Gedankenfalle

Die Friedensstifter

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis. Veröffentlicht in Gedankenfalle.

        

         Die Friedensstifter

    Zwei kleine Kinder streiten sich um einen Teddybären. Die Mutter versucht zu schlichten.

   «Jeder hat den Bären ein Tag und dann gibt er ihn dem anderen wieder für ein Tag zurück.»

     Vor dem Richter stehen zwei Bauern und streiten um die Eier, welche das Huhn des einen,

     auf dem Grundstück des anderen gelegt hat. «Mein Huhn hat die Eier gelegt, die sind meine.»

    «Auf meinem Grundstück gelegt, womöglich von meinem Grass gefressen, die Eier sind meine.»

    Der Richter denkt nicht lange nach und spricht sein Urteil:

    «Jeder bekommt die Hälfte der Eier und wenn eins übrigbleibt, wird es zerschlagen. So hat niemand ein Vorteil und macht gefälligst ein Zaun um euren Grundstück, wenn ihr euch nicht einmal um die Eier einigen könnt.    

Die Mutter und der Richter entschieden über Sachen, welche den Kontrahänden gehörten. Waren aber dazu berufen, darüber zu richten und von den streitenden Seiten dazu aufgefordert.

Hier aber, in der Frage zwischen Russland und Ukraine, die selbsternannten Schlichter versuchen zu urteilen und verteilen über neue Grenze eines souveränen Landes. Wer sind diese Friedensstifter, welche so grosszügig verschenken Teile einer Heimat, die ihnen nicht gehört, ohne zu fragen? Und das warum? Weil der Beschenkte vermeintlich stärker ist und im Vorteil die Schlichter erpressen kann?

Alte Erinnerungen kommen hoch. Die selbsternannten Schlichter haben wohl zu wenig die nicht so alte Geschichte Europas beachtet. Doch ich kann nicht glauben, dass sie so schnell vergessen konnten. So jung sind sie wohl nicht. Haben aber doch die Sudeten Frage ausser Acht gelassen, wie die lieben «Verbündeten» damals.

Diese «Friedensvorschläge» sind der Länder, die es unterbreitet haben, nicht würdig und beschämend dazu. Das besonderes gegenüber der vielen Toten auf beiden Seiten des brutalen Krieges, welches ein Land begonnen hat, im Glauben stärker zu sein, um ein Eroberungskrieg führen zu können. Und diese Herren, welche da mitspielen, bestätigen, dass es heute, im 21 Jahrhundert möglich ist. Und warum das? Weil sie so hoffen, von den Schrecken des Krieges selbst verschont zu bleiben, wie damals. Sind sie das gewesen? Haben sie gar nichts von der Geschichte gelernt? Dann sind sie nicht der Stellung, die sie heute bekleiden, auch nicht würdig!

Wortspalterei

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis. Veröffentlicht in Gedankenfalle.

Wortspalterei

 

Was ist Krieg? Was ist Konflikt? Was ist «Spezielle Operation»?

Wie wollen wir also nennen das Sterben tausender Menschen auf beiden Seiten dieses… nehmen wir das Buch Harry Potter zu Hilfe… Unaussprechbaren?

Was für verschiedene Analysen habe ich schon jeden Tag gehört und gelesen die bald 40 Tage lang!

Alles wurde besprochen und bedacht. Unzählige Varianten von Fall Putins bis zum Nuklearen Krieg.

Eines aber wagten wohl die Analysten nicht zu Ende zu denken.

 

Das Ende dieses «Unaussprechbaren».

Da, wo auf der Seite des Aggressors

 die Familien der «heldenhaft» getöteten oder verletzten, diese in Empfang nehmen, oder auch nicht, da sie einfach ihrem Schicksal auf dem Kriegsfeld zurückgelassen wurden und als vermisst deklariert werden? Wer weiss? Vielleicht wird man für diese zurückgebliebene Familienangehörige Ausflüge organisieren in die Eroberten Gegenden und ihnen zeigen die Ruinen dessen, was sie so heldenhaft erreichten, bevor sie starben? Vielleicht werden sie, auf die unterlegene unterjochte Bevölkerung (was von ihnen natürlich noch am Leben geblieben ist) mit dem Finger zeigen und diese als die Schuldigen nennen?

Dann gehen diese Zurückgebliebenen Familien sicher befriedigt zurück zu sich Nachhause, glücklich, dass Ihnen so etwas nicht passiert ist?

Und die Seite der Angegriffenen?

Tausende getötet, begraben in ihrer Heimaterde, getränkt von Blut, welches so sinnlos vergossen wurde durch…das Unaussprechliche. Das, was sie vorher ihr Zuhause nannten, gab es nicht mehr. Es ist dem Boden gleich gemacht, vernichtet vergiftet, enteignet. Die, welche diese Hölle überlebt haben, stehen vor noch wenigem als das Nichts. Die, welche sich durch Flucht gerettet haben, die Millionen Einwohner dieses Landes, wo sind sie?! In allen Ecken dieser Welt! Werden sie zurückkommen wollen? In was für eine Welt?

Und alle die Politiker, Sachverständige, Analytiker, Freunde und Feinde, Befürworter und Leugner der Tatsachen. Was machen diese? Sie erinnern mich an die drei Affen.

 Ich sehe nichts, ich höre nichts, ich sage nichts.

Wenn dann alles vorbei ist… auf das warten wir ja…

Dann meinen wir, dass es wieder weiter geht, wie gehabt.

Wenn wir das Glauben, dann glauben wir an Wunder.

Gibt es Die?

 

Die Neutralität der Schweiz

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis. Veröffentlicht in Gedankenfalle.

Die Neutralität der Schweiz

 

Haben die heutigen Politiker überhaupt verstanden, worum es hier geht? ¨Für was der Kapodistrias, ein griechischer Gesandter in Diensten des Zaren damals, gekämpft hat und für die Schweiz, so wie sie heute ist, erreicht? Erst mit den Verträgen des Wiener Kongress wurde die Schweiz zu einem neutralen freien Staat. Das aber nicht, weil sie es verlangte und dafür etwa kämpfte. Nein. Im Grunde wurde es ihr auferlegt, quasi als Bedienung. Warum? Der Gedanke dabei war, einen neutralen Staat zu haben zwischen mehreren möglichen Rivalen. Das Einzige, welches dabei nicht infrage kam, waren die schon so oft katastrophalen «Garantien» anderer Grossmächte.

Davor, hatte ein Teil des Landes unter dem Einfluss des österreichisch-ungarischen Reichs und der Andere Teil unter des Napoleonischen Frankreichs, gelitten. Was bedeutete das?

Aus einem alten Lied Landes mit dem gleichen Schicksal, hört man die Verzweiflung und Schmerz eines jungen Mädchens, wesen Liebster mit Gewalt eingefangen wurde um unter Zwang als Soldat in den Krieg geführt und fast sicher zu sterben. Sie würde ihn nie wieder sehen. Lied wie zum Begräbnis. Wir kennen es aus der Geschichte. Die Dörfer leerten sich von Männern, die Frauen waren verpflichtet auch ihre Arbeit zu übernehmen, um die Familie vor dem Hungertod zu bewahren. Nicht immer schafften sie es. Die zwangseingezogenen Männer, nun Soldaten, kämpften und starben in Kriegen, die nicht die ihre waren, sie waren dazu verpflichtet, da man ihr Land mit Gewalt fremdem Reich einverleibt hatte.

DAS war, nach dem die Schweiz ein freier neutraler Staat geworden war, nicht mehr der Fall.

Die Schweiz sollte ein Militär haben zu ihrem eigenen Schutz, aber nie mehr verpflichtet zu werden in einem fremden Krieg zu kämpfen.

Dass die Schweiz durch ihre Neutralität ein Ort des Friedens und der Möglichkeit Frieden zu vermitteln wurde, ist, wie es heute aussieht, zweitrangig.

Die Türkei und Weissrussland wurden dazu erwählt. Warum das?

Beide sind Länder, welche diktatorisch regiert werden. Dennoch wurde auf ihrem Territorium ein Ort gefunden, auf welchem beide Parteien, welche sich im Moment faktisch im Krieg gegenüberstehen, ihre Diskussion über die Beilegung ihrer Differenzen sprechen möchten.

Nicht immer haben die Einzelne der Parteien freie Wahl. Damit es zum Gespräch kommt, braucht man dazu das Einverständnis beider Parteien. Es spielt auch eine Rolle, auf welcher Ebene diese Gespräche stattfinden und auch darum, was welche Seite erreichen will.  Wenn es dann zum Unterschreiben der Friedensverträge kommt. Wählt man vielleicht, um es wichtig zu darstellen, doch die Schweiz. Zum ersten Mal bemühte sich die Schweiz eher um den Stuhl im Sicherheitsrat, als um die Vermittlung zwischen den beiden Ländern Ukraine und Russland.

In der Welt haben sich starke politische Komplexe gebildet, ob schon freiwillig oder mit Gewalt. Ob es jetzt USA, EU, UK, Canada, Australien, Russland, China, Indien oder auch möchte gern Türkei ist. Wenige ihnen gegenüber, sind die freien und neutralen Staaten. Sind sie deshalb, weil sie zu keinem diesen Riesen gehören, schwach und schutzbedürftig?

Das will man ihnen suggerieren, denn nach Ansicht der grossen und nach deren Meinung einflussreichen Länder, stören diese freien und neutralen Staaten, tanzen aus der Reihe und geben den anderen innerhalb dieser Komplexe unterjochten Staaten, schlechtes Beispiel.

Was wäre, wenn die Schweiz der EU angehörte? Musste sie dann nicht auch ihre Soldaten wieder irgendwohin schicken, wenn das die «Mehrheit» beschlossen hätte? Musste sie auch den obligatorischen Anteil aus ihrem Haushalt für Aufrüstung ausgeben? Ausrüstung, welche dann verwendet werden könnte nach Gutdünken der «Mehrheit», welche in diesem Organismus entschieden hätte? Und dass, ob die Schweiz als Mitglied damit einverstanden wäre oder nicht! Eine andere Abstimmung hätte darüber entschieden. Eine Abstimmung nicht innerhalb der Schweiz, nein. Eine ausserhalb der Schweiz. Das Märchen darüber, dass die Schweiz dabei «Mitbestimmen» würde bei allen anderen Entscheidungen, sollte niemand glauben! Man dürfte lediglich Vorschläge unterbreiten, wobei gar nicht sicher ist, ob diese überhaupt derart Beachtung finden würden um darüber bereit wäre zu diskutieren! Abstimmen!? Woher! Oder vielleicht doch? Wenn es der Mehrheit passte. Was aber, wenn die Schweiz, seine eigenen Interessen schützend, gegen die Mehrheit stimmte?  Dann bliebe es bei Wünschen, oder Vorhaben, die nicht den anderen passten. Alles dreht sich dort nur nach dem Willen Deutschlands, Frankreichs und hie und da noch welcher, deren Interessen gerade tangiert werden. Und wo ist bitte schön der Vorteil der freien Marktwirtschaft dann verschwunden? Alles wird diktiert und reguliert nur zum Vorteil der Grossen im Norden. Die Landwirtschaft und auch die Industrie der Länder im Süden der Gemeinschaft und in der Peripherie wurde niedergewalzt. Ihre Ökonomie ist zerstört worden und sie haben heute in der Gemeinschaft nichts mehr zu sagen. Ja, man kann dahin gehen schöne und billige Ferien machen. Dazu sind die gut und auch als billige Arbeitskräfte, als Gastarbeiter. Wollen die Schweizer auch so enden? Denn das wäre wirklich das Resultat.

Jede Vereinigung mehrerer Staaten zu welchem guten Zweck es auch sein sollte, würde einer Nötigung gleich bedeuten. Dass, das einzelne Mitglied sich der Mehrheit in einer Abstimmung, auch wenn man dagegen wäre, unterordnen und dieser auch Folge leisten muss, wäre die Folge. So, wie die EU heute funktioniert, oder auch nicht, bleibt das Wort Freiheit, wirklich nur ein Wort.

Will man das?

Wenn heute behauptet wird, dass diese Gefahr nicht besteht, dann muss man die Hintergründe solcher Behauptungen untersuchen. Welche Interessen dahinterstehen? Mit Bestimmtheit nicht die Interessen der freien und unabhängigen Schweiz!!!