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Kriegs-Müdigkeit?

Geschrieben von Blanca Maria Kallivroussis. Veröffentlicht in Gedankenfalle.

Kriegs- Müdigkeit?

 

Das haben wir vor gerade 100 Jahren schon erlebt.

Wissen sie noch, wie das geendet hat?

Unsere Politiker haben leider keine Ahnung von der neueren Geschichte. Oder sie wollen absichtlich nichts davon wissen.

Das bringt aber genauso viel wie, wenn sie mit einem Auto mit löchrigen Reifen weiterfahren wollen.

Der «Frieden von Sèvres» war damals der Anlass für auch eine solche «Kriegs- Müdigkeit». Die damaligen «Verbündeten» Frankreich, England, Italien und ganz wage damals USA dachten, wenn jeder von ihnen ihre eigenen Interessen sichert, brauchen sie sich dann nicht um die wirklichen Betroffenen auf dem eigentlichen Kriegsfeld kümmern. Die sollen sehen, wo sie bleiben. Das Kriegsfeld war eigentlich das zerfallende Osmanische Reich. Welche heutigen Länder daraus entstanden waren, kann man in den entsprechenden Geschichtsbüchern nachlesen. Hier interessiert aber viel mehr die Geografie.

Der Zugang und Durchgang zum Schwarzen Meer und die Verhältnisse im Mittelmeer.

Irgendwie klingeln bei ihnen nicht die Alarmglocken?

Zu Erinnerung: Schwer beteiligt waren an dem Konflikt das Junge Griechenland und die noch nicht geborene Türkei, Rest von dem zerfallenden Osmanischen Reich.

Um weiters Zerfall des Osmanischen Reichs zu verhindern, rotteten sich gewisse nationalistische türkische Gruppen zum Pogrom Horden, die systematisch andere im Lande lebende Volksgruppen vernichteten. Es wurde gemordet geraubt gebrannt (etwa wie heute, nur schlimmer, da im riesigen Umfang). Es kamen dabei 1 500 000 Armenier, 500 000 Assyrer, 1 500 000 Griechen und unzählige andere Volksgruppen um. Um dieses zu verhindern, sollte das griechische Militär dem Französischen, Italienischem und englischem Militär, welches nach dem Ersten Weltkriegsgeschehen erschöpft war, zu Hilfe eilen und dabei Gebiete, welche von Griechischer Bevölkerung bewohnt waren, zu beschützen. So kamen sie bis nach Smyrna. Die Engländer waren aber von den Türken in Konstantinopel eingekesselt und drängten die Griechen, um ihnen zu Hilfe zu eilen. Auch das griechische Militär war von vorherigem Krieg erschöpft und ohne jegliche Ausrüstung. Sie gingen aber trotz Zweifel doch.

Und jetzt kommt der große Moment.

Da kam «Die Kriegs- Müdigkeit» anfangs die der Italiener, die sich von den Kriegshandlungen zurückzogen, nach dem sie ihre Inseln, welche ihnen im Mittelmeer gehörten, gesichert hatte. Dann wurden die Franzosen «Kriegs-Müde» und der einfachheitshalber, übergaben die gesamten Waffen und ganze Ausrüstung denen, die gegen sie und den Verbündeten kämpfenden, Kemal Ataturk Anhänger. Als auch die Engländer die Bosporus Enge für sich gesichert hatten, zogen sie sich aus dem Geschehen zurück und überließen die erschöpfte, dezimierte hungrige griechische Armee ihrem Schicksal. Diese Lage haben damals aber auch die junge Sowjetische Regierung genützt und einverleibte sich im gegenseitigen Einvernehmen mit den Türken, Gebiete, um welche auch heute gekämpft wird.

Diese Kriegs-Müdigkeit von damals hat einen Namen. Das aber nur in den griechischen Geschichtsbüchern steht. Unsere damaligen Verbündeten, wie die heutigen, haben dies aus ihrem Gedächtnis, wie auch ihren Geschichtsbüchern getilgt.

Es heißt Die Kleinasiatische Katastrophe.

Das Ende? Fragen sie Erdogan. Er ist so stolz auf den Genozid der Bevölkerung der Dörfer und Städter, darunter Brandstiftung Smyrna und anderen. 1 500 000 Flüchtlinge musste das erschöpfte Griechenland aufnehmen.

Ja, es wurde Frieden geschlossen in Versailles. Neue Grenzen wurden gezogen. Nicht alle sind zufrieden und möchten rütteln daran.

Jetzt frage ich mich, wer hat damals für diesen Krieg und den anschließenden Frieden bezahlt? Wer hat profitiert?

Wie geht es in Ukraine weiter? Wer wird wieder bezahlen die Gelüste um «Verschönerung der Karte», wenn man den Angegriffenen verlässt, weil man jetzt «Kriegs-Müde» ist, und wer weiß? Seine Ziele erreicht hat? Welche waren das?