offen und durch die Öffnung schauten sie ein Knäuel erschrockener Kindersocken umarmt von der Frau Zehenloch. „Pscht! Wir haben es geschafft!“ Rief diese voll Freude. „Was habt ihr geschafft?“ Fauchte Lunanelblue und versuchte aufzustehen. Sie schubste Graumäuschen an, damit sie sich befreien konnte. „Na euch zu retten!“ Riefen die Kindersocken begeistert.

„Na, da habt ihr das ganz schön geschafft! Schaut euch nur an, was ihr angerichtet habt!“ Schimpfte schon wieder nach ihrer alten Art Lunanelblue und bemühte sich aufzustehen. Das schaffte sie aber nicht, denn sowohl sie wie auch Graumäuschen waren regelrecht verwickelt in die stacheligen Äste und Distelblumen. Alle Kindersocken und auch Frau Zehenloch beeilten sich, alles vor sich wegzuräumen, damit sie selbst zu den zwei verwickelten ohne Schaden gelangen konnten. Auch die Farbtöpfchen wurden schnell weggeräumt und schon hoben sie die Zwei aus ihrer misslichen Lage. Während dessen versuchten alle zu erklären, was während ihrer Abwesenheit passiert war und sich natürlich zu rechtfertigen für das Missgeschick, welches sie durch ihre Vorsichtsmassnahme den Flüchtigen verursacht hatten.

An und für sich haben alle beteiligten sehr gut verstanden, dass egal wie, es ein grosses Glück war, dass die Entführten wieder zurück kehrten. Diese waren so müde, dass sie auch nicht mehr schimpfen konnten und für die Fürsorge ihrer „Retter“ dankbar wurden. Diese begleiteten sie stützend bis zu ihren Häuschen und versprachen ihnen jegliche Hilfe, die sie eventuell brauchen würden.

„Nein, die beiden brauchten im Moment nichts, nur ihre Ruhe.“ So sind die Kindersocken alle zu Frau Zehenloch gegangen um zu beraten, wie sie ihre Aktion beenden konnten. Sie waren ein bisschen enttäuscht, dass sie keinen Klon gefangen genommen hatten, anstatt dessen den flüchtigen einen unangenehmen Empfang verursacht hatten. Frau Zehenloch tröstete sie aber, dass es ja in anderem Fall ja gelingen könnte, die Falle funktionierte ausgezeichnet. Das stimmte und so waren alle zum Schluss getröstet. Sie haben beschlossen, ihre Falle wieder schön breit zu legen, damit sie in der Zukunft auch die trifft, für welche sie auch bestimmt war.

 

10. Endlich wieder Daheim!

Lunanelblue war wirklich sehr müde. Dennoch sobald sich die Haustüre hinter sie schloss, eilte sie zu ihrem geliebten Spiegel. Sie wollte ja sehen, wie gross der Schaden an ihrem Aussehen war. Als sie sich sah, fiel sie in Ohnmacht. Sie lag eine Weile da, bis sie langsam zu sich kam. Weinen konnte sie von Müdigkeit nicht. Sie schleppte sich ins Bad. Lange schrubbte sie sich in der Hoffnung, dass sie ihre schönen zarten Farben wieder erlangte. Als sie dann wieder vor dem Spiegel stand, musste sie einsehen, dass sie eine andere Lunanelblue wurde. Der grünliche hauch von der Verfärbung in der Waschmaschine wurde zwar heller, aber immer noch vorhanden. Die Flecken von den Farbtöpfchen sind aber nicht verschwunden, sahen aber eigentlich ganz lustig aus. Irgendwie sah sie aus, wie eine grossgewordene Kindersocke: bunt und lustig. Wenn die par kleine Löcher nicht da wären, hätte sie sich sogar langsam gefallen. „Na, was soll es! Die Löcher kann man flicken. Hm, vielleicht ganz schön farbig. Das wird lustig!“ Und sie lächelte vor sich ganz zufrieden. Sie war sich ganz genau bewusst, von was für einer Gefahr sie gerettet war. Ob die Kindersocken mit der Frau Zehenloch es irgendwie beeinflussen konnten oder nicht, das spielte eigentlich keine Rolle. Sie haben sich aber darum bemüht und das auch dann, als sie sich bewusst wurden, dass es auch für sie gefährlich werden konnte. Die anderen haben es nicht gemacht. So legte sie sich zufrieden zum schlaffen, damit der nächster Tag für sie glücklicher anfangen kann.

Graumäuschen war sehr müde. Sie setzte sich in ihren Sessel und schlief sofort ein. Als sie am nächsten Morgen aufwachte, wurde sie doch neugierig, wie sie aussah. Auch war ihr immer noch ein Rätsel, wieso sie in der Höhle nicht mehr zu ihrem Klon zusammen passte. Sie erinnerte sich an das Aussehen von Lunanelblue und verstand es langsam. Da in der Waschmaschine, da wurden beide verfärbt und das hatte sie gerettet. So kamen sie schliesslich zurück. Als sie sich aber im Bad im Spiegel sah, musste sie lachen. Die Farbtupfen die sie von ihren „Retter“ verpasst bekamen, standen ihr eigentlich ganz gut. Sie gefiel sich. Es hat ganz lustig ausgesehen. Nur die par kleinen Löcher haben sie gestört. Das könnte man aber sehr schnell beheben. Zuerst schrubbte sie sich sauber von dem ganzen Wüstenstaub und nachdem sie wieder trocken war, flickte sie die kleinen Löcher, in dem sie an ihre Stelle kleine Sternchen mit gelbem Faden stickte. Dann setzte sie sich mit einer Tasse duftender Schokolade an das offene Fenster und beobachtete glücklich das treiben auf der erwachenden Strasse.